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Der Weg zum richtigen Mix - Teil 38

Kompression für den Zusammenhalt
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Diese Woche besprechen wir einen Nebeneffekt von Kompression der grosse Vorteile birgt, aber mit Vorsicht eingesetzt werden muss. Wir haben es hier mit dem sogenannten “Glue“ (Leim) Effekt zu tun durch den ein Kompressor auf einer Gruppe den gesamten Mix noch besser vereinheitlicht.

Wieso?

Eigentlich ganz einfach: Ein richtig eingestellter Kompressor auf eine Spurengruppe angewendet kann dem ganzen einen besseren klanglichen Zusammenhalt geben. Nachdem wir uns bis hierher so viel Mühe gegeben haben, dass man auch wirklich jedes einzelne Element unseres Mixes gut hören kann erscheint nun auf den ersten Blick hin nicht sehr logisch auf einen solchen Effekt hin zu arbeiten. Denkt man aber mal etwas genauer darüber nach so ist dieser Schritt durchaus logisch. Speziell heutzutage ist es normal jede Spur einzeln aufzunehmen und wir benötigen so etwas wie einen Zusammenhalt der dem Zuhörer wieder die Illusion verleiht, dass alles aus einem Guss zu kommen scheint. 

Wie?

Der beste Weg um diesen Zusammenhalt zu erzeugen ist es sie in eine Gruppenspur zu schicken und dort im Insert einen Kompressor mit den folgenden Werten zu laden:

  • Ein sehr tiefer Ratio (zwischen 1.5:1 bis 2:1)
  • Eine lange Attack Zeit um Peaks nicht zu beeinflussen
  • Die Release Zeit muss auf den Groove abgestimmt sein, damit der Kompressor natürlich atmen kann. Eine automatische Release Funktion kann an dieser Stelle Wunder wirken!
  • Eine leichte Soft Knee Einstellung, damit der Kompressor schön musikalisch arbeitet und nicht hörbar ist. 
  • Der Threshold sollte bei einem maximalen Wert von -2dB zu liegen kommen. Ich persönlich bevorzuge sogar Werte zwischen -0.5dB und -1dB um einen noch delikateren Sound zu erhalten. 

Noch ein letzter Gedanke: Ich finde dieser Trick wirkt schon fast Wunder wenn man einen Kompressor mit Charakter verwendet. Damit meine ich Kompressoren mit etwas harmonischer Zerrung wie ein Vintage Analog Kompressor oder eine richtig gute virtuelle Emulation. Diese harmonische Zerrung kann tatsächlich zu so etwas wie einer Schicht Lack werden. 

Wann?

Dieser Effekt wird oftmals bei Schlagzeugaufnahmen, Rhythmusgitarren oder Gesangsgruppen eingesetzt. Kurz gesagt also immer bei mit einandern verwandten Instrumentengruppen. Es gibt aber auch Tontechniker die darauf schwören Schlagzeug und Bass miteinander zu bearbeiten. 

Wenn es darum geht diese Bearbeitung auf den gesamten Mix anzuwenden so gibt es da zwei klar unterschiedliche Meinungen. Es gibt Leute die ohne Summenkompressor gar nicht erst mit einem Mix anfangen. Andere argumentieren dagegen, dass man auf diese Weise dem Mastering Engineer erfolgreich die Hände bindet. 

Ich gehöre für meinen Teil zur ersten Kategorie, doch ich kenne auch viele Leute (deren Arbeit ich überaus respektiere) die zu der zweiten Gruppe gehören. Ich kann Euch also nur empfehlen mal beide Herangehensweisen zu testen und selber zu entscheiden was für Euch am besten funktioniert. 

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