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Der Weg zum optimalen Mix - Teil 23

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In diesem Teil konzentrieren wir uns noch ein bisschen auf EQ und schauen uns ein paar weitere Tipps und Tricks an.

Vergesst nie das ganze Bild

Das mag jetzt ein wenig aufdringlich daher kommen, doch ich sage es noch einmal: Stellt Eure EQs immer in Mono und im Mixkontext ein! Wer sich nicht mehr erinnern kann sollte nochmals Teil 14 und Teil 15 lesen.

Bedenkt auch immer, dass es besser ist EQ Einstellungen mit einer subtraktiven Herangehensweise vorzunehmen - also besser Frequenzen abzusenken als diese anzuheben. Anstatt also zu denken „Hier fehlen mir ein paar Bässe, ich hebe sie lieber an“ denkt Ihr lieber „die gesamte Balance unterstützt die Bässe nicht zu sehr, also senke ich den Rest lieber noch ein wenig ab um das Gleichgewicht wieder herzustellen“. Vergesst niemals dass weniger mehr ist. Langfristig ist diese Herangehensweise konstruktiver da so Euer Headroom beibehalten und sogar erweitert wird, was den Umgang mit den restlichen Instrumenten nur vereinfacht.

Damit Eure EQ Einstellungen so natürlich und musikalisch wie möglich klingen solltet Ihr zu einem EQ mit hohem Q Wert (also enger Bandbreite) greifen wenn Ihr etwas absenkt und mit einem breiten Q Wert arbeiten wenn Ihr etwas anhebt.

Um diese „weniger ist mehr“ Herangehensweise noch ein wenig zu unterstreichen empfehle ich Euch so wenig Frequenzbänder wie nur möglich zu verwenden. Ich weiss das tönt jetzt ein bisschen komisch wenn man bedenkt was wir in den letzten Artikeln alles besprochen haben, dennoch ist es so dass Euer Mix transparenter wird je weniger Frequenzbänder Ihr verwendet. Fragt Ihr mich so sind fünf Bänder pro Spur das absolute Maximum. Benötigt Ihr mehr so empfiehlt es sich häufig das Problem an der Wurzel zu behandeln und das Signal nochmals aufzunehmen.

Ein weiterer Trick ist der Einsatz von Referenzstücken! Wie ich Euch bereits gesagt habe ist bei mir immer einer in Greifnähe, denn ein gut ausgewähltes, vergleichbares Stück hilft sich nicht beim Mixdown zu verlaufen und as Ziel im Auge zu behalten. Zwischen den beiden Stücken umzuschalten hilft zudem bei müden Ohren nicht zu viele Höhen in den Mix zu drehen

Abschliessend möchte ich Euch noch eine Technik zeigen die Leute am Anfang sehr selten verwenden, die jedoch die Dinge massiv vereinfachen kann. Am besten beschreibe ich dies mit einer meiner Lieblingsserien: Kaamelott. In der „Unagi“ Episode versucht King Arthur sein bestes um Perceval und Caradoc eine Kamptechnik beizubringen die darin besteht seinem Gegner nicht direkt sonder in in einem 30° Winkel gegenüber zu stehen. Dies soll helfen den bevorstehenden noch besser vorherzusehen. Ja, ich weiss - ein wenig weit hergeholt…aber bleibt bei mir…

Was hat dies mit Musik zu tun fragt Ihr? Nun beim Mixing ist es eigentlich ganz ähnlich. Wenn Ihr Euch auf ein Instrument konzentriert ist es durchaus nützlich sich nicht nur darauf zu stürzen sondern auch die Relation davon zum Rest des Songs im Auge zu behalten. Bearbeitet Ihr zum Beispiel die Bässe einer Gitarre dann achtet darauf was für einen Effekt dies auf den Bass und den Kick hat. Ihr solltet den „Aha“-Effekt haben wenn ein Absenken der Bassfrequenzen bei der Gitarre dazu führt, dass der Kick und der Bass im Mix plötzlich weiter nach vorne kommen. Achtet also immer auf das Gesamtbild und versucht zu verstehen wie die verschiedenen Frequenzen in einander greifen.

Im nächsten Artikel dieser Reihe gebe ich Euch eine unvollständige Liste mit Plug-Ins mit denen Ihr die EQ Einstellungen Eures Mixes erfolgreich durchführen könnt.

 

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