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Der Weg zum richtigen Mix - Teil 46

Ein Gate rückt Euch in den Fokus
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Heute schauen wir uns etwas genauer an wie man die unschönen Mikrofonübersprecher mit einem Noise Gate in den Griff bekommt die wir im letzten Artikel besprochen haben.

Positionierung

Wird ein Noise Gate verwendet um Übersprecher in den Griff zu kriegen so muss man es unbedingt an erster Stelle aktivieren. Wieso? Weil man auch hier ungewollte Nebengeräusche immer zuerst unterdrücken will und auf diese Weise EQs und Kompressoren keine ungewollten Signalanteile hervorholen.

Ein Noise Gate richtig einzustellen ist aufgrund der dynamischen Natur von Übersprechern nicht ganz einfach. Sind Hintergrundgeräusche noch relativ gleichmässig so haben Übersprecher die lästige Angewohnheit Eure VU-Anzeigen ziemlich stark in Bewegung zu setzen. Ein zu tiefer Threshold kann also dazu führen, dass das Gate unerwartet öffnet und ein zu hoch eingestellter Wert führt dazu, dass das natürliche Ausklingverhalten abgeschnitten wird. Es kann aber noch komplizierter werden wenn die Übersprecher und das Signal im gleichen Frequenzband sind - wie es zum Beispiel bei Snare und Toms der Fall ist.

Schränkt Euch ein

Zuerst einmal solltet Ihr Gebrauch von den Sidechain Filtern machen, damit das Gate auch nur durch das brauchbare Signal angesprochen wird. Verwendet anschliessend die Hysteresis Funktion um den Threshold hoch genug einzustellen und somit zu verhindern, dass das Gate ungewollt öffnet, aber gleichzeitig das natürliche Ausklingverhalten des Signals beibehält. Die Look-Ahead Funktion kann Euch zudem helfen den natürlichen Attack Eures Instruments zu konservieren.

Wie Ihr vielleicht schon vermutet sind Perkussionsinstrumente die schwierigsten Fälle. Manchmal schafft man es einfach nicht wirklich zufriedenstellende Resultate zu erzeugen und man gibt sich mit einem Kompromiss ab. Es gibt jedoch einen kleinen Trick, der hier durchaus helfen kann: Hat man ein “zufriedenstellendes“ Resultat, aber das natürliche Abklingverhalten des Instrumentes musste daran glauben so kann man versuchen diese mit ein wenig Reverb zu überdecken. Das wäre mit Sicherheit einzeln abgehört klar erkennbar, doch in einem Mix kann man da schon mit so einigem davon kommen.

Mit und ohne

Abschliessend möchte ich Euch noch eine Geschichte erzählen. Als ich als Assistent in einem Studio meine Arbeit aufnahm sah ich oftmals, dass der Head Engineer während des Mixdowns auf dem Schlagzeug das Gate ausschaltete. Verwundert fragte ich ihn danach. Er sagte mir, dass er dies regelmässige mach um die Wirkung der Gates zu überprüfen was den gesamten Mix angeht - denn manchmal klingt es einfach ohne besser. Er hatte dafür keine logische Erklärung, doch spielte mir ein paar Beispiele ab um seinen Argument zu unterstützen. Seit dann schalte ich auch immer wieder die Noise Gates auf der Schlagzeugspur ab und überrasche mich immer wieder mit dem Resultat!

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