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Der Weg zum richtigen Mix - Teil 39

Ein erster Blick auf Multiband Kompression
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In diesem neuen Teil besprechen wir Multiband Kompression während des Mixdowns.

Bis hierhin haben wir eigentlich nur so genannte ‚Full-Band‘ Kompressoren angeschaut - in anderen Worten also Prozessoren welche die exakte gleiche Kompression auf das gesamte Frequenzband anwenden. Es gibt jedoch Geräte welche bestimmte Bereiche eines Frequenzbandes unterschiedliche bearbeiten können. Diese Multibandkompressoren können das Signal in diesen unterschiedlichen Frequenzbändern mit eigenen Werten für Ratio, Threshold, Make-Up Gain, Attack und Release bearbeiten - und die Bändern können häufig vom Anwender eingestellt werden. Zu Zeiten analoger Bearbeitung waren diese Geräte noch sehr teuer, doch im Zeitalter der digitalen Audiobearbeitung gibt es hier schon sehr günstige Produkte. Es kommt zudem schon sehr viel häufiger vor, dass diese Art der Kompression bereits während des Mixdowns zum Einsatz kommt.

Achtung!

Bevor wir anfangen muss ich noch etwas loswerden: Während Multiband Kompressoren viel mehr als traditionelle Kompressoren bearbeiten können so können sie auch eine Menge Schaden anrichten. Zudem wurden vor der digitalen Ära 99% der Songs ohne solche Bearbeitungsmöglichkeiten gemischt - es gibt also überhaupt keinen Grund weshalb man nicht mit einem einfachen Kompressor gute Resultate erzeugen könnte. Aus diesem Grund empfehle ich Multiband Kompression nur dann, wenn sie auch wirklich nötig ist.

Wofür?

Im Prinzip erlaubt es ein Multibandkompressor das einkommende Signal in unterschiedliche Frequenzbänder zu unterteilen. Aus diesem Grund macht es auch Sinn diese Art der Bearbeitung für Signale zu verwenden die bei der Dynamikbearbeitung etwas speziellere Bedürfnissehaben. Ja, ich weiss, natürlich ist das so, doch diese Tatsache wird nur all zu oft vergessen. Lasst mich dazu ein praktisches Beispiel machen. 

Es könnte so gesehen zum Beispiel eine gute Idee sein die Kick Drum mit einem Multibandkompressor zu bearbeiten. Diese benötigt eine schnelle Attack Zeit umd einen druckvollen Klang zu bekommen. Je schneller der Attack desto eher läuft man jedoch Gefahr in den Bässen eine unschöne Verzerrung zu bekommen. Da die Wellenformen in den Bässen sehr lang sind reagieren sie auf kurze Attack Zeiten nicht so gut. Aus diesem Grund kann ein gut eingestellter Multibandkompressor mit kurzen Attack Zeiten in den Höhen und Mitten und einer längeren Attack Zeit in den Bässen zu sehr guten Resultaten führen. 

Ein weiterer guter Einsatz eines Multibandkompressors ist als De-Esser auf Stimmen. Indem man das Frequenzband komprimiert in dem scharfe perkussive Geräusche der Stimme gefunden werden (so zwischen 4 und 7 kHz), während der Rest des Signals unbearbeitet bleibt, können sehr gute Resultate erzeugt werden. 

Auf eine vergleichbare Art und Weise können auch unschöne Resonanzen abgesenkt werden. 

Ein Multiband Kompressor mit einer externen Sidechain kann sich als überaus nützlich herausstellen wenn es darum geht Kick und Bass besser miteinander zu verschmelzen. Werden hier nur die Bassfrequenzen des Basses durch den Kick angesteuert so wird bei jedem Kick etwas Platz im Bassbereich gemacht, ohne den Rest der Note zu bearbeiten. 

Nächste Woche schauen wir uns an wie man einen Multiband Kompressor am besten einstellt.

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