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Sich für das richtige Gerät entscheiden

Ein Audio Interface kaufen - Teil 2

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Im ersten Teil haben wir uns um die Spezifikationen von Audio Interfaces gekümmert. In diesem zweiten Teil versuchen wir euch in Form von verschiedenen Fragen die Antwort zu vereinfachen.

Q: Q: Wieviele Mikrofoneingänge benötigt Ihr?  

A: DDenkt Ihr, dass Ihr mehr als ein Mikrofon aufs Mal aufnehmen werdet? Wenn ja (z.B. wenn Ihr mit dem Gedanken spielt in Zukunft auch Bands mit Schlagzeug aufnzunehmen), dann wollt Ihr wohl ein Interface mit mindestens 8 Eingängen. Idealerweise sollten diese 8 auch gerade Mikrofoneingänge sein, doch auch mit einer Kombination aus Mikrofon- und Line-Eingängen lässt sich arbeiten. Verfügt das Interfacezudem über einen ADAT Eingang, so könnte man die maximalen Eingänge mit einem zusätzlichen Interface um 8 weitere Eingänge erhöhen.

Q: Q: Brauche ich ein portables Gerät?  

A:Diese Antwort entscheidet sich häufig schon mit der ersten Frage, da Interfaces mit mehr als zwei Mikrofoneingängen normalerweise im Rackmount Format gebaut werden. Auch wenn es natürlich keine Regel gibt, dass man diese Interfaces nicht unterwegs einsetzt, so eignen sie sich wegen ihres Formates weitaus weniger gut zu transportieren.

Ist für Euch ein portables Gerät die richtige Entscheidung so solltet Ihr Euch Fragen, ob das Gerät über USB gespiesen werden sollte? Ein Gerät mit Stromspeisung über UBS gibt Euch weitere Freiheiten, da Ihr nicht zwingend auf eine Steckdose angewiesen seid. Zusammen mit einem Laptop und einem guten Mikrofon hätte man also so eine praktische Lösung für Aussenaufnahmen. Es gibt übrigens auch einkanalige Interfaces mit USB Speisung die mit Mac als auch mit iOS Geräten laufen.

Q: Auf welche Verbindungsmöglichkeiten sollte ich achten?

A: Im Augenblick kann man sich was die Zukunft angeht eigentlich nur auf den USB Standard verlassen (USB 2.0 oder 3.0). Auch wenn FireWire (800) bislang so etwas wie der Standard für Audio Interfaces war, so steht er bei Apple Computern nicht mehr von als Schnittstelle zur Verfügung und wird wohl in den kommenden Jahren in die Rente geschickt. Mit Thunderbolt hat man eine neue äusserst zuverlässige Verbindung, die jedoch erst am wachsen ist und entsprechende Interfaces erst so langsam auf den Markt kommen.

Eine Menge Interfaces basieren momentan noch auf FireWire (400 oder 800) und können über einen speziellen Thunderbolt-FireWire Adapter auch mit neusten Computern verbunden werden. Wer also ein FireWire Interface kauft sollte sich versichern, dass dies mit dem Adatper kompatibel ist. Achtet auf jeden Fall darauf, ob Ihr in naher Zukunft einen neuen Computer kaufen werdet und ob Ihr dann noch kompatibel mit Euerm Equipment seid.

Es gibt auch Interfaces die als Karte direkt in den Computer eingebaut werden können (häufiger relevant bei PCs). Die meisten davon haben Verbindungskabel oder externe Boxen für die verschiedenen Ein- und Ausgänge. Ihr werdet jedoch sehen, dass es von diesen Modellen nicht so viele auf dem Markt gibt.

Q: Brauche ich MIDI I/O?

A:Heutzutage besitzen die meisten MIDI Controller USB Verbindungen - so gesehen sind MIDI Verbindungen nicht zwingend nötig. Besitzt Ihr jedoch einen älteren MIDI Controller oder möchtet Ihr ältere Hardware Synthesizer in Euer Setup integrieren, dann ist ein klassischer MIDI I/O notwendig.

Q: Sollte ich mir ein Interface kaufen das zusammen mit einer Software verkauft wird?

A:Den meisten Interfaces wird eine abgespeckte Version einer bekannten DAW beigelegt, die anfangs sicherlich gute Dienste leisten kann, bei der Ihr aber relativ schnell an gewisse Grenzen stossen werdet. Findet die Hardware mit dem Funktionsumfang den Ihr Euch wünscht und dem Preis den Ihr Euch leisten könnt - alles andere sollte als Bonus betrachtet werden.

Q: Sollte ich das zusätzliche Geld für ein professionelles Interface aufwerfen?

A:Falls Ihr gerade erst mit Aufnahmen anfangt, so ist die Antwort wahrscheinlich eher nein. Sogar ein eher günstiges Audio Interface das mit 24 Bit betrieben werden kann tönt bereits ziemlich gut. Dennoch gilt auch hier dass man das kriegt wofür man zahlt. Die wichtigsten Bauteile eines Interfaces sind die Mikrofonvorverstärker, sowie die A/D (analog-digital) Wandler. Ich würde von sehr günstigen Produkten abraten und mich im mittleren Preissegment umschauen (so zwischen €250 bis €500 - abhängig von der Anzahl Kanäle). Hier findet man bereits hochwertigere Komponenten und man sichert sich für die Zukunft ab.

Abschliessende Gedanken

Wisst Ihr erst einmal welche Funktionen Ihr benötigt und welches Format für Euch das beste ist, so lohnt es sich ein wenig Zeit in die Nachforschungen zu stecken. Lest Tests (von Anwendern wie von Fachzeitschriften), redet mit Freunden und Musikern und lasst Euch bei der Wahl Zeit.

Ich würde im Minimum eine 24 Bit Auflösung, Direct Monitoring und Phantomspeisung im Funktionsumfang empfehlen.

Sollte das Budget es zulassen, so solltet Ihr ein wenig mehr also absolut notwendig ausgeben, damit Ihr auch für die nahe Zukunft vorgesorgt habt. Ihr wollt ja schliesslich mit dieser Investition auch noch in ein, zwei Jahren glücklich sein.

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