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Eine Einführung in den Mastering Prozess

Den Master zu Hause erstellen - Teil 2

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In diesem Teil besprechen wir ein paar Tipps die Euch die Mastering Arbeit vereinfachen sollen.

Bevor Ihr anfangt

Zuerst möchte ich Euch empfehlen die Arbeit aufzuteilen: Einer mixt und einer macht das Mastering. Auf diese Weise bleiben Eure Kompositionen 'frisch'. Wer den Mixdown für einen Song macht wird es schwierig finden, sich anschliessend zurück zu nehmen und dasselbe Stück aus dem minutiösen Blickwinkels des Mastering Engineers zu betrachten. Einen guten Partner zu finden ist jedoch keine einfache Aufgabe. Vergesst aber nicht, dass die AF Community aus tausenden Leuten besteht die allesamt dieselbe Passion für Musik besitzen wie Ihr. Wieso also dies nicht ausnützen? Ihr habt ja eigentlich nichts zu verlieren und das Resultat könnte Euch durchaus positiv überraschen.

Home mastering

Entscheidet Ihr Euch aber dennoch dafür alles selber zu machen, so solltet Ihr auf jeden Fall die Aufgaben klar aufteilen. Es gibt eine Zeit für Mixing und eine Zeit für Mastering. Ihr solltet vor allem darauf achten während des Mixdowns keine Mastering Plug-Ins zu verwenden (*). Schliesst zuerst Euren Mix ab bis Ihr zufrieden damit seid, macht einen Bounce mit der höchstmöglichen Auflösung und startet erst dann mit einer Session, in der Ihr Euch speziell um die Mastering Aufgabe kümmert. Im besten Fall lasst Ihr Euch nach dem Mixdown eine oder zwei Wochen Zeit, damit Ihr das Mastering mit einer gewissen Distanz und Neutralität angehen könnt.

Noch ein sehr wichtiger Punkt: Beim Mixdown müsst Ihr darauf achten bei der Dynamic etwas Headroom nach oben zu lassen, damit Ihr im Mastering noch etwas Luft habt. Ihr solltet also keine Peaks haben, die über -6 dBFS gehen und Euer RMS Pegel sollte irgendwo im Schnitt bei -18 dB liegen.

*Zitiert mich hier nicht falsch: Ich bin kein Gegner von Bearbeitungen im Master Bus - ganz im Gegenteil! Achtet aber ganz genau darauf, ob Ihr hier wirklich nur Mixdown Arbeit oder bereits ein wenig Mastering Arbeit erledigt. .

Abhörbedingungen

Nun ein paar Worte zur Abhöre. Für einen guten Mixdown muss man seine Abhörsituation durch und durch kennen. Dies ist noch bedeutend wichtiger fürs Mastering. Ihr solltet also darauf achten, dass Euer Raum entsprechend eingemessen ist und Ihr auch ausreichend Mischerfahrung in dieser Umgebung besitzt.

Home mastering

Leider hat das menschliche Gehör die schlechte Angewohnheit sich sehr schnell an gewisse Dinge zu gewöhnen. Um Eure Ohren wieder 'auf Null' zu setzen solltet Ihr gelegentlich einen Referenzsong anhören - am besten etwas aus der gleichen Stilrichtung des aktuellen Projektes. Abschliessend möchte ich nochmals auf die Notwendigkeit von Pausen hinweisen - wie gesagt Euer Gehör wird irgendwann einfach müde und vor allem im Mastering kommt es ja auf die kleinen Dinge an. Ich empfehle fünf bis zehn Minuten Pause pro Stunde.

Trotz aller dieser Vorkehrungen empfehle ich Euch immer noch das Stück auf so vielen Abhören wie nur möglich laufen zu lassen - nur dann könnt Ihr wirklich potentielle Schwachpunkte aufdecken und bearbeiten. Seid Ihr in Euren Räumlichkeiten also zufrieden mit Eurer Arbeit so ist es an der Zeit die Produktion an so vielen Orten wie nur möglich anzuhören: Autoradio, MP3 Player, TV, Home-Cinema System, etc. Stört Euch ein Detail, so zögert nicht und behebt es bis Ihr mit Eurer Arbeit zu hundert Prozent zufrieden seid. Ja, es ist ein langer und ermüdender Prozess, doch im Gegensatz zu professionellen Mastering Studios ist hier die Zeit auf Eurer Seite - macht also das Beste daraus!

In unserem nächsten Artikel werden wir ein paar Ratschläge für die eigentliche Mastering Session anschauen.

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