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Eine Einführung in den Mastering Prozess

Den Master zu Hause erstellen - Teil 1

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Die besten Resultate ermöglicht natürlich immer ein professioneller Mastering Engineer mit entsprechendem Know-how und Equipment. Solltet Ihr jedoch nicht über die finanziellen Möglichkeiten für eine solche Dienstleistung verfügen, was ist dann alles zu Hause machbar?

In der Tat ermöglichen die Euch zu Hause zur Verfügung stehenden Werkzeuge bereits eine breite Palette an Möglichkeiten - vorausgesetzt Ihr setzt sie mit dem nötigen Mass an Vorsicht ein. In dieser Serie versuchen wir aus Euch auch keinen Mastering Engineer zu machen, sondern möchten ganz einfach mal den gesamten Mastering Prozess etwas genauer unter die Lupe nehmen. Mit etwas Übung solltet Ihr dann schon eine ganze Menge aus Euren Produktionen rausholen können.

Was ist Mastering?

Home Mastering

Zuerst solltet Ihr wissen, dass der Begriff 'Mastering' so nicht ganz stimmt und es eher 'Pre-Mastering' heissen sollte. Da dieser Begriff jedoch weit verbreitet ist, bleiben wir dabei. Unter 'Mastering' versteht man den letzten Arbeitsschritt bevor das Album vermarktet und vertrieben wird. Das Ziel ist es dem Album einen letzten Schliff zu geben und die verschiedenen Stücke aufeinander abzugleichen. Dies gilt für die Klangfarbe wie auch für die empfundene Lautstärke und beinhaltet auch Fade In / Fade Out, Pausen zwischen den Stück, und andere Bearbeitungsschritte. Die Arbeit des Mastering Engineers beschränkt sich häufig nicht nur auf diese Arbeiten, doch dies sind die Aspekte welche wir in den folgenden Artikeln genauer anschauen werden.

Philosophie

Hinter diesem etwas hochgestochenen Titel steckt eine ganz einfache Idee welche Euch so manche Kopfschmerzen sparen sollte: Vergesst das Märchen, dass Ihr lauter als Euer Nachbar tönen müsst! Der so genannte 'Loudness War' ist eine schlimme Plage und zudem auch noch ohne wirkliches Ziel. Wenn Ihr Musik lauter hören möchtet, dann könnt Ihr auch ganz einfach den Volumenregler aufdrehen. Falls Ihr Angst habt, dass Euer Song neben anderen Produktionen am Radio zu leise daher kommen könnte, so solltet Ihr immer daran denken, dass Radios ebenfalls nochmals einen Limiter über die Produktionen laufen lassen. Vergesst niemals dass 'lauter' auch heisst, dass Ihr Dynamik verliert und genau die macht ja die Lebendigkeit Eures Stücks aus.

Home Mastering

Hier ist eine Anekdote die diesen Punkt noch etwas untermalen sollte: Vor ein paar Jahren habe ich ein Album einer Rock Band in der Anwesenheit ihres Band Leaders gemastert. Er sagte mir dass für ihn das Album noch nicht genügend Druck hätte und verlangte von mir die Produktion in den roten Bereich zu fahren. Nach einer Weile fragte ich Ihn nach einem Beispiel und er antwortete mit 'Smells Like Teen Spirit' von Nirvana. Also hörten wir uns dieses Meisterwerk aus den 90ern an und ohne Unterbruch oder Volumenanpassung spielten wir anschliessend seinen Song ab. Was die Lautstärke anging so waren wir bei seinem Song fast doppelt so laut, aber leider auch komplett ohne irgendwelche Energie. Was lernen wir also davon? Sich die volle Dröhnung zu geben bedeutet noch keinesfalls druckvoll.

Das Ziel des Masterings ist es also die Qualität des Stücks zu verbessern ohne dabei jedoch den ursprünglichen Mix zu verändern - und schon gar nicht das Gehör Eurer Zuhörer zu schädigen!

Und das wär's auch schon für Teil 1. In der nächsten Episode tauchen wir ein wenig tiefer in die Materie 'Mastering' ein.

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