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Der Weg zum optimalen Mix - Teil 29

Attack und Release Werte eines Kompressors
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In diesem Teil präsentiere ich Euch eine Technik mit der Ihr einen Kompressor einstellen könnt und dabei die Funktionsweise jedes Parameters versteht. Diese Methode ist keinesfalls die ultimative Lösung, doch sie wird Euch helfen die wichtigsten Kompressor Parameter zu verstehen und auf Eure Weise optimal einzusetzen.

Deep impact

Zuerst benötigt Ihr für diese Technik einmal einen Kompressor mit den folgenden Parametern: Threshold, Ratio, Attack und Release. Ja ich weiss, dass Eure bevorzugte Emulation eines Vintage Kompressors nicht zwingend über alle diese Parameter verfügt. Ich rate Euch dennoch etwas Geduld an den Tag zu legen und Euren Schatz für den Augenblick auf die Seite zu legen. Die Methode die ich Euch zeigen möchte sollte auch nicht zu einem Zwang werden und anschliessend könnt Ihr machen was Ihr wollt und zurück zu Eurem analogen Schatz rennen. Versteht mich hier nicht falsch - mir geht es genau so!

Wie bereits erwähnt ist es also das Ziel hier Euch empfänglich für die Funktionsweise jedes Parameters zu machen und Euch zu sensibilisieren wie sich diese Parameter auf den Klang auswirken. Aus diesem Grund müssen wir die nachfolgenen Parameter in einer ganz bestimmten Reihenfolge einstellen. 

Fangt mit diesen Einstellungen an: Attack Wert wo Ihr wollt, Release auf den Minimalwert, Ratio auf den Maximalwert und der Threshold tief genug damit das Signal anständig komprimiert wird. Das ganze wird nicht wirklich musikalisch klingen, hat aber den Vorteil, dass auf diese Weise die Attack Zeit hervorgehoben wird. Spielt man ein wenig damit rum so hört man ganz klar welchen Einfluss die Attack Zeit auf die Transienten des Signals hat. Bei einer Kick Drum sollte man zum Beispiel hören dass bei höheren Attack Zeiten der Anschlag immer dünner wird. Macht man dasselbe bei einer Gitarre so kommt der Klang des Plektrums in den Vordergrund. Achtet also darauf wie die „Dicke“ der Transienten bei unterschiedlichen Attack Zeiten ändert und entscheidet für Euch welche Einstellung Euren Ansprüchen am Ehesten entspricht.

Kommen wir nun zum Release Wert. Vergessen wir nicht, dass wir es hier mit einer zeitlichen Konstante zu tun haben welche klar hörbare Volumenschwankungen beinhaltet. Hört Euch dazu nur mal den „schön“ pumpenden Klang des Kompressors an den wir mit den aktuellen Einstellungen erzielen konnten. Aus diesem Grund kann gesagt werden, dass der Release Wert einen wesentlichen Einfluss auf den Groove des Songs hat und somit so eingestellt werden sollte, dass er den Groove des Songs unterstreicht. Lasst den Kompressor atmen! Dies erreicht Ihr indem Ihr nach dem kleinst möglichen Wert sucht. Musikalisch ausgedrückt bedeutet dies, dass der Release hinter dem Beat spielt was häufig als Synonym für „Groove“ herhalten kann. Habt Ihr einen für Euch ansprechenden Wert gefunden so werdet Ihr wahrscheinlich bemerken, dass die Gain-Reduction Anzeige mit der Musik zu „Tanzen“ scheint. 

Nächste Woche schauen wir uns Ratio und Threshold an. Bis dann hoffe ich, dass Ihr etwas Zeit findet mit den Attack und Release Zeiten zu experimentieren. 

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