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Achtet auf diese klassischen Fehler die man im Studio begehen kann

11 Studio Fehler die es zu verhindern gilt
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Von seinen Fehlern zu lernen ist definitiv eine effektive Methode - wenn auch nicht sonderlich aufbauend. In diesem Artikel möchte ich ein paar häufige Fehler vorstellen die von Heimstudio Besitzern häufig gemacht werden. Niemand sollte diese Lektionen auf die harte Tour lernen…

 

Seid nicht übermotiviert

Aufnahmen machen meist eine Menge Spass, doch so eifrig Ihr Euch auch an die Aufnahme eines Instruments machen möchtet, desto mehr möchte ich Euch zu Geduld raten. Egal ob Ihr mit Mikrofonen oder direkt aufnehmt, nehmt Euch immer ausreichend Zeit um den best möglichen Klang zu erreichen. Das kann bedeuten dass Ihr mit Mikrofonpositionen experimentieren müsst oder einfach Euer Schlagzeug stimmen solltet. Fragt Euch ob Ihr eventuell die Saiten noch wechseln oder bei der Stimmenaufnahme noch einen Popschutz installieren solltet.

Überladet das Arrangement nicht

Wer ohne Rücksicht auf Verluste alles aufnimmt und am Ende den Song noch mit Bläsern und Perkussion überlädt wird schnell einen extrem überladenen Mix haben. Bei Aufnahmen ist weniger immer mehr. Wer sich über das Arrangement im Vorfeld Gedanken macht wird es beim Mixdown einfacher haben. Im Zweifel solltet Ihr immer eine Spur wegnehmen als noch eine weitere aufnehmen.

Vergesst nicht Eure Songs vor der Aufnahme zu proben

Ohne Zweifel sind gute Songs auch schon durch blosses Jammen entstanden, doch am Ende des Tages führt kein Weg darum herum einen Song im Vorfeld akribisch zu proben, damit Ihr Euch im Studio nicht verrennt. Lernt also Eure Parts im Vorfeld damit Eure Aufnahmen auch wirklich Eure Musikalität und nicht Eure Fehler widerspiegeln.

Macht um 3 Uhr morgens keine wichtigen Mix Entscheidungen

Mixing kann ein langer und mühsamer Prozess sein und achtet man sich nicht, ist es schon drei Uhr morgens und man ist immer noch dabei der Snare Drum den perfekten Schliff zu geben. Es gibt bei jeder Mix Session definitiv einen „Point-of-no-Return“ an dem man entweder die Segel streicht oder sich zufrieden zurücklehnt das Beste aus den Spuren herausgeholt zu haben.

Hier empfiehlt sich eine „Brotkrumen“ Strategie wo man seine Mix Session mit sinnvollen Versionen benennt und so gezielt wieder an einen bestimmten Punkt zurückgehen kann an dem der Mix noch gut getönt hat (z.B. “Song name mix 1.3 lead vocal down 2 dB,” oder “Song name mix 12 percussion muted on verse 2,”). Auf jeden Fall sollte man immer seinen Mix am nächsten Tag mit frischen Ohren überprüfen - Ihr werdet Euch wundern wieviele Dinge dann plötzlich offensichtlich falsch gelaufen sind.

 

Geht nicht davon aus, dass Euer Mix fertig ist bis Ihr ihn woanders abgehört habt

Sogar Profis nehmen Ihre Mixes aus ihrer gewohnten Umgebung und hören sich die Mixes zum Beispiel im Auto oder auf einer anderen Stereoanlage an bevor sie sich sicher sind die richtige Balance getroffen zu haben. Eure Abhöre wird mit Sicherheit bestimmte Frequenzen schlucken oder hervorheben und es sei denn Ihr habt extremes Glück, werdet Ihr dies bei einer anderen akustischen Umgebung sofort zu hören bekommen.

 

Ertränkt Euren Mix nicht

Speziell für Anfänger ist die Gefahr gross den Mix mit Effekten zu erdrücken. Lasst Euch aber auf keinen Fall dazu verleiten den netten Faltungshall auf Sydney Opera House Modus laufen zu lassen und den gesamten Mix dort einzubetten. Ein Hall gehört auf die Stimme doch auf keinen Fall auf den ganzen Mix.

Findet eine Reverb Einstellung die Euch gefällt und nehmt sie anschliessend noch ein wenig zurück. Normalerweise werdet Ihr auf diese Weise die beste Einstellung finden.

 

Erdrückt Euren Mix nicht

Wie beim Hall so gilt auch bei den Kompressoren das „weniger ist mehr“ Prinzip. Es sei denn Ihr möchtet absichtlich eine extreme Einstellung wie zum Beispiel ein Parallel Compression Effekt beim Schlagzeug, seid beim Einsatz des Kompressors eher konservativ. Die Gefahr ist hier Transienten zu verlieren und dem ganzen Stück das Leben zu rauben.

Die Faustregel ist hier dass wenn man den Effekt des Kompressors hören kann, dass dieser wahrscheinlich zu extrem eingestellt ist.

 

Seid vorsichtig mit Anheben von Frequenzen

Die Grundregel ist dass man lieber absenkt als anhebt da dies den Klang des Mixes verfälschen kann und zudem Euren dynamischen Headroom einschränkt. Natürlich ist das Anheben von Frequenzen ein probates Mittel, doch wenn Ihr es macht achtet darauf es nicht zu übertreiben und dabei einen so engen Q Faktor wie möglich zu verwenden.

Vergesst nicht die wichtigen Details

Wir stürzen uns gerne in die Kreativität und da kann es schnell passieren, dass man technische Details aus den Augen verliert die einen später in den Hintern beissen können. Stellt Euch mal vor Ihr habt eine Aufnahme abgeschlossen und merkt erst dann, dass Ihr alles auf 16 Bit anstatt auf 24 Bit ausgenommen habt.
Nehmt also die Zeit im Vorfeld genau alle technischen Einstellungen zu prüfen, damit Ihr zu einem späteren Zeitpunkt nicht plötzlich ungeahnte Probleme erhaltet.

 

Immer schön alles aufschreiben

Die meisten Einstellungen werden in DAWs mit dem Session File gespeichert. Dennoch möchte ich Euch raten wichtige Aufnahmefaktoren wie das verwendete Mikrofon, Gitarre oder Vorverstärker zu notieren. Stellt Euch mal vor, dass Ihr erst Wochen später einen Fehler entdeckt der am besten mit einer Neuaufnahme zu beheben wäre - doch wie hatten wir dies schon wieder aufgenommen? Kam da ein Tube Screamer zum Einsatz und welche Gitarre war da schon wieder?

Schreibt also immer alles schön auf - es wird Euch mit Sicherheit eines Tages von grossem Nutzen sein.

Organisiert immer schön Eure Spuren

Wer sich nicht darum kümmert wo seine Session und Audio Dateien gespeichert werden der wird diese am Ende des Tages verlieren. Legt Euch ein System zurecht mit dem Ihr Eure Dateien organisiert damit Ihr diese nicht nur zuverlässig findet, sondern auch bei Backups nicht die Übersicht verliert. Achtet vor allem darauf, dass die Audiodateien immer im gleichen Ordner wie die Session Dateien abgelegt werden.

Vergesst zudem nie Euren Spuren einen sinnvollen Namen zu geben - „ Audio 11“ ist kein sinnvoller Name.

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