Universal Audio UAD-2 Quad
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Universal Audio UAD-2 Quad

UAD-2 Quad, DSP Karte from Universal Audio in the UAD-2 PCIe series.

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Universal Audio UAD-2: Der Test

WMD: Weapon of Mass DSPs (UAD-2)
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Universal Audio hat mit der UAD-2 seine Aufrüstung gegenüber anderen Anbietern von DSP Karten (wie TC Electronic mit seiner Powercore oder SSL) fortgesetzt. Diese neue Karte ist in drei Versionen erhältlich, welche allesamt die Leistungsfähigkeit der alten Modelle in den Schatten stellen.

In diesem Test werden wir die leistungsfähigste dieser Karten etwas genauer anschauen: die UAD-2 Quad.

In der Welt der Computer sind Multicore Prozessoren und Multithreading im Augenblick der letzte Schrei. Hersteller haben realisiert, dass die Zukunft unserer beliebten Prozessoren nicht mehr einfach in immer höheren Taktraten liegt, sondern im Vereinen von Prozessoren und Chipsätzen. Universal Audio hat diese Lektion verstanden und bietet deshalb seine DSP Karten in drei verschiedenen Modellen an: die erste mit dem Namen Solo verfügt über einen Prozessor (wie sein Vorgänger), Duo verfügt über zwei und Quad nicht weniger als 4 Prozessoren!

UAD-2Wenn man in Betracht zieht, dass der neue Prozessor gemäss Hersteller bis zu 2.5 mal schneller als die UAD-1 ist, dann bedeutet dies für den Quad eine Verzehnfachung der Geschwindigkeit (2.5 x 4 Prozessoren)! Die erste UAD sieht plötzlich ziemlich alt aus. Wenn man dazu noch die Möglichkeit in Betracht zieht insgesamt bis zu vier Prozessoren in einem System laufen zu lassen (40x die Leistung der Ursprünglichen UAD), dann fängt man an das enorme Potential dieser Karten zu verstehen.

Aus der Box genommen

Sobald man die Karte aus der Box nimmt, sieht man bereits das erste neue Merkmal: die UAD benutzt nun einen 1xPCI Express Bus – dieser ist schneller als der alte PCI Standard. Man sollte sich definitiv im Voraus schlau machen, ob das eigene Motherboard über so einen Steckplatz verfügt. Es sollte erwähnt werden, dass die Karte auch mit PCI 16x kompatibel ist, was üblicherweise für Videokarten zur Anwendung kommt. Einen solchen Steckplatz habe ich dann auch für diesen Test genommen, da der einzige offene 1xPCIe Steckplatz bereits von einem RME Multiface beansprucht wurde…

Wenn die Karte einmal installiert ist muss man Windows aufstarten und die .exe Datei ausführen, die auf der mitgelieferten CD vorliegt, oder als Download von der Universal Audio Website heruntergeladen werden kann. Es ist wahrscheinlich besser gerade die neuste Version übers Internet zu beziehen. Diese enthält neue Plug-Ins (wie den UAD Equalizer Harrison 32C und den UAD Phase Aligner Little Labs IBP) und die neuste Version des Treibers (stabiler und RTAS kompatibel). Wenn man einmal alles installiert hat muss man noch ein Konto auf der UAD Website installieren, eine kleine Datei herunterladen (mit welcher die Plug-Ins autorisiert werden können) und diese abschliessend direkt in das ‘Configuration Window’ der UAD-2 ziehen.

Alles sehr einfach, schnell und effizient. Schon kann man die Karte benutzen!

Schauen wir uns das Control Panel mal genauer an…


Universal Audio UAD-2: Der Test

Control Panel

Panneau de configurationBeim Öffnen fällt einem zuerst ein grosser Knopf auf mit welchem alle Plug-Ins der UAD mit nur einem Klick aktiviert oder deaktiviert werden können. Dies ist nützlich um schnelle ‘vorher/nachher’ Vergleiche machen zu können, oder um andere UAD Plug-Ins hinzuzufügen/autorisieren.

Zusätzlich gibt es zwei Anzeigen für CPU- und Speicher-Auslastung – global oder individuell für jede einzelne UAD Karte (sollte man mehrere besitzen). Dies ist äusserst nützlich um die vorhandenen Ressourcen im Auge zu behalten. Es gibt einen ‘DSP Meter’ für den Prozessor, einen ‘Program Meter’ der Anzeigt wieviel Speicher von allen Plug-Ins belegt wird und ein ‘Memory Meter’ der anzeigt wieviel Speicher von Delay, Reverb und Echo Plug-Ins verwendet wird. Wenn man diese Raum-Effekte ausschaltet hat dies keinen Einfluss auf den belegten Speicher. Diese Effekte bleiben geladen um keine Hallfahnen oder langen Delays abrupt abzuscheiden.

Als nächstes kommt eine Auflistung der installierten und autorisieren Plug-Ins und die Möglichkeit eine Demo Version zu aktivieren. Dies ist äusserst praktisch um etwas genau zu testen bevor man es kauft. Es ist auch möglich jedes Plug-In einer spezifischen Karte zuzuweisen (falls man mehr als eine besitzt). In den Konfigurationen findet sich die Möglichkeit die Auslastung der Karten auf eine gewisse Prozentzahl zu limitieren um Dropouts und andere Abstürze zu verhindern. Dies ist vor allem praktisch wenn man mit vielen Plug-Ins arbeitet.

Die LoadLock DSP Option erlaubt es die maximale DSP Auslastung für jedes Plug-In zu wahren: Gewisse Plug-Ins verfügen über Funktionen die ausgeschaltet werden können (der EQ eines Channel Strip zum Beispiel) um die Auslastung zu verringern. DSP LoadLock garantiert, dass genug DSP Ressourcen vorhanden sein werden, sollten zu einem späteren Augenblick alle Funktionen eingeschaltet werden. Deshalb sollte man DSP LoadLock nur ausschalten wenn man über nicht genug Ressourcen verfügt.

MeterDie Extra Buffering Option macht UAD-2 kompatibel mit Hosts wie Sony Vegas, Acid, Soundforge und Sonar. Bei anderen Anwendungen empfiehlt es sich diese Funktion auszuschalten.

Schliesslich ist es noch möglich die Arten der Regler für die virtuellen Plug-Ins zu wählen. Diese sind entweder ‘linear’ (vertikale oder horizontale Bewegung mit der Maus), ‘circular’ (man klickt direkt auf die Regler und dreht) oder ‘relative circular’ (ähnlich wie ‘circular’ aber der Regler springt hier nicht direkt auf die Position der Maus sondern wird relativ zu seinem Ausgangswert geändert).

Schauen (und hören) wir uns die für diese Plattform erhältlichen Plug-Ins mal genauer an…


Universal Audio UAD-2: Der Test

Plug-Ins im Übermass

Plug-insIn Cubase SX3 (was wir für diesen Test verwenden) starten die UAD Plug-Ins wie andere klassische Plug-Ins auf – der Anwender muss sich also nicht speziell anpassen. Zusätzlich zu den üblichen ‘load’ und ’save’ Presets verfügt jedes Plug-In über einen ‘Live Track’ Modus. Damit kann der Buffer der Soundkarte ausgelassen und die Latenz des Effektes auf ein Minimum beschränkt werden. Diese Funktion könnte für Live Anwendungen nützlich sein – dadurch wird aber die CPU Belastung des Computers erheblich erhöht. Zudem wird die CPU Auslastung des Sequenzers auch dann erhöht wenn nur UAD Effekte verwendet werden. Dies geschieht da der Computer Datentransfers und andere Transaktionen ausführen muss und ist bei allen DSP Karten üblich.

Erste gute Nachricht: Alle Plug-In Parameter für jedes Plug-In können automatisiert und zeitlich mit der Host Anwendung synchronisiert werden.

Was die Plug-Ins betrifft so hat man genau gesagt dieselbe Auswahl wie schon bei den hochwertigen Plug-Ins der UAD-1. Es gibt unterschiedliche Bundles für jedes Budget: Von der Variante für Einsteiger (mit UA 1176SE Compressor/Limiter, Pultec EQP-1A Program Equalizer, RealVerb Pro Room Modeler, und CS-1 Channel Strip) bis hin zum Omni Pack (bei dem alle 34 Plug-Ins mitgeliefert werden!). Es ist zudem möglich die alte UAD-1 zusammen mit der neuen UAD-2 zu betreiben – sehr schön!

Zwei lang erwartete Plug-Ins kamen erst kürzlich auf den Markt (mit Version 5.2): Der Harrison 32C Channel EQ (ein 4-Band EQ mit einem Auto-Q) und eine Software Version des IBP von Little Labs. Universal Audio fügt also immer noch weitere interessante Plug-Ins der bereits eindrücklichen Auswahl hinzu.


Universal Audio UAD-2: Der Test

In der Anwendung

UAD-2 QuadUm zu sehen was die Karte aushält, haben wir sie in einem Cubase Projekt eingesetzt. Der verwendete Computer war ein Intel Core 2 Duo 2.4 Ghz mit 2GB RAM. Die Sampling Frequenz war auf 88.2 kHz / 24bit gesetzt. Als Inserts auf den unterschiedlichen Spuren wurden folgende Effekte gesetzt: 16 CS-1 Plug-Ins (Channel Strip), 8 Fairchild 670, 1 Precision Multiband, und 2 Realverb Pro sowie 2 Plate 140 in den Aux.

Die Latenz betrug 320 Samples (ungefähr 6 ms), die Anzeige des UAD-2 Quad war auf 98%, die Anzeige von Cubase betrug 37% und der Speicher zeigte eine 18% Auslastung an. Als wir auf das Performance Fenster von Cubase schauten sahen wir, dass die CPU Auslastung des Computers immer noch auf 55% lag. Dies lag hauptsächlich an der tiefen Latenz – sobald wir diese auf 93ms anhoben fiel die CPU Anzeige auf unter 5%. Während des Mixdowns ist es also besser auf eine extrem tiefe Latenz zu verzichten. Es gibt dazu auch nicht wirklich einen guten Grund und der Prozessor kann dadurch unnötig überlastet werden.

Der Test war demnach sehr befriedigend, speziell wenn man bedenkt, dass man bei 44.1 kHz die verfügbaren Plug-Ins verdoppeln kann! Sogar bei grösseren Projekten wird man als über genug Leistung verfügen. Und sollte auch das nicht reichen, so kann man sich ja immer noch eine weitere UAD-2 Karte dazu kaufen…natürlich abhängig vom Budget – aber so ist halt das Leben.


Universal Audio UAD-2: Der Test

Fazit

Obwohl nicht überraschend, so hat Universal Audio doch seine DSP Karten mit Bravour verbessert. Dem Anwender wird ein Vielfaches an Leistung, Rückwärtskompatibilität und eine bereits ziemlich eindrückliche Auswahl an Plug-Ins geboten. Die UAD ist immer noch ‘die Lösung’ wenn man ein paar hochwertige Plug-Ins in sein System integrieren möchte ohne dabei die Leistung des Computers zu beeinflussen. Die Qualität der Plug-Ins von Universal Audio ist schon fast legendär und es sollte für jeden etwas dabei sein. Wenn man die Qualität betrachtet so ist auch der Preis bei weitem gerechtfertigt.

+ Die erhöhte Leistung im Vergleich zur UAD-1
+ Kompatibel mit vorhandenen UAD-1 Plug-Ins
+ Interessante neue Plug-Ins
+ Die Möglichkeit mehrere Karten miteinander zu betreiben
+ Modus für tiefe Latenz: LiveTrack
+ Interessante Bundles

- Nicht wirklich viele neue Plug-Ins
- CPU Belastung bei tiefer Latenz