BIAS Peak Pro XT 6
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BIAS Peak Pro XT 6

Peak Pro XT 6, Digitaler Audio Editor from BIAS.

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Peak Pro 6 XT: Der Test

BIAS Peak wird erwachsen
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Auch wenn es für den PC eine Menge Audio Editoren gibt so stehen für die Mac Gemeinde am ehesten DSP Quattro, soundBlade, Audacity, WaveBurner oder Peak zur Verfügung. Es ist also kein Wunder, dass ein Software Update von Peak Pro XT 6 sehnsüchtig erwartet wurde.

Auch wenn es für den PC eine Menge Audio Editoren gibt so stehen für die Mac Gemeinde am ehesten DSP Quattro, soundBlade, Audacity, WaveBurner oder Peak zur Verfügung. Die Eigenschaften dieser Anwendungen reichen von 'sehr grundlegend' bis hin zu 'sehr ausführlich'. Es ist also kein Wunder, dass ein Software Update von Peak Pro XT 6 sehnsüchtig erwartet wurde. Schauen wir uns dieses Update also mal genauer an...

Übersicht

Peak ProVon den drei Versionen LE, Pro und Pro XT 6 war es letztere die installiert und getestet wurde. Pro XT 6 besteht aus dem Editor, SoundSoap2 und Soundsoap Pro Cleaning Software, Version 1.2 ihrer Master Perfection Suite (was den Preisunterschied zwischen der Pro Version bei $599 und der Pro XT Version für $1199 erklärt) und dem Peak Produktion Pack. Dieses Pack beinhaltet eine Sammlung von Sounds (ein wenig mehr als 1GB) von Herstellern wie Sound Ideas, Shortwave, Seafine Sounds FX, PowerFX und Hollywood Edge. Dazu kommen noch ein $100 Coupon von Broadjam, eine limitierte Version des ONE Sample Players, die SFX Machine LT Multi-Effekte (light Version), 32 VST MDA Plug-Ins, Reveal LE und SoundSoap LE, JackOSX (0.74), Soundflower (1.2.1) und WireTapPro (1.3.4). Schaut Euch die Unterschiede der drei Versionen hier an.

Die Software muss über das Internet autorisiert werden indem man die Seriennummer in den BIAS Authorization Manager gibt. Sobald man dies getan hat ist die Software sofort freigeschaltet. Man kann zwei Computer validieren und der BIAS Key ist nicht länger notwendig (man erhält einen freien USB Port). Beim Aufstarten gibt es eine Überraschung: Das GUI wurde überarbeitet. Von der grauen Dominanz in Version 5 sind wir jetzt bei einem dunkelgrau-schwarzem Aussehen gelandet...dieses kann aber angepasst werden. Die Knöpfe verfügen jetzt über eine simulierte Hintergrundbeleuchtung die sich bemerkbar macht wenn die Maus darüber zu liegen kommt. Die Fenster können in Screen Sets organisiert werden.

RAM und Scratch

DifférencesPeak 6.0.3 ist mit OS 10.4.3 bis 10.5.x kompatibel und kann auf einem G4 500 wie auf einem MacIntel betrieben werden. Die Performance wird natürlich nicht dieselbe sein...um das beste aus Peak und all seinen Funktionen holen zu können sollte man schon eine CoreAudio kompatible Soundkarte und ein MIDI Interface haben. Diese Software ist ziemlich ausführlich – von Editierarbeiten bis hin zu CD-Erstellung im RedBook Format...nicht zu vergessen Video Editing, Sound Design oder die Anwendung virtueller Instrumente. Da ich hier nicht alles im Detail besprechen kann kümmern wir uns einfach um die neuen Funktionen.

Cache en RAMEine Datei wird zwischen der oben liegenden Toolbar mit seinen Icons und dem unten vorhanden Transport (mit seinen üblichen Buttons für Play, Stop, Forward, etc.) angezeigt. Zusätzlich stehen einem eine Zeiteinzeige, ein Volumenregler und eine einstellbare Pegelanzeige zur Verfügung.
Eine neue Funktion: Pre-Post Schalter welche die Änderungen zeigen können die man mit dem Volumenregler erzeugt hat. Es gibt immer noch eine Anzeige für mehrere Dateien (entweder kaskadiert oder nebeneinander).

Anwender mit viel RAM werden glücklich sein da BIAS endlich ein RAM Cache integriert hat welches ein blitzschnelles Arbeiten ermöglicht. Theoretisch gibt es unendlich viele History-Punkte und man kann schnell auf den gewünschten Undo oder Redo Punkt springen.
Dies benötigt jedoch mehr als 2GB Ram und man muss in den Optionen die Funktion 'Caching' aktivieren. Beim Speichern wird das Cache geleert und alle notwendigen Elemente auf die Harddisk gespeichert.

Ich hoffe diese Funktion wird auf Dateien mit 24bit und 32bit erweitert denn im Augenblick funktioniert sie nur für Dateien in 16bit. Da es eine Option ist besteht das 'Scratch Disks Prinzip' immer noch bei dem temporäre Dateien geschrieben werden. Man sollte dafür einen speziellen Ordner bestimmen um zu verhindern, dass überall plötzlich Temp-Dateien erzeugt werden. Ein weiterer Pluspunkt ist die Möglichkeit 'Network Disks' anzusteuern was eine grosse Hilfe für Speicherung und Stabilität bedeutet.

Editieren

Menu DSPDSP Funktionen können nach Typen im Menü organisiert werden. Dies ist definitiv ein Plus auch wenn es in Peak möglich ist über die Toolbar und Rechtsklick zum grossen Teil auf das Menü zu verzichten.
Peak verfügt über eine Menge Werkzeuge um Loops zu erzeugen wie Loop Surfer und dem effektiven Loop Tuner mit horizontaler und vertikaler Zoom Funktion über die man am Loop arbeiten kann ohne darauf klicken zu müssen. Nullpunkte, Regionen und Loop-Points verfügen zudem über eine 'magnetische' Anziehung – es gibt also keinen Grund weshalb Loops nicht so tönen sollten wie man es gerne hätte.


'Perpetual Looper' wurde ebenfalls dem Arsenal hinzugefügt. Diese Funktion wurde entwickelt um einfach monophone Audiodateien in einen Loop zu setzen. Zur Anwendung kommt hier eine neue Technologie von BIAS (PHAT für Partial Harmonic Audio Technology) welche sich auf das Frequenzband anstatt die Zeitachse konzentriert. Es stehen zwei unterschiedliche Einstellungen zur Verfügung: Solche die der Analyse zugeneigt sind (und den Frequenzgang der Datei als Grundlage nehmen) und solche die der Resynthese zugeordnet werden (um die Schwankungen in Volumen, Timbre oder Tonhöhe auf beiden Seiten der Loop-Punkte auszugleichen).
Die Resultate variieren leicht: Auch wenn ein Signal schon reichlich bearbeitet wurde (ohne Modulation) so sind damit verbundene Effekte unhörbar. Ist jedoch ein Chorus, Phaser oder harmonisch reichhaltiges Material vorhanden das viele Veränderungen beinhaltet so weicht das Resultat stark vom Original ab.


Loop Tuner
Ein weiterer Zusatz ist die Funktion VoiceOver Ducking (VOD). Diese Funktion bietet Werkzeuge um zum Beispiel einen Stummfilm mit Sounds zu versehen. Die VOD Funktion lässt den Anwender Kommentare oder Voice-Overs auf die existierende Audiospur legen. Dies ist ein wenig wie Einfügen einer Datei unter Berücksichtigung des Pre- und Postroll, Attack, Decay und des Wertes mit dem das Volumen reduziert wird. VOD ist ein effektives und einfach anwendbares Werkzeug welches sich vor allem für Podcasts eignet. Aber für professionelle Anwendungen ersetzt diese Werkzeug noch keinen guten Mixer...

Noch mehr Editieren

Perpetual LooperEine weitere Neuerung ist Change Pitch (Variabel). Wem Varispeed oder Plattenspieler-Effekte gefallen der wird an dieser Funktion Freude haben. Sie kann über eine Hüllkurve angesteuert werden. Man kann angeben ob das Material über Transienten verfügt, Presets speichern und laden.
Dies ist eine nützliche Funktion die aber wahrscheinlich Pitch'n Time Pro nicht ersetzen wird. Was die Qualität angeht muss sie sich aber wegen nichts schämen.

Eine nützliche Funktion für Komposition und Sound Design ist Convolve mit welcher man die spektralen Eigenschaften einer Audiodatei auf eine andere übertragen kann. Peak 6 fügt dem Prozess jetzt eine Hüllkurve hinzu mit der  diese Analyse auf ganz bestimmte Regionen der Audiodatei angwendet wird – sehr schön!

Change PitchEine weitere Verbesserung die in diese Richtung geht wurde beim ImpulseReverb gemacht. Dies ist ein in Peak eingebauter Faltungshall (Convolution Reverb). Nun ist es möglich den Inhalt der Zwischenablage (nicht mehr als 524'287 Samples) als Quelle für das ImpulseReverb zu nehmen. Seid aber vorsichtig mit der Preview Funktion – diese reagiert wie die meisten seiner Art etwas empfindlich.
ImpulseReverb ist ein weiteres gutes Werkzeug für Sound Designer und eröffnet eine Menge neuer kreativer Impulse. Ein weiteres Plus.

Schliesslich sollte noch die Implementierung einer neuen Dithering Technologie erwähnt werden (DCAT für Dither Cloning Audio Technology) welche den bereits vorhandenen sechs Algorithmen (von POW-r) nun 12(!) neue Modi hinzufügt. Plötzlich fühlt man sich anhand dieser vielen Einstellungen ein wenig überfordert und ist sich nicht ganz sicher welche denn die richtige Funktion sein soll. Eine Preview Funktion ist zwar vorhanden doch es sollte die Möglichkeit geben mehrere Files miteinander vergleichen zu können und sogar leise Passagen etwas lauter zu hören damit man abschätzen kann, wie genau der Algorithmus in das Signal eingreift.

Video
Erwähnt werden sollten noch die Plug-In Hüllkurven mit denen man den Anteil eines Effektes in der Zeitachse genau definieren (wie Automation) und in Echtzeit abmischen kann...endlich. Die Vbox befindet sich jetzt in der Version 3. Sie ist in dieser neuen Version zu einer wahren Grösse herangewachsen da sie es ermöglicht innerhalb von Peak opulente Multi-Effekte zu erzeugen indem man das Beste seiner Plug-In Sammlung miteinander kombiniert.

Playlists

DitheringNeben seiner Rolle als Editor und Werkzeug für Sound Design ist Peak auch gut für das Bearbeiten von Video, Vorbereiten von Playlists und Brennen von CDs ausgerüstet. Es ist fast alles möglich: Non-destruktives Editieren, Crossfades, Plug-Ins einfügen, Metadaten organisieren, etc.. Wenn man eine Playlist erstellt hat man die Wahl zwischen einem Album/Song, Classical/Take oder Grundeinstellungen welche die Arten der Crossfades oder Overlap/Gap (Überschneiden/Stille) definieren (dies kann jederzeit angepasst werden).

Diese Einstellungen werden benutzt um eine Master CD zu erstellen bei der sich die Audiodateien überschneiden oder eine Pause zwischen den Stücken eingefügt werden soll.

Eine andere Einstellung mit dem Namen 'Centered' erlaubt es dagegen mehrere Stücke zu einer neuen Datei zusammenzufassen. Das spezielle daran ist, dass die Crossfades auf der Zeitachse festgelegt sind und durch den Cursor die Anfangs- und Endpunkte der Audiodateien verschoben werden. Man kann diese Faderkurven genau einstellen indem man Insert-Punkte setzt – es ist auch möglich dasselbe für die gesamte Datei mit einer Volumen Hüllkurve zu machen. Diese Anwendung ist in dem 'Master'-Modus eher theoretisch da die Songs zu dieser Zeit wahrscheinlich bereits abgemischt sind und man eigentlich nur noch das Volumen (Gain) über den List View angleichen möchte. Im 'Take'-Modus hingegen sind diese Hüllkurven sehr praktisch um präzise Voiceovers oder einen dynamischen Mix aus zwei Dateien zu erzeugen (z.B. im Sound Design).

Was die Crossfades betrifft so kann man zum späteren Vergleich mehrere Bearbeitungsschritte mit den Snapshots A, B, C und D speichern (sehr praktisch). Die CD-TEXT Funktionen sind ausführlich: Gesamte Audio CD und/oder Titel, unter Verwendung von ASCII Zeichen, Export DDP, etc...
...Was DDP 2.0 angeht (Disc Description Protocol) so hat Peak keine Probleme damit umzugehen. Dieses Protokoll ist eines der Hauptformate von kommerziellen Presswerken und Peak bietet es in der Pro XT 6 Version an. Das direkte Importieren in iTunes wird viele Podcast Fans entzücken. Peak lässt einen neben dem üblichen AIFF mit folgenden Formaten arbeiten: Wave, SD II, MP2, MP3, MP4 (AAC), Flac, image Jam, QuickTime, Raw, System 7, Sonic AIFF, AU und Paris.


Fades playlistPlaylist


Fazit

ddp 2BIAS liefert einen Editor der sehr komplett ist und über einen Sound und eine Software Sammlung verfügt die ihren hochwertigen Eindruck noch unterstreicht. Es ist schon wahr, dass wir uns daran gewöhnt haben mehr für unser Geld zu erhalten (wenn man zum Beispiel die Logic Suite von Apple anschaut). Doch wir sollten immer daran denken, dass dies keinesfalls der Norm entspricht.

Nicht vergessen sollte man die Loops und Effekte (sehr gute Qualität), die vielen mitgelieferten Plug-Ins welche Ihre Rolle voll und ganz erfüllen, den EQ mit verschiedenen Frequenzbändern, den Sqweez Kompressor, den Multi-Band Kompressor Sqweez-5 und Reveal – allesamt sind sehr gut durchdacht. Es gibt hier nicht genug Platz um auf die Details einzugehen – diese Effekte würden eigentlich ihren eigenen Test verdienen.

Mit seiner perfekten Stabilität liefert Peak ein sorgloses Arbeiten mit Audiodateien. Es gibt eigentlich keine nennenswerten Fehler – man sollte bei der Preview Funktion etwas aufpassen. Ich hatte bislang nur ein Problem als ich eine Gruppe Audiodateien aus dem AIFF Format ins .WAV Format speichern wollte. Ein paar der erzeugten Dateien enthielten plötzlich spezielle Schriftzeichen (das Problem hatte ich bei Peak 5 noch nicht). BIAS konnte diesen Fehler bislang nicht reproduzieren.

Ein weiterer Punkt der ein Problem darstellen könnte (bei dem aber BIAS bereits versprochen hat ihn in einem zukünftigen Update zu beheben): Wenn man eine Datei öffnet die nicht in Peak erstellt wurde dann ändert die Software das Erstellungsdatum – auch wenn nichts daran editiert wurde. Dies könnte zu Problemen mit automatischen Backupsystemen führen (Time Machine, Super Duber, etc.).

Kurz gesagt: Peak ist immer noch unumgänglich – ja sogar essentiell für jeden Mac Anwender der Audiodateien in den verschiedensten Formaten bearbeiten möchte oder beabsichtigt regelmässig Playlists zu erstellen. Sollte einem die XT Version zu teuer vorkommen so bietet die Pro Version einen ausführlich Editor aber ohne Master Perfection Suite und SoundSoap Pro.



+ Ausführlicher Audio EditorPlein de fenêtres
+ Viele DSP Funktionen
+ Ideal für Sound Design
+ Viele verschiedene Audioformate
+ Cache in RAM
+ Editieren innerhalb der meisten komprimierten Formate
+ Hüllkurven (Volumen, Plug-Ins, etc.)
+ Playlist Management
+ Import/Export auf SMIDI Hardware Sampler
+ Qualität bei der Umwandlung der Sample Rate
+ Qualität des Dithering
+ DDP2.0
+ Vbox 3
+ VST und AU unterstützt
+ Video
+ Unterstützung virtueller Instrumente
+ Faltungshall inklusive (Convolve)
+ Ausführliche Bedienungsanleitung
+ Fast fehlerlos
+ Ausführliche XT Suite (Master Perfection Suite, SoundSoap Pro)
+ Benötigt keinen USB Dongle

- Passt das Änderungsdatum einer Datei an sobald sie in Peak geöffnet wird
- Umwandlung der Sample Rate ist auf einem Mac PPC sehr langsam
- Pitch-Shift und Time-Stretch Algorithmen (auch wenn ein Fortschritt gemacht wurde)
- RAM Cache nur für Dateien in 16bit
- Sensible 'Preview' Funktion
- Abspeichern mehrerer Dateien in ein anderes Format führt gelegentlich zu Fehlern bei der Beschriftung