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Mit Pro Tools Tipps noch viel schneller und effizienter arbeiten

Power Tips für den Pro Tools Anfänger - Teil 2
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Im ersten Teil dieses Artikels haben wir uns die Preference Einstellungen und Key Commands angeschaut. In diesem zweiten Teil werden wir uns auf das Smart Tool, ein paar wichtige Timeline Optionen und Session Templates konzentrieren.

Zeit sparen mit dem Smart Tool

Bei der Arbeit mit Pro Tools kann das Smart Tool eine sehr wichtige Hilfe sein, das es Euch Zugriff auf drei sehr wichtige Werkzeuge gibt: das Trim Tool, das Selector Tool und das Grabber Tool — alles abhängig davon wo Euer Cursor sich in der Spur befindet. Links und rechts unterhalb der Spur wird es zum Grabber und oberhalb der Spur zum Selector. Am linken und rechten Ende der Spuren wird es dagegen zum Trim Tool und platziert man es zwischen zwei aneinanderliegende Spuren so sieht man ein rechteckiges Icon mit dem sich ganz schnell ein Crossfade einzeichnen lässt. 

 
 

 Abhängig von der Position wechselt das Smart Tool zum Trim Tool, Selector Tool, Grabber Tool, und Fade Tool

Das Smart Tool kann über 'Command-7' oder durch Klicken auf die horizontale Ebene oberhalb der drei Edit Tools aktiviert werden. 

Manchmal scheint es so als ob Pro Tools nicht das richtige Tool anzeigt, doch dann muss man einfach den Cursor ein wenig bewegen und den richtigen Ort finden. 

Commands Keyboard Focus

Schaut Ihr Euch rechts oberhalb der Track Anzeigen im Edit Window um, so seht Ihr ein kleines Icon mit 'a-z'. Klickt Ihr darauf so wird es gelb eingefärbt und Ihr habt soeben den 'Commands Keyboard Focus' Modus eingeschaltet.

Einmal aktiviert können verschiedene Keyboard Shortcuts verwendet werden: 'R' zum Auszoomen, 'T' zum Einzoomen, 'N' zum Playback folgen und viele andere mehr (schaut Euch dazu den Pro Tools Shortcuts im Help Menü an). 

In Pro Tools könnt Ihr unabhängige Edit und Timeline Auswahlen haben. Da Timeline für Playback Stop und Start zuständig ist können unterschiedliche Bereiche für Anfänger etwas verwirrend sein. Der Shortcut dafür ist 'Shift + Forward Slash'.

Insertion Follows Playback verstehen

Die Funktion 'Insertion Follows Playback' sollte man ebenfalls verstehen. Diese findet sich in Form von zwei Tasten gerade neben demjenigen für 'Linking Timeline and Edit'. Bei eingeschalteter Funktion wird das Projekt immer ab dort abgespielt wo Ihr zuletzt gestoppt habt. Nicht eingeschaltet springt Pro Tools immer wieder auf den letzten Startpunkt des Projektes zurück. 

 
 

Der linke Pfeil zeigt auf die 'Link Timeline' und 'Edit Selection' Tasten und der rechte Pfeil auf die 'Insertion Follows Playback' Taste

Ich für meinen Teil schalte diese Funktion eher aus als an. Bei Punch-In Arbeiten wollt Ihr zum Beispiel eher, dass das Playback auf den Anfangspunkt zurückspringt. Es hängt wirklich davon ab was Ihr gerade bearbeitet und Ihr werdet diese Funktion wahrscheinlich relativ häufig ein- und ausschalten. Der Shortcut zum ein- und ausschaltne ist Control (Start beim PC) + N, oder einfach N im Commands Keyboard Focus Modus.

Mit MIDI Real-Time Properties arbeiten

Real-Time Properties ist eine sehr nützliche Pro Tools MIDI Funktion. Damit kann man Quantisierung, Velocity und Länge anpassen, transponieren und Track Delay einschalten - alles 'Non-Destructive'. Das funktioniert für jede Spur separat - oder sogar nur für einzelne MIDI Clips innerhalb einer Spur. Hier könnt Ihr also unbesorgt experimentieren. 

MIDI Real-Time Properties findet man im 'Event' Fenster und kann über den Shortcut Option (Alt beim PC) + 4 (Numeric Pad) angewählt werden.

Erstellt Eure eigenen Session Templates

Pro Tools bietet einem die Möglichkeit mit Session Templates noch weiter Zeit zu sparen. Das ist ziemlich einfach und bedeutet, dass Ihr nicht jede Session von Grund auf neu erstellen müsst. Öffnet dazu zuerst einmal eine leere Session und stellt sicher, dass Bit-Tiefe und Sampling Rate Euren Vorstellungen entsprechen. Ich empfehle 'Interleaved' anzuwählen, da Pro Tools ansonsten alle Stereodateien in zwei Mono Dateien aufteilt. 

Als nächstes passt Ihr Euer Template Euren speziellen Anforderungen an. Erstellt ein paar Spuren - einfach die gängigsten, damit Euch beim nächsten Projekt schon einmal die Grundeinstellung zur Verfügung steht - inklusive Mono und Stereo Spuren, Instrument Spuren, Aux Spuren und einer Master Spur. Arbeitet Ihr immer mit bestimmten Instrumenten (z.B. einem bestimmten Drum Plug-In, oder ein ganz spezifisches Synthesizer Plug-In) so könnt Ihr diese ebenfalls bereits aktivieren. 

Stilpunkte gibt es zudem wenn Ihr bereits die verschidenen Spuren einfärbt - zu finden unter 'Color Palette' im 'Window' Menü. 

Fügt als nächstes die typischen Inserts hinzu - zum Beispiel gewisse Channel Strips, EQs oder Kompressoren. Schnell geht dies zudem mit dem 'Control' (Alt für PC) - Klick Befehl aus dem ersten Artikel. Um etwas CPU zu schonen könnt Ihr zudem alle Effekte beim Aufstarten des Templates deaktivieren - Shortcut: Control + Command [Start + Control für PC] und Klick auf den Insert. 

 
 

 

 Ist Euer Template erst einmal konfiguriert könnt Ihr es über die 'Save Session Template' Funktion in einen Ordner speichern

Die meisten Leute stellen sich zudem ein paar Reverbs oder Delays parat und erzeugen dazu ein paar Aux Spuren, die sie dann entsprechend mit den bestehenden Audiospuren verbinden. 

Passt die Session zudem noch genau so an wie Ihr es für richtig haltet - definiert zum Beispiel ob Bars/Beats/Ticks oder Minuten angezeigt werden, oder ob die Session dem Raster folgt oder nicht. 

Ist alles eingestellt müsst Ihr nur noch über File > Save as Template alles an einem sinnvollen Ort abspeichern. In Pro Tools 11 werdet Ihr zudem noch gefragt in dem Template Ordner Ihr das neue Template gerne abspeichern möchtet (Pro Tools wird mit verschiedenen Preset Tempaltes ausgeliefert, die in Ordnern organisiert wurden) - Ihr könnt aber auch einen eigenen Ordner erstellen. 

Das wär's auch schon. Bei der nächsten neuen Session müsst Ihr nur noch den Befehl 'Create Session from Template' anwählen, Euer Template auswählen und loslegen. 

 

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