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Der Weg zum optimalen Mix - Teil 14

EQing Grundlagen

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Heute fangen wir damit an über EQs zu sprechen. Aber Achtung: Wir werden hier einige Zeit verbringen, schliesslich handelt es sich beim EQ um das ultimative Mixing Werkzeug.

Falls Ihr jetzt absolut keine Idee habt was ein EQ ist möchte ich Euch im Vorfeld folgenden Artikel ans Herz liegen (https://de.audiofanzine.com/software-eq/artikel/leitartikel/wie-man-einen-eq-einstellt.html). 

Und wozu braucht man den?

Man kann einen Equalizer als perfekten Volumenregler beschreiben. Es damit tatsächlich möglich die Lautstärke gewisser Frequenzbänder gezielt anzuheben oder abzusenken. Somit haben EQs einen sehr breiten Einsatzbereich. 

EQs kommen am Häufigsten zum Einsatz um die Artikulation der verschiedenen Elemente eines Mixes optimal hervorzuheben. Man kann damit also Instrumente von einander trennen und ihnen einen Platz im Mix geben. Gleichzeitig hilft der EQ aber auch um dem Mix einen einheitlichen Klang zu geben. 

Als natürliche Konsequenz hat der EQ auch Einfluss auf die Position jedes Elements im Stereobild. Die Kombination aus EQ, Pan, Reverb und/oder Delay verstärkt dabei die Tiefenstaffelung eines Mixes. Ein EQ kann schliesslich auch die 'Färbung' und Kontrast eines Instruments beeinflussen. Nicht ohne Grund assoziiert man deshalb zum Beispiel Bässe mit Wärme und Energie und Höhen mit Luft und Definition. 

Denkt also jedes Mal wenn Ihr einen EQ verwendet an diese drei Einflüsse. In der Praxis müsst Ihr Euch die folgenden Fragen stellen bevor Ihr das Frequenzmaterial einer Spur anfangt zu verändern:

  • Mit welchen Elementen ist es am Kämpfen?
  • Mit welchen anderen Elementen soll es zusammenpassen?
  • Wo wollt Ihr das Instrument im Stereofeld platzieren?
  • Welche Färbung sollte die Spur haben?

Im Kontext

Die Suche nach diesen Antworten wird Euch schnell aufzeigen, dass EQ Einstellungen nicht für sich alleine sondern immer im Kontext vorgenommen werden müssen! Viele Anfänger haben die Tendenz jede Spur mit EQ separat bearbeiten zu wollen. Sie wollen dass jedes Element für sich alleine grossartig klingt doch hört man sich alles zusammen an scheint es nie so ganz zu stimmen. Dieser Reflex die EQ Einstellungen im Solo vorzunehmen ist das Schlechteste was man sich antun könnte. Kurz gesagt ist es reine Zeitverschwendung. 

Denkt immer daran dass Eure Zuhörer am Ende die Spuren niemals einzeln zu hören bekommen sondern immer nur als fertiges Ganzes. Wieso sollte man also Zeit damit verschwenden den Bass, die Gitarre oder das Schlagzeug für sich alleine so schön wie möglich zu machen wenn sie zusammen anschliessend einfach nicht richtig klingen?

Was die Schwierigkeit angeht EQ Einstellungen vorzunehmen wenn alle anderen Signale ebenfalls zu hören ist so kann ich nur sagen, dass es sich dabei um einen Mythos handelt. Es ist tatsächlich das Gegenteil der Fall! Es ist zum Beispiel einfacher die Bässe bei einer Gitarre wegzuschneiden, wenn man gleichzeitig hört wie sich dies auf das Fundament des Bass auswirkt. Auf diese Weise habt Ihr zum Beispiel auch keine Angst die Gitarre vielleicht ein wenig stärker zu beschneiden als üblich - solange es im Mix gut klingt ist alles erlaubt!

Ich weiss dass ich da jetzt ein wenig viel darauf rumreite, aber glaubt mir es ist das Geheimnis für eine erfolgreiche Arbeit mit EQs!

Ich muss abschliessend noch sagen, dass man durchaus ab und zu mal eine Spur Solo bearbeiten muss, dies jedoch nur in ganz speziellen Situationen. Möchte man zum Beispiel einer nervenden Resonanz den Garaus machen so sollte man die störende Frequenz isoliert analysieren, deren Absenkung dann aber wieder im Kontext mit den anderen Spuren vornehmen. 

Mehr über EQing im nächsten Teil!

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