Steinberg Cubase 6
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Steinberg Cubase 6

Cubase 6, Allgemeiner Sequenzer from Steinberg in the Cubase series.

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Steinberg Cubase 6: Der Test

Steinberg Cubase 6: Der Test
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Während Avid und Cakewalk die neusten Versionen ihrer DAWs kurz vor Weihnachten der Öffentlichkeit vorstellten, entschloss sich Steinberg ihre neuste Version 6 erst an der diesjährigen Winter NAMM 2011 zu präsentieren. In dieser neuen Version hat man die Fundamente des Sequenzers nicht wesentlich angetastet und sich viel mehr auf viele neue Funktionen und Optimierungen in der Handhabung und Funktionalität von Cubase konzentriert.

Wie alle zwei Jahre so hat Steinberg seinem Sequenzer auch diesmal ein Facelift gegeben und Inhaber früherer Versionen müssen dies mit einem kostenpflichtigen Update berappen. Die Frage ist hier natürlich, ob sich ein Update (€150) lohnt oder nicht. Anwender, die noch nie zuvor mit Cubase gearbeitet haben, werden die Software wahrscheinlich mit ihrer aktuellen DAW vergleichen. Der Preis von Cubase 6 ist mit seinen €500 eher durchschnittlich. Und die Frage 'Soll ich dieses Cubase kaufen?' kann fast nicht befriedigend beantwortet werden, da schliesslich jeder eine andere Herangehensweise an Musikproduktionen hat. So können die neuen Funktionen bei gewissen Anwendern einen wahren Freudentaumel auslösen, während sie bei anderen höchstens für ein müdes Lächeln sorgen.

 

In diesem Artikel werden wir uns durch die wichtigsten neuen Funktionen von Cubase 6 durcharbeiten und überlassen es dem Leser, ob dies jetzt eine wichtige Entwicklung ist oder nicht. Diese Version hat jedoch meiner Meinung nach für jeden was zu bieten - sei es dem Gitarristen in seiner kleinen Wohnung, über den Freak der den ganzen Tag Loops schneidet bis hin zum Schlagzeuger mit unsauberem Timing.

 

Steinberg Cubase 6

Fangen wir aber mit dem Test Protokoll an: Wir haben Cubase 6 auf unserem iMac mit Snow Leopard installert, was uns erlaubte die 32-Bit und 64-Bit Versionen dieses Sequenzers zu testen. Beide Versionen liefen durchaus stabil (das System stürzte nur einmal ab), doch im 64-Bit Modus konnten gewisse Plug-Ins nicht geladen werden. Der Grund dafür war ein Problem mit der VST Bridge, mit der sich 32-Bit Plug-Ins in einer 64-Bit Umgebung betreiben lassen sollen. Eine weitere Einschränkung ist der Fakt, dass alle mit der VST Bridge betriebenen Plug-Ins untereinander maximal 4 GB teilen - auch wenn im Rechner selber eigentlich 16 GB zur Verfügung stehen würden. Wer mit der 64-Bit Version arbeiten möchte sollte wissen, dass gewisse Funktionen immer noch nicht zur Verfügung stehen: Export von MP3 und OMF Dateien, Tonic, Embracer und Monologue VSTi Plug-Ins und ReWire (wegen Propellerhead). Man sollte sich immer vergewissern, ob die Plug-Ins als 64-Bit Version erhältlich sind oder die VST Bridge unterstützen.

 

Jetzt wo uns diese Details bekannt sind, können wir damit anfangen die sechste Version von Cubase zu erforschen. In diesem Test werden wir jedoch nur die neuen Funktionen der Version 6 abdecken.

 

Ästhetik, Komfort und Wellness

Bevor wir die 7.25 GB grosse Installation heruntergeladen haben, wurde uns die PDF Dokumentation gegeben. Zwar fehlt uns eine gedruckte Version, doch wenn man die insgesamt 700 Seiten bedenkt, so gefällt uns die Suchfunktion und Rücksicht auf die Wälder eigentlich ganz gut. Uns gefällt ebenfalls, dass uns Steinberg ein Dutzend Video Tutorials zur Verfügung stellt. Diese sind wirklich sehr nützlich und helfen vor allem Anfängern auf den richtigen Weg.

 

Steinberg Cubase 6

Nach dem ersten Start fällt uns auf, dass die Bedienoberfläche von Cubase ein Facelift erhalten hat: Es scheint aufgeräumter und sieht auch ein bisschen schöner aus. Nichts revolutionäres...doch uns gefällt es. Man kann sogar die Farben der Pegelanzeigen im Mixer, sowie das Leuchten und Intensität der Regler anpassen!

 

Die MIDI Learn Funktion wurde jetzt für alle VST3 Plug-Ins direkt in das Cubase Interface integriert. Das 'Quick Controls' Fenster kann jetzt auf der linken Seite des Projektfensters gefunden werden. Dieser Bereich spielt eine wichtige Rolle und ist auch verschiedensten Gründen äusserst nützlich. Bei MIDI und Audiospuren hat man hier direkten Zugriff auf unterschiedliche Paramter (neben den 'Quick Controls'): Insert Effekte, EQs, Effect Sends, Notepad, Audio Track, Expression Map, Note Expression (da kommen wir zu einem späteren Zeitpunkt noch darauf zurück) und MIDI Inserts für MIDI Spuren. Diesen Bereich findet man mit anderen Parametern auch im Key Editor (Quantisieren, Transponieren, Länge) und Sample Editor (Marker, Audiowarp und andere Funktionen). Somit ist eine gewisse durchgehende Logik zwischen dem Projektfenster und Editfenster gewährleistet. Bevor wir uns den neuen Funktionen des Sample Editors widmen, möchten wir noch erwähnen, dass es jetzt möglich ist Dateien direkt von der MediaBay auf eine externe Festplatte zu speichern (inklusive Samples und Loops), die man dann wieder überall mit hinnehmen kann. Zusätzlich ist es möglich Notizen zu den verschiedenen Spuren in einer Textdatei zu speichern. Noch eine letzte Bemerkung: Spuren können nicht mehr einfach so mit der 'Delete' Taste gelöscht werden. Somit gehören versehentlich gelöschte Spuren der Vergangenheit an!

 

Und jetzt geht es ans Eingemachte. Laden wir zuerst einmal ein paar Audiodateien und öffnen diese mit dem Sample Editor.

 

 

Slicing Slices

Steinberg Cubase 6

Ein Doppelklick auf einen Audio Event öffnet das Sample Editor Fenster und schon sieht man auf der linken Seite die neuen Funktionen. Egal ob man nun Audiodateien 'Slicen', oder die in Cubase 5 eingeführte AudioWarp Funktion verwenden möchte, so muss man nun zuerst einmal die Hitpoints definieren. Dazu stellt einem Steinberg ein sehr praktisches und effektives Werkzeug zur Verfügung: Mit dem 'Threshold' Fader kann man mehr oder weniger 'Hitpoints' auf Transienten zuweisen - ganz nach Bedarf. Normalerweise möchte man ja einen solchen Hitpoint auf dem Attack der jeweiligen Note, damit man 'Slices' (für rhythmische Sektionen), 'Warp Tabs' (um das Timing von Stimmen oder Instrumenten anzupassen) oder MIDI Noten (zum Beispiel zum Ersetzen von Schlagzeug) erzeugen kann. Es gibt aber auch die Möglichkeit einen Groove im 'Quantize' Menü zu erzeugen (um zum Beispiel ganz einfach einen Bass mit einem Drum Groove zu synchronisieren), oder Marker, Regionen oder Events zu erzeugen. Hier ist ein Beispiel einer Gitarre die mit AudioWarp quantisiert wurde:

 

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Steinberg Cubase 6

Wer ein Schlagzeug in Slices umwandeln möchte kann Hitpoints in Slices konvertieren, welche anschliessend wieder auf dem Grid quantisiert werden können. Was ist also neu, fragt Ihr? Nun, Cubase überzeugt nun auch bei Multitrack Schlagzeugspuren. So können alle Spuren in einem Ordner zusammengefasst und auf jeder Spur Hitpoints definiert werden (normalerweise Bass Drum, Snare und Hi-Hat, aber auch schon mal Room und Overhads). Dies gibt einem die Möglichkeit den gesamten Ordner anhand vordefinierter Regeln in Slices zu zerlegen. Anschliessend kann die Priorität der Slices von der Bass Drum oder Snare abhängig gemacht werden. Ist der Ordner einmal auf diese Weise bearbeitet, werden die Slices auf alle Spuren gleich angewandt und weitere Bearbeitungsschritte (Move, Quantize) betrifft das gesamt Arrangement. Aus diesem Grund gibt es auch keine Phasenprobleme. Weiter hat man nun die Möglichkeit über Auto-Crossfades störende Klick-Geräusche zu verhindern. Alle diese Funktionen stehen in nur einem Fenster zur Verfügung und die gesamte Bearbeitung benötigt vielleicht gerade einmal 10 Sekunden. Jetzt seht Ihr vielleicht so langsam wie einfach und schnell sich mehrspurige Schlagzeugaufnahmen an das Songtempo anpassen lassen. Als Beispiel haben wir eine Schlagzeugaufnahme mit ernsthaften Timing Problemen genommen und diese innerhalb weniger Sekunden mit Cubase quantisiert. Das Resultat ist durchaus akzeptabel, auch wenn in den Overhad und Room Spuren hörbare Artefakte entstanden sind. Beim zweiten Beispiel fällt vor allem der stets geöffnete Hi-Hat auf, der jegliche Crossfades prakisch verunmöglicht! Euch ist sicherlich aufgefallen, dass das Resultat bei geschlossenem Hi-Hat wesentlich überzeugender daher kam.

 

Drums 80 pas carree
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Jetzt wo die Hitpoints schon einmal gesetzt sind könnten wir doch uns doch auch gerade mal am Drum Replacement versuchen. Aus diesem Grund haben wir eine MIDI Spur erzeugt und diese mit Groove Agent verbunden. Das Resultat ist bereits nach wenigen Minuten recht zufriedenstellend. Der grosse Vorteil von Cubase 6 ist, dass die Software dem Anwender verschiedenste Werkzeuge zur Verfügung stellt mit denen sich schnell und effizient arbeiten lässt. Dennoch kommt man natürlich nicht umhin die Resultate teilweise noch zu optimieren.

 

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Eine der wichtigsten neuen Funktionen für Benutzer von Loops und Leute die oft mit Pitchshifting arbeiten, ist die Einführung der Elastique Pro und Elastique Efficient Algorithmen von Zplane. In Version 5 wurde dem Anwender bereit Elastique Soloist V2 für die VariAudio Funktion zur Verfügung gestellt, mit dem sich Tonhöhe und Timing von Stimmenaufnahmen und anderen monophonen Instrumenten bearbeiten lassen. Der Hersteller hat hier den Nagel voll auf den Kopf getroffen und bietet dem Produzenten eine Klangqualität, die es so zuvor in Cubase noch nie gegeben hat. Um diese Funktion zu testen haben wir schnell einen Song mit den mitgelieferten Loops aus der MediaBay komponiert und das Tempo der verschiedenen Spuren aneinander angepasst. Alles in Echtzeit - keine Bounces...

 

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Steinberg Cubase 6

Wie Ihr hören könnt ist das Resultat durchaus überzeugend - sogar bei extremen Einstellungen. Die 'Efficient' Version spart CPU Leistung ohne dabei die Klangqualität wesentlich zu beeinflussen, während die andere verschiedene Modi zur Verfügung stellt, die sich auf Rhythmus, Tonhöhe oder einer kombinierten Version konzentrieren.

 

Eine weitere nützlich Funktion ist die automatische Tempoerkennung einer Audiodatei. Diese Funktion ist vor allem für Aufnahmen sehr nützlich, die ohne Metronom aufgenommen wurden: Nach nur wenigen Sekunden hat Cubase eine Tempospur erzeugt, die sich genau nach dem Original richtet. Die erleichtert die Editierarbeit und gibt dem Produzenten die Möglichkeit virtuelle Instrumente einfacher mit dem Groove des Songs zu verbinden. Schöne Funktion für Musiker mit Timing Problemen.

 

Guter Take

Steinberg Cubase 6

Nicht jeder Musiker ist ein grossartiger Performer und so mancher benötigt mehrere Takes um das beste Resultat einzufangen. In diesem Fall gibt es wahrscheinlich mehrere Audiodateien in einer Spur, die dann wieder zu einer guten Performance zusammengefasst werden müssen. Dieser Prozess heisst auch 'Comping' und ist eigentlich für Cubase nichts neues. Dennoch hat sich Steinberg hier einiges einfallen lassen und diesen Arbeitsschritt zu einer wahren Freude gemacht. Wie das? Lest einfach weiter...

 

Bei Aufnahmen hat man die Möglichkeit der Loop Funktion welche verschiedene Takes automatisch übereinander stapelt. Alle Takes sind über die 'Lane' Funktion der Spur zugänglich. Die Takes können jetzt in verschiedene 'Parts' zerlegt werden (ein Schnitt gilt für alle 'Lanes'). Anschliessend ist es möglich die gewünschten Parts gezielt auszuwählen. Man muss also die Events nicht weiter bewegen, was eine Menge Zeit spart und einen zudem auch vor Fehlern schützt. Für jede Lane steht zudem ein 'Solo' Schalter zur Verfügung, was eine schnelle Auswahl der guten Takes ermöglicht.

 

Eine weitere kleine Verbesserung findet sich darin, dass alle Spuren innerhalb einer Gruppe miteinander editiert werden können. Dies ist zum Beispiel für Mehrspuraufnahmen (ein Instrument, mehrere Mikrofone) sehr nützlich. Diese neuen Funktionen sind zwar nicht besonders spektakulär, bieten dem Anwender aber echte Verbesserungen was den Bedienungskomfort angeht und können zu einer echten Zeitersparnis werden.

 

Doch die neuen Funktionen beschränken sich hier nicht auf Audio - bei MIDI wurde ebenfalls ordentlich nachgebessert...

 

Expressionismus

Steinberg Cubase 6

Fangen wir mit der interessantesten der neuen MIDI Funktionen an: Note Expression. Was steckt wohl hinter diesem Namen? Eine sehr einfache, aber sehr mächtige Funktion. Bislang konnten polyphone MIDI Instrumente mit verschiedenen Parametern wie Modulation, Pitch oder Volume angesprochen werden. Diese Parameter wurden jedoch immer auf alle Noten eines Akkordes angewendet. Nun ist es möglich diese Parameter für nur eine Note des Akkordes zu verändern - dies gibt dem Produzenten eine Menge neuer Möglichkeiten: Spielt man mit dem Keyboard drei Violinen gleichzeitig, kann man Modulation auf nur eine dieser Noten anwenden. Dies ist zum Beispiel nützlich, wenn man seine Klangerzeuger authentischer klingen lassen möchte, oder als Sounddesigner neue Möglichkeiten sucht.

 

Die 'Scaling' Werkezeuge sind eine weitere neue MIDI Funktion. Damit ist es möglich eine komplette Gruppe MIDI Noten mit nur einem Klick zu editieren: Änderung der Werte eines einzigen Parameters, oder zum Beispiel Erzeugen eines Fade In/Out.

 

Jetzt ist es aber an der Zeit das MIDI Keyboard zur Seite zu legen und nach der E-Gitarre zu greifen - Rock'n'Roll!

 

Im Rack

 

Steinberg Cubase 6

Wie Logic mit seinem Amp Designer, Samplitude mit seinem Vandal, Pro Tools mit seinem Eleven Free, Songar mit seinem Guitar Rig 4 LE und Digital Performer mit seinem Custom '59, so besitzt nun auch Cubase VST Amp Rack eine eigene Gitarrenverstärker Emulation. Dieses Plug-In verfügt über sieben Modelle und bietet dem Anwender Emulationen bekannter Gitarrenverstärker von Marshall, Fender, Vox usw.

 

Steinberg Cubase 6

Jedes Modell wurde mit einem eigenen Cabinet ausgestattet. Zudem ist es möglich verschiedenste Effektpedale vor oder nach dem Vorverstärker zu platzieren: Delay, Chorus, Overdrive, Fuzz, Octaver, Tremolo, Flanger, Reverb, Phaser, EQ...eigentlich wurde an alles gedacht ausser Whammy, Distortion, Harmonizer und einen Ring-Modulator. Steinberg hat für diese Funktion eine einfache und zugleich effiziente Bedienoberfläche geschaffen: Dem Anwender werden sechs Tabs für Vorverstärkereffekte (bis zu sechs Pedale), Verstärker, Lautsprecher, 'Post-Amp' Effekte (ebenfalls sechs Stück), Mikrofonpositionierung und die Mastersektion (mit 3-Band EQ, Stimmgerät und Master Volume) zur Verfügung gestellt. Die Effekte können übrigens in einer beliebigen Reihenfolge kombiniert werden.

 

Steinberg Cubase 6

Wenn man bedenkt, dass das Plug-In fixer Teil des Sequenzer ist, so ist der Klang durchaus brauchbar und überzeugend. Es ist leicht verständlich und einfach aufgebaut, der Crunch Sound ist nicht zu komprimiert und die Distortions sind ganz brauchbar. Mit dieser Software kann man ohne grosse Umwege anfangen zu arbeiten. Dennoch fehlt uns ein Bassverstärker, und auch die auf ein SM57 und ein U87 beschränkte Auswahl war für uns ein wenig enttäuschend. Auch wenn einem sieben verschiedene Mikrofonpositionen zur Verfügung stehen, so muss man doch für beide immer dieselbe wählen. Das kann natürlich bei weitem nicht Guitar Rig 4 das Wasser reichen...dennoch sollte man aber nie vergessen, dass das Plug-In eben kostenlos ist. Das Stimmgerät konnte uns auch nicht wirklich überzeugen. Trotz allem füllt das Amp Rack jedoch eine grosse Lücke in Cubase.

 

 

Les Paul Sature
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  • Les Paul Sature 200:12
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  • Esquire Clair 200:31
  • Esquire Crunch 100:21
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HALion

Steinberg Cubase 6

Eine weitere wichtige neue Funktion von Cubase 6 findet sich in Form einer abgespeckten Version des beliebten HALion Sonic. Eine sehr gute Idee! Wem diese Light Version gefällt kann zudem die Vollversion zu einem Vorzugspreis erwerben. Doch wo liegen denn die wichtigsten Unterschiede zwischen der Light- und der Vollversion? Zum einen können in der SE Version keine Änderungen vorgenommen werden, auch wenn der Hersteller dem Anwender ein paar Grundlegende Parameter zur Verfügung stellt. Bedenkt man die Editiermöglichkeiten der Vollversion, so liegt ein Upgrade zumindest für alle Sound-Fanatiker nahe. Es ist auch kein Standalone Modus verfügbar, noch hat man Zugriff auf den REVerence Hall (auch wenn er Teil von Cubase 6 ist). Uns ist auch aufgefallen, dass der Flex-P Arpeggiator/Arranger verschwunden ist (welcher uns in HALion Sonic richtig gut gefallen hatte) und natürlich finden sich in der Soundbank weniger Presets und Sounds. Dennoch ist es wirklich nützlich eine derartige Workstation direkt mit Cubase 6 zu erhalten, auch wenn es sich dabei um eine abgespeckte Version handelt. HALion Sonic SE ersetzt HALion ONE, doch alle bisherigen Sounds sind auch in der neuen Version zu finden. Bei dieser Software handelt es sich um ein echtes Schweizer Taschenmesser, das einem schon sehr schnell unersetzliche Dienste leisten kann. Zuletzt sollte noch erwähnt werden, dass der Anwender mit Cubase 6 auch eine 60-Tage 'Trial' Version von HALion Symphonic Orchestra erhält.

 

Steinberg Cubase 6

Was Loopmash betrifft, so wurde steht die Anwendung jetzt mit einem Facelift in der Version 2 zur Verfügung. Uns fielen 20 neue Effekte auf, die speziell für Slicing Anwendungen entwickelt wurden, sowie doppelt so viele 'Scenes' (24 an der Zahl) auf. Diese Scenes können frei 'gesliced' und arrangiert werden. Eine Undo/Redo Funktion erlaubt das Experiment ohne Risiko. Man kann sogar Slices zwischen Spuren bewegen und in Groove Agent One importieren. Cool! Diese Verbesserungen werden vor allem für Fans von Electro und Dance Music interessant sein.

 

 

 

 

 

 

 

Fazit

Zwei Jahre nachdem Cubase 5 vorgestellt wurde präsentiert sich Cubase in einem neuen Gewand und bietet dem Anwender sinnvolle Erweiterungen wie VST Amp Rack und HALion Sonic SE. Verbesserungen im Design wie die neuen Scaling Werkzeuge, aber auch das einfachere Editieren mehrerer Spuren sind deutlich spürbar und eine sehr willkommene Ergänzung. Fügt man da noch den neuen Timestretching Algorithmus von Zplane, die verbesserte Transienten-Erkennung und VST Expression 2 hinzu, so erhält man ein sehr wertvolles Update für Gitarristen, Loop Freaks, MIDI Fans und Sounddesigner.

 

Wir bedauern andererseits, dass die Instrumente nicht wirklich verbessert wurden und auch die fehlende Möglichkeit eingefrorene Spuren zu bearbeiten fehlt uns. Es ist auch schade, dass gewisse Funktionen in der 64 Bit Version fehlen und dass die VST Bridge nicht immer zuverlässig läuft. Trotz diesen Mängeln ist Cubase 6 jedoch eine sehr gute, runde Sache!

 

 

  • Elastique Pro Algorithmus von Zplane
  • Scaling Werkzeuge
  • Ergonomische Verbesserungen
  • Vereinfachtes Multitrack Editing (Ordner)
  • Bessere Erkennung der Transienten
  • Lanes
  • Note Expression
  • Nuance Management
  • VST Amp Rack
  • HALion Sonic SE
  • 64 Bit Version für Mac
  • Wertvolles Video Tutorial
  • Tempo Erkennung

 

  • Immer noch kein Multi In/Out für Instrumenten Spuren
  • Immer noch keine Bearbeitung eingefrorener Spuren möglich
  • Dokumentation nur in PDF verfügbar
  • Gewisse Plug-Ins fehlen in der 64 Bit Version
  • HALion Sonic SE Upgrade zu teuer
  • Nur mit Windows 7 und Snow Leopard kompatibel