ADAM S3X-H
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ADAM S3X-H

S3X-H, Aktiver Monitor from ADAM in the S series.

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ADAM S3X-H: Der Test

ADAM X-Rated
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Beim ADAM S3X-H handelt es sich um den Nachfolger des Topmodells von Adam Audio. Diese überarbeitete Version nimmt in Anspruch, die Krönung der Produktserie zu sein, welche an der Musikmesse 2009 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt hatte. Doch handelt es sich hier wirklich um eine Innovation, oder lediglich um ein kleines Update?

Adam Audio geniesst schon seit einem Jahrzehnt ein grosses Ansehen in der Audio Branche - dies vor allem dank seiner aktiven Lautsprecher, bei denen die ART Technologie für Hoch- und Mitteltöner zur Anwendung kommt. ART steht dabei für 'Acclerated Ribbon Technology' und ist eine patentierte Technologie, die von Adam Audio konzipiert und entwickelt wurde. Wer gerne mehr dazu lesen möchte, sollte dazu die genauere Beschreibung auf der Website von Adam Audio lesen: http://www.adam-audio.com/de/technology/art-technology

 

Die klanglichen Vorteile dieser Bauart werden durch die stetig wachsende Anzahl Anwender immer mehr bestätigt. Die neue X (eXtended) Serie baut auf diesem Prinzip auf, hat aber ein paar gewichtige Verbesserungen vorzuweisen.

 

ADAM S3X-HZuerst einmal basiert der Hochtöner des X-ART immer noch auf einer Lautsprechermembran die aus einer lamellenförmig gefalteten Folie konstruiert wurde. Neu ist jedoch, dass die überarbeitete Version einen erweiterten Frequenzgang besitzt. Im Vergleich zur Vorgänger verfügt der Hochtöner über einen höheren Frequenzgang (bis zu 50kHz bei -3dB) sowie einen höheren Durchschnittspegel (+4dB / +3dB SPL).

 

Neue Technologie verdient natürlich auch eine neue Verstärkung. Adam Audio hat diesbezüglich einen neuen Class AB Verstärker mit sehr geringer Verzerrung entwickelt, der speziell auf die X-ART Hochtöner angepasst wurde und somit einen optimalen Frequenzgang garantieren soll.

 

Gegenüber dem S3A ist ein sehr robuster 4“ HexaCone Mitteltöner als zusätzlicher Zweig in die Konstruktion aufgenommen worden, der über zwei Lagen aus Kevlar verfügt und eine noch detailreichere Darstellung der musikalischen Mitten bewirken soll. Darüber hinaus arbeiten nun beide Tieftöner im selben Frequenzbereich, so dass die S3X-H Monitore symmetrisch abstrahlen und damit genauso wie die vertikalen Versionen problemlos zu einer 5.1 Kombination zusammengestellt werden können. Die zwei weiterentwickelten 7“ Tieftöner können laut Hersteller aufgrund ihrer vergrößerten (2“) und verlängerten Schwingspulen nun deutlich höhere Leistungen umsetzen. So gesehen hat der Hersteller im Vergleich zum Vorgängermodell aus einem 2-Weg Lautsprecher einen 3-Weg Lautsprecher gemacht...dies ist für 'kompakte' Studiomonitore durchaus eine Seltenheit.

Bei so vielen Verbesserungen gegenüber der vorherigen A Series verspricht diese neue Monitor Serie also eine äusserst interessante klangliche Performance...

 

Das goldene Band

ADAM S3X-HAuch wenn der Monitor als Near-Field, oder Mid-Field Monitor beschrieben wird, so werden Fans des S3A dennoch feststellen, dass dieses Modell im Vergleich etwas grössere Dimensionen besitzt: 280 mm (11") x 530 mm (21") x 320 mm (12.5"). Zieht man den zusätzlichen Mitteltöner, das neue Verstärkersystem und die robuste Konstruktion in Betracht, so waren wir von dem verhältnismässig geringen Gewicht durchaus überrascht (der Monitor wiegt lediglich 43.2 lb und ist somit nur 6.6 lb schwerer als der S3A).

 

Die Verarbeitung und das Design insgesamt haben sich ebenfalls geändert. Die abgerundeten Ecken und die matte schwarze Oberfläche verleihen diesem Lautsprecher ein sehr modernes Aussehen. Natürlich ist das alles immer auch Geschmackssache - mir gefällt es zumindest!

 

Wie bereits erwähnt können die neuen 7“ Tieftöner aufgrund ihrer vergrößerten und verlängerten Schwingspulen deutlich höhere Leistungen erzeugen und stellen gegenüber der Vorgänger Serie eine klare Verbesserung dar. Außerdem verfügen sie über stärkere Magneten und weisen längere lineare Auslenkungen für höhere Maximalschallpegel auf. Sie wurden somit perfekt auf die X-ART Hochtöner und Mitteltöner angepasst.

 

ADAM S3X-HBeide Tieftöner, wie auch die Mitteltöner werden durch drei Class D PWM (Pulse Width Modulation) Verstärker betrieben, die jeweils eine Leistung von 250 Watt erzeugen können (300 W Peak). Der Hochtöner wird durch einen RMS Class AB Verstärker mit einer Leistung von 50 Watt betrieben (100 Watt Peak). Der Frequenzgang reicht dabei von 32 Hz bis 50 kHz bei +/-3 dB und der SPL Wert kommt bei 116 dB zu liegen (126 dB Peak). Bei so viel Leistung muss man mit dem Volumen künftig noch mehr aufpassen!

 

Der Hersteller hat die Vorderseite zudem mit einem ausführlichen Bedien-Panel bestückt. Hier kann zum einen die Eingangsempfindlichkeit mittels zweier Regler beeinflusst werden: Während der eine für grobe Einstellungen im Bereich von -20dB to +8dB zu ständig ist, regelt ein anderer in 0.5dB Schritten die Feineinstellungen (von -1.5dB bis 2dB). Bei den Reglern für den Bassbereich findet man einen Equalizer bei 80 Hz sowie einen Shelve- Filter unterhalb 150 Hz. Der Hochtonbereich verfügt dagegen über zwei verschiedene Einstellmöglichkeiten: Einen Regler für den Pegel (-2 bis +2 dB) und einen Shelvefilter, der oberhalb von 6 kHz einsetzt. Die Shelve-Filter an den beiden Enden der jeweiligen Frequenzbänder heben progressiv an bzw. senken progressiv ab, bis jeweils ±4 dB erreicht sind. Somit kann der Frequenzgang des S3X-H gezielt der jeweiligen Raumakustik und den persönlichen Vorzügen angepasst werden.

 

Auf der Rückseite findet sich der übliche Stromanschluss, ein On/Off Schalter, ein Balanced XLR Eingang, sowie eine neue Erweiterungsoption: Ein Abdeckplatte verdeckt einen Schacht in den eine optionale digitale Karte eingebaut werden kann. Hierbei handelt es sich um einen 24 bit/192 kHz D/A Konverter mit AES/EBU (XLR) und SPDIF (RCA) Eingängen, einen R/L/Mono Schalter, sowie Verbindungen für eine Wordclock Synchronisation. Auf der Vorderseite gibt zudem eine blaue LED darüber Auskunft, dass diese Option eingebaut und aktiviert wurde.

 

Nach dieser kurzen Übersicht sollten wir aber die Lautsprecher mal einstellen und uns ein Ohr voll davon genehmigen...

 

Adam durch drei geteilt

ADAM S3X-HDer Lautsprecher kann wie gesagt ganz einfach über den Schalter auf der Rückseite eingeschaltet werden. Ein kleines gelbes Licht zeigt an, dass der Monitor eingeschaltet, aber noch nicht aktiv ist. Drückt man den Standby Schalter auf der Vorderseite wird der Monitor aktiviert und das Licht fängt an grün zu leuchten. Und folgt schon die erste Überraschung...!

 

Man merkt augenblicklich zu welchen hohen Ausgangspegeln der Monitor im Stande ist. Trotz der im Vergleich zum Vorgänger nur leicht grösseren Dimensionen, erzeugt der S3X-H bei gleichem eingehenden Pegel wesentlich mehr Ausgangsleistung (und ohne dass wir schon etwas am EQ auf der Rückseite gedreht hätten). Der Schalldruck dieser Lautsprecher hat mich echt umgehauen - der Unterschied zum S3A ist wirklich sehr offensichtlich. Auch wenn ich aufgrund der technischen Spezifikationen bereits einen Unterschied erwartet hatte, so war ich von diesem Resultat doch mehr als nur überrascht!

 

Zweite Überraschung: Das Verhalten der Höhen. Die neuen Höchtöner tönen wirklich präziser. Was für ein Unterschied im Vergleich zum Vorgängermodell! Ich muss zugeben, dass auch dieser sehr frappante Unterschied für mich sehr überraschend kam. Ich war beim Frequenzgang niemals von einem derartig hörbaren Unterschied ausgegangen (immer ohne Betätigen der EQs...).

Ich persönlich musste in meiner Abhörumgebung die Höhen nach einer Weile etwas zurück drehen. Auch wenn sie wirklich sehr präsent sind und schön ansprechen, so wirkten sie auf die Dauer etwas ermüdend. Ich habe aus diesem Grund den High Shelving Filter auf -2dB und den Gain Regler des Hochtöners auf -1dB gestellt...und schon war das Signal für mich wieder wunderbar ausgewogen.

 

ADAM S3X-HDiese leichten Eingriffe in den Frequenzgang hängen eher von den persönlichen Vorlieben ab. Abhängig vom Musikstil und der Energie und Dynamik des eingehenden Signals wird da jeder während einer Mixdown Session seine eigenen Vorstellungen haben. Wichtig ist jedoch, dass dieses Modell es dem Anwender ermöglicht, diese Eingriffe schnell und effizient vorzunehmen.

 

Das Stereobild des S3 ist mit dem Vorgängermodell schlichtweg nicht zu vergleichen. Alles wird im Stereo Panorama äusserst präzis und klar definiert abgebildet. Der 'Sweet Spot' ist äusserst breit und man kann sich so ziemlich in jedem Raum eines sehr guten Stereobilds sicher sein (...mit gewissen Grenzen natürlich...).

 

Nun, die Höhen und Mitten konnten ihre Stärken sofort vorweisen - doch auch die Bassfrequenzen sind nicht von schlechten Eltern! Im Gegenteil: Die Bässe sind erstaunlich präzis und verleihen dem Stereobild eine zusätzliche Dimension. Für dieses sehr eindrückliche Klangerlebnis sind wie gesagt die zwei Tieftöner verantwortlich, deren Crossover Frequenz bei 300Hz und 2.8kHz (für die Mitten) zu liegen kommt. Hört man sich auf diesen Lautsprechern ein paar Pop/Rock Songs an, so können die Kickdrum und der Bass all ihren Druck und ihre Tiefe entwickeln und dabei immer noch sehr detailreich tönen. Bei 'pulsierenderen' Musikrichtungen wie Hip-Hop, Metal und elektronischer Musik zeigen die Lautsprecher ebenfalls keine Schwächen! Die Bässe drücken ganz anständig...aber nie zu viel. Sie bleiben immer schön präzis und sind im Stereobild immer sehr leicht einzuordnen. Ich habe mich verliebt!

 

Lange Sessions sind mit dem S3X kein Problem, da die Lautsprecher bei unterschiedlichen Lautstärken immer die gleiche Energie und dasselbe Frequenzbild erzeugen. Dies ist ein wirklich grosser Vorteil, da man lange Sessions eher bei geringen Pegeln und kürzere Passagen mit ordentlich 'Wumms' fahren kann, ohne das man sich dadurch 'im Mix verlieren' würde.

 

Fazit

Einmal mehr hebt sich Adam Audio von anderen Herstellern aktiver Monitore ab und bietet einen kompakten 3-Weg Lautsprecher mit ausserordentlicher Präzision, der immer noch auf der eigenen ART Ribbon Technologie basiert. Für Fans der Vorgänger Serie - speziell des S3A - könnte diese Evolution eine echte Überraschung sein: die beiden Modelle unterscheiden sich so ziemlich in allen Aspekten wirklich stark.

 

Seine Präzision, sein klares Frequenzbild, sein Stereobild, seine Ausgangsleistung und sein verbessertes Design machen aus dem S3X einen extrem zuverlässigen, professionellen aktiven Monitor, der sich in jedem professionelle Studio ganz leicht einen Stammplatz verdient könnte.

 

  • Ausgangsleistung!

  • Stereobild

  • Präzise Bässe

  • Die klangliche Abbildung insgesmt

  • Bedien-Panel

 

  • Ohne EQ Einstellungen etwas zu hell im Klang

  • Die digitalen Eingänge müssen als Option nachgerüstet werden