M-Audio Axiom Pro 49
+
M-Audio Axiom Pro 49

Axiom Pro 49, 49-Key MIDI Keyboard from M-Audio belonging to the Axiom Pro model.

  • Textgrösse erhöhen oder verringern
  • Drucken

M-Audio Axiom Pro 49: Der Test

Axiom Pro: Alles im Griff
  • Like
  • Tweet
  • +1
  • Pin it
  • Mail

Früher war es mal schwarz - jetzt ist es weiss: Das Controller Keyboard von M-Audio ist wieder da...mit einem neuen Aussehen und nun mit Steroiden behandelt...

M-Audio Axiom Pro 49Beim Auspacken des Axiom Pro fällt einem als Erstes auf, dass das Design gegenüber dem normalen Axiom massiv überarbeitet wurde. Das matte schwarz-graue Gehäuse ist einem in Hochglanz gehaltenem weissen Gehäuse gewichen. Dies ermöglicht es, die schwarzen Bedienelemente mit roten und schwarzen Beschriftungen noch weiter hervorzuheben. Die neue Farbkombination erinnert ein wenig an einen iPod Classic und ein wenig an die 80er Jahre (auch wenn Teile der Bedienoberfläche mit Chrom versehen wurden). Für gewisse Anwender mag diese Änderung ein bisschen zu schrill sein, doch der höhere Kontrast vereinfacht mit Sicherheit den Einsatz in dunklen Umgebungen, wie Bühnen, oder schlecht beleuchtete Proberäume. M-Audio hat dieses Update zudem als Anlass genommen, 19 Tasten und die LCD Anzeige mit blauen LEDs zu versehen.

Rot auf Weiss

M-Audio Axiom Pro 49Das Layout dieses Controller Keyboards wird Leuten vertraut sein, die bereits mit dem ersten Modell gearbeitet haben. Abgesehen vom Aussehen und den LEDs besitzt das Axiom Pro genau dieselben Bedienelemente an genau denselben Stellen wie das ältere Axiom Keyboard.

M-Audio Axiom Pro 49Betrachten wir das Gerät von rechts nach links, dann findet man 8 anschlagdynamische Pads, 6 Transport Regler für den Sequenzer, 8 Drehregler (nicht gerastert wie beim alten Axiom), 9 Slider, 9 Tasten, 8 Global Control Tasten unter der grossen, hintergrundbeleuchteten LCD Anzeige, ein sehr praktischer, numerischer Tastenblock mit 12 Tasten (es stehen einem auch Buchstaben zur Verfügung...vielleicht kann man damit auch SMS verschicken...), 2 Tasten zum Transponieren und die üblichen Pitch-Bend und Modulation Räder.

M-Audio Axiom Pro 49Keine grossen Änderungen auf der Vorderseite...und auch nicht auf der Rückseite: Ein/Aus Schalter, Verbindung für externes Netzteil, USB Port (Strom kann auch über USB gespiesen werden), MIDI IN/OUT und zwei 1/4" Eingänge für optionale Expression Pedals. Im Westen also nichts neues. Die wahre Neuerung kann im wichtigsten Bestandteil dieses Keyboard Controllers gefunden werden: Dem Keyboard selber.

M-Audio Axiom Pro 49Dank der neuen proprietären TruTouch Technologie verfügt das Axiom Pro über ein weitaus realistischeres Spielgefühl als das Axiom. Zwar sind die Tasten auch beim Axiom Pro halbgewichtet und verfügen über Aftertouch, doch sie fühlen sich unter den Fingern schwerer und nicht so billig wie die des Vorgängers an. Was MIDI betrifft, so verrichtet das Keyboard im Zusammenspiel mit einem Sequenzer anstandslos seine Arbeit: Die Werte für Velocity und Aftertouch passen zu den Werten, die man auf dem Keyboard eingestellt hat. Die Pads sind dagegen weniger überzeugend. Das Ansprechverhalten ist über die gesamte Oberfläche gesehen nicht gleichmässig. Trifft man das Pad etwas seitlich, dann ist auch die aufgenommene Anschlagsstärke wesentlich geringer als wenn man es in der Mitte trifft. Möchte man hässliche Überraschungen vermeiden, so muss man sich also stets bemühen, das Pad in der Mitte zu treffen...

Noch ein letzter Kommentar zu den mechanischen Teilen: Die Slider auf unserem Testmodell waren ein wenig steifer, als diejenigen des alten Axioms. Die ist nicht wirklich besser, oder schlechter...nur anders. Die Frage bleibt offen, ob dem nach vielen Einsätzen auch noch so ist...

HyperControl

Eine der neuen Hauptfunktionen des Axiom Pro ist die HyperControl Technologie. Damit erhält man eine Art 'Super Mapping', mit dem sich das Keyboard augenblicklich mit den meisten auf dem Markt erhältlichen Sequenzern benutzen lässt. Darunter befinden sich Namen wie Pro Tools (natürlich), Cubase, Ableton Live, Logic, Reason und verschiedene virtuelle Instrumente (die meisten von Digidesign). Was im Augenblick noch fehlt sind Presets für Sonar, Digital Performer, oder Samplitude. Es ist keine Überraschung, dass weder Reaper, noch Studio One die HyperControl Technologie benutzen. Das bedeutet natürlich nicht, dass man das Axiom Pro nicht mit diesen Programmen verwenden kann. Man muss jedoch wie bis anhin seine eigenen Mappings machen, und das ist wirklich schade.

M-Audio Axiom Pro 49Die Vorzüge der HyperControl Technologie kann zum Beispiel anhand von Ableton Live 8 aufgezeigt werden: Es ist möglich, damit die meisten Sequenzer Funktionen zu bedienen, ohne dabei auch nur einmal die Maus verwenden zu müssen (ausser um Loops, oder Plug-Ins zu verschieben). Alles andere kann direkt über das Axiom Keyboard angesteuert werden, und die LCD Anzeige gibt dabei stets Auskunft über die editierten Werte.
Auch wenn der Controller der Sequenz stets zuverlässig folgt, so ist mir doch aufgefallen, dass die Werte auf der Anzeige teilweise etwas ungenau, oder gar falsch waren. Doch auch wenn auf der Anzeige falsche Werte stehen sollten, so ist die aufgenommene Sequenz stets fehlerlos und wie ursprünglich erwartet gewesen. Die wahre Genialität der HyperControl Funktion zeigt sich jedoch nicht wirklich bei Sequenzern, sondern eigentlich erst bei Effekten und virtuellen Instrumenten: Indem man vom Mixer Modus auf den Device Modus schaltet, wird aus dem Axiom ein Dedicated Controller. Man kann in der Tat mit den Informationen auf dem Axiom Pro den LFO eines Synthesizers editieren, oder die Hüllkurve eines Filters einstellen. Dies ist eine wirklich nette Funktion...die aber auch wieder ihre Grenzen hat. Im Gegensatz zur Automap Software von Novation kann HyperControl nicht einfach auf die Schnelle die Parameter eines beliebigen VST Plug-Ins (Effekt oder Instrument) lernen. Es ist also unmöglich den Device Modus mit der neusten Freeware, oder einem virtuellen Monster wie BFD, Kontakt, oder dergleichen zu geniessen. Dazu muss man wie gehabt den MIDI Learn Modus verwenden, der bei den meisten Anwendungen zur Verfügung steht.

M-Audio Axiom Pro 49Abschliessend gibt es noch eine weitere interessante Funktion auf dem Axiom Pro: Die meisten Bedienelemente (Pads, Slider, Encoder, numerischer Tastenblock) können über ASCII-Code an den Sequenzer geschickt werden...so als ob es sich um eine Computertastatur handeln würde. Somit muss nicht jeder Befehl der DAW einer MIDI Controller Message zugewiesen werden, damit sie mit dem Axiom angesteuert werden kann. Weist man ein paar Axiom Tasten gewisse Shortcuts zu, so könnte man durchaus auch auf eine herkömmliche Tastatur verzichten.

Fazit

Das Axiom Controller Keyboard war bereits ein sehr guter Vertreter seiner Art und es ist keine Überraschung, dass sein Nachfolger mit der verbesserten Tastatur, HyperControl Technologie, LEDs und ASCII Unterstützung hier noch weiter zulegt. Die Lernkurve ist nicht sehr hoch und mit den bereits bestehenden Mappings sollte man eigentlich sofort loslegen können. Zieht man in Betracht, dass die Bedienelemente des Axiom Pro gegenüber dem Vorgänger unverändert geblieben sind, und dass es kein Modell mit 88 gewichteten Tasten gibt, so sollte man hier mehr von einem Mark II, als von einem Pro Modell sprechen. Das Axiom Pro ist eine exzellente Wahl für Leute, die auf der Suche nach einem hochwertigen, vielseitigen Keyboard sind. Besitzt man jedoch bereits das Vorgängermodell, so ist ein Wechsel nicht unbedingt zwingend.

Der um 30%-40% höhere Preis ist gegenüber der älteren Version durchaus gerechtfertigt. Besitzer eines Axioms, die ein Upgrade in Betracht ziehen, werden davon jedoch eher abgeschreckt. Es ist ebenfalls schade, dass M-Audio nicht die Möglichkeit genutzt hat, das Controller Keyboard um ein paar neue Funktionen zu erweitern. So wären mehr Pads, oder ein XY Pad durchaus willkommene Ergänzungen gewesen. Unterm Strich haben wir bei diesem Modell jedoch nicht wirklich etwas zu beklagen, ausser dass es sich mehr wie ein Axiom II, als ein Axiom Pro anfühlt...

  • Aussehen
  • LEDs für dunkle Umgebungen
  • Die Tastatur fühlt sich sehr angenehm an
  • Sehr praktische HyperControl Technologie
  • Befehle können über ASCII-Code geschickt werden
  • Immer noch keine Version mit 88 Tasten
  • Wir hätten uns mehr Funktionen gewünscht
  • Für viele Sequenzer gibt es noch keine HyperControl Presets