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Authentische MIDI Bass Sounds erzeugen

Auf die 'Bass'-ics losgehen

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Für Musiker die selber nicht Bass spielen kann es durchaus schwierig sein mit MIDI ein glaubwürdiges Resultat zu erzeugen. Genau damit soll Euch folgender Artikel helfen.

Der Klang

Für einen guten MIDI Bass muss man einen guten Sample am Start haben der über Dynamikstufen verfügt und zu Eurem Song passt. 

Ein Bass wird normalerweise mit Fingern gespielt - hören wir uns dazu mal ein Beispiel an (Scarbee MM-Bass für Native Instruments Kontakt).

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Mit einem Plektrum gespielt wird der Klang heller und etwas dünner - auch hier ein Beispiel (Pick Round-Wound P-Bass aus IK Multimedia's SampleTank 3). 

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Der Slap Bass eignet sich mehr für Funk und R&B - hier ein Beispiel (P-Bass Rich Slap von SampleTank 3). 

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Fretless Bass sind Bässe ohne Bundstäbe und zeichnen sich durch einen runden Sound mit Glissandos aus. Er funktioniert gut mit Jazz oder Pop Balladen, aber eher weniger mit Heavy Rock. Nachfolgend ein weiteres Beispiel (Fretless J Bass Solo aus SampleTank 3).

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Die meisten Bass Samples wurden bereit mit Kompressoren und EQs behandelt, was jedoch keinesfalls bedeutet, dass man sie nicht weiter bearbeiten sollte. So lohnt es sich zum Beispiel immer wieder mal auch einen Bass leicht anzuzerren. 

 
 

Die ersten drei Noten überlagern sich und erzeugen so einen Legato Effekt, während die anderen drei eher einen Staccato Sound erzeugen

Gewisse Bass Instrumente bieten zusätzlich Samples wie Slides, Mutes, Slaps und Pops die über tief zugewiesene Tasten angesteuert werden können. Andere Instrumente aktivieren diese abhängig von einer gewissen Dynamikstufe - also je nachdem wie hart Ihr auf die Taste schlagt. 

Sogar ohne diese 'Key' oder 'Velocity' Switches habt Ihr aber eine gewisse Kontrolle über die Artikulation indem Ihr die Länge und die Dynamik der Noten variiert. Überlagernde Noten erzeugen einen Legato Effekt wogegen andere eher einen Staccato Sound erzeugen. Hier ist ein Beispiel mit drei überlagernden Noten gefolgt von drei getrennten. 

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Viele Bass Samples wurden über DI aufgenommen. Solltet Ihr einen 'Live' Sound bevorzugen so schickt das Instrument doch durch ein Bass Amp Modeling Plug-In womit Ihr den Klang vielseitig verändern könnt. 

Achte auf den Notenumfang

Sollte Euer MIDI Bass authentisch klingen so müsst Ihr so weit wie möglich im Notenumfang eines echten E-Basses bleiben. Bei einem 4-Saiten Bass bedeutet dies das die tiefste Note ein E1 und die höchste Note ein D3 sein wird. 

Ein 5-Saiten Bass geht etwas tiefer bis ins B0 runter - was übrigens auch die tiefste Note eines 6-Saiten Basses ist. Bedenkt jedoch dass viele Bass Samples dort unten etwas komisch klingen werden, da sie dort nach unten transponiert werden und somit tiefer erklingen als ursprünglich gedacht. 

Immer schön verzahnen

Grundsätzlich soll der Bass Noten spielen welche das harmonisch Grundgerüst unterstützen und sich rhythmisch dabei an das Muster der Bass Drum orientieren. Hört Ihr Euch einen echten Bassisten und Schlagzeuger an, so hört Ihr schnell wie die beiden Instrumente mit einander verzahnt sind. 

In diesem Beispiel spielt der Bass eine einfache Linie die sich am Muster des Kicks orientiert. 

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Der Bass muss nicht mit jedem Beat des Kicks zusammen spielen, muss aber darauf achten, dass er bei Abweichungen diese klar definiert, da es sonst schnell nach einem Fehler klingen kann. 

Ein weiteres Beispiel soll dies aufzeigen. Der erste Teil ist mit der Kick verzahnt. Nach einer Pause kommt eine Wiederholung doch diesmal antizipiert der Bass eine der 16tel Noten währen der Kick immer noch auf dem Beat liegt. Ihr hört sofort, dass dies nach einem Fehler klingt. 

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Seid Ihr also unsicher so macht es sicherlich sinn, wenn der Bass auf der Kick Drum zu liegen kommt. Verzierungen und Erweiterungen können anschliessend immer noch vorgenommen werden. 

Folgender Bass ist ein gutes Beispiel wo der Bass auf der Kick Drum sitzt, zusätzlich aber auch ein paar Fills und Verzierungen spielt. 

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Muster und Übergänge

Aus den unzähligen Möglichkeiten eine gute Basslinie zu komponieren möchte ich Euch ein paar der wichtigeren vorstellen. 

Von einem Akkord zum nächsten wechseln. Bassisten 'laufen' häufig in den nächsten Akkord. Im folgenden Beispiel wechselt der Bass von C auf F via Übergangsnoten. 

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I auf V (eins auf fünf): Dies ist ein häufig verwendetes Muster bei dem der Bass in Viertelnoten zwischen dem Grundton und der darunter liegenden Quinte wechselt. 

Nachfolgend ein paar Beispiele in unterschiedlichen Stilrichtungen.

Zuerst Country

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Dann in einem Latin Groove.

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Walking Bass: Für Blues, Swing und andere Shuffle Grooves ist ein Walking Bass sehr gut für den ganzen Song oder auch nur in gewissen Teilen wo Ihr etwas Energie aufbauen möchtet. Ein Walking Bass bewegt sich in diatonischen oder chromatischen Schritten und verändert sich bei fast jeder Viertelnote.

Es gibt ein paar Standard Walking Bass Lines aber Ihr könnt auch kreativ an die Sache herangehen. 

Hier ein paar Beispiele.

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Alternierende Oktaven:

Eine weitere nützliche Technik ist es den Grundton und eine Oktave ober- oder unterhalb zu spielen. 

Hier ist ein Beispiel.

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Editieren

Falls Ihr wie ein Bassist und nicht wie ein Computer klingen möchtet so solltet Ihr versuchen Euren Bass auf einem MIDI Keyboard einzuspielen. Einmal eingespielt kann man die Performance ja nachträglich immer noch im Piano Roll Editor bearbeiten. 

 
 

Versehentlich gespielte Noten (s. Pfeil) sind normalerweise viel kürzer als die gewünschte Note und können deshalb einfach ausgemacht und gelöscht werden. 

Ihr wollt wahrscheinlich die Perfomance danach noch ein wenig quantisieren. Verzichtet jedoch darauf die Quantisierung auf 100% zu stellen damit ihr dem ganzen doch nicht des 'Menschliche' entzieht. Ein Wert zwischen 30% und 50% ist sicher ausreichend. 

Achtet darauf, dass die Quantisierung in Eurem Projekt der kürzesten Note Eurer Performance entspricht. Spielt Ihr also 16tel Noten dann stellt die Quantisierung nicht auf 4tel oder 8tel ein. 

Bass Hit

Das Thema 'Bass Lines' und Bass Programming ist sehr gross und wir sind hier nur oberflächlich auf ein paar wichtige Bereiche eingegangen. Dennoch sollten Euch diese Tipps dabei helfen Euren nächsten MIDI Bass natürlich und menschlicher klingen zu lassen. 

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