Orange Dark Terror
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Orange Dark Terror

Dark Terror, Tube Guitar Amp Head from Orange in the Terror series.

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Die dunkle Seite

Orange Dark Terror: Der Test
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Bei AudioFanzine haben wir mit der Terror Serie von Orange bereits mehrfach unsere Erfahrung gemacht. Nachdem wir uns bereits mit dem Tiny Terror (das erste Modell), dem Dual Terror (zwei Kanäle) und dem Bass Terror auseinandergesetzt haben, ist es jetzt mal Zeit dem Dark Terror einen ausführlichen Test zu widmen.

Bei diesem neusten Wurf scheint es, als ob die Orangen im Keller gezüchtet wurden - weit entfernt von Tageslicht - und so eine etwas säuerliche Geschmacksnote erhalten haben. Hinter dem schwarzen Äusseren versteckt sich ein auf dem Tiny Terror basierender Verstärker mit Metallgehäuse und drei Reglern (mit derselben Ausstattung wie 15 Watt und einem einzigen Kanal).

Doch mal abgesehen von der Farbe, worin unterscheidet sich der Dark Terror denn noch vom Tiny Terror?

Darauf gehen wir zu einem späteren Zeitpunkt noch genauer ein...zuerst sollten wir aber das Produkt mal genauer anschauen.

Ganz in Schwarz

Orange Dark Terror

Die Hardware muss eigentlich nicht gross beschrieben werden: diese kleinen Tops sind eigentlich bereits in der Gitarrenszene gemeinhin bekannt. Der Verstärker sieht sehr bullig aus und der kleine Gig Bag mit dem Orange Logo wurde schon beim Tiny Terror eingeführt. Wir hatten das Glück ein Orange Cabinet mit demselben dunklen Aussehen des Verstärkers ergattern zu können. Das Cabinet wurde übrigens mit einem 12'' Celestion Vintage 30 Lautsprecher ausgestattet, wiegt etwa 10kg und misst 30x17x14 cm. Der Verstärker selber wiegt im Gegensatz zu den 3kg des Tiny Terror etwa 4kg (liegt das wohl an der schwarzen Farbe?), entspricht aber in den Dimensionen exakt denjenigen des Tiny Terror.

Vorne werden dem Anwender dieselben Bedienelemente des Tiny Terror geboten: Guitar In, On/Off und 15 Watt/Standby/7Watt Schalter, eine hübsche rote Lampe, sowie Regler für Volume, Shape und Gain. Euch ist sicherlich schon aufgefallen, dass die EQ Sektion immer noch nur über einen einzigen Regler verfügt...und wir werden schon bald sehen, dass dies nicht unbedingt ein Nachtil ist...

Orange Dark Terror

Auf der Rückseite kann man folgendes anschliessen:

  • Ein 16 Ohm Cabinet über einen 16 Ohm Ausgang
  • Zwei 16 Ohm Cabinets über zwei 8 Ohm Ausgänge
  • Ein 8 Ohm Cabinet über einen der 8 Ohm Ausgänge

Orange hatte zudem noch die brilliante Idee dem Dark Terror einen FX Loop (mit 12AT Röhre) zu spendieren - ein Zusatz, welcher beim Tiny Terror immer wieder vermisst wurde.

Unter der Haube finden sich in der Vorverstärkerstufe nicht nur zwei, sondern gleich drei 12AX7 Röhren. Dies ist eigentlich der Hauptunterschied zum Tiny Terror, denn in der Endstufe finden sich beim Tiny Terror wie beim Dark Terror je zwei EL84 Röhren. Mehr Informationen gibt es dazu auch nicht von Orange...wir sollten ihnen also vertrauen und ganz auf unsere Ohren hören!

Ein dunkles Reich!

Orange Dark Terror

Das Ziel des Dark Terror ist simpel: Mit mehr Gain dreckiger als der Tiny Terror zu sein. Also richtet sich dieser Verstärker vor allem an Hard Rock und Heavy Metal Fans. Ihr seid also gewarnt! Die Klangbeispiele wurden mit zwei unterschiedlichen Mikrofonen realisiert: einem Sennheiser e906 und einem Shure SM57. Das erste wurde im folgenden Beispiel ganz nach links und das andere ganz nach rechts gepannt.

Da wir bei AudioFanzine aber auch immer ziemlich neugierig sind, haben wir den Verstärker auch mal Clean mit einer Stratocaster gespielt. Das Resultat war da schon ein wenig langweilig - Clean Sounds sind sicherlich nicht das Highlight dieses Verstärkers. Doch wenn wir ehrlich sind, haben wir genau auch das erwartet!

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Orange Dark Terror

In der Anwendung erwiesen sich der Verstärker und die wenigen, doch zugleich sehr angenehmen Regler als sehr angenehm. Im Speziellen gefiel uns der 'Shape' Regler, mit dem man von Rock sehr schnell bei Metal landen kann. Je mehr man den Regler nach links dreht, desto mehr wird der Klang ausgehöhlt und erhält den typischen Metal Sound mit seinen angehobenen Höhen und Bässen. Dreht man den Regler jedoch nach rechts, so werden die Mitten angehoben und der Verstärker erhält einen Blues/Rock Charakter. Da sollte keiner Probleme haben für sich den richtigen Klang zu finden! Um Euch diese Funktion etwas näher zu bringen, haben wir etwas mit einer Ibanez RG und einer Gibson Les Paul aufgenommen und während der Aufnahmen die Shape Einstellung variiert.

 

Ibanez RG
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  • Ibanez RG00:18
  • Ibanez RG00:18
  • Ibanez RG00:18
  • Ibanez RG00:18
  • Ibanez RG00:18
  • Ibanez RG00:18
  • Ibanez RG00:18
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  • Les Paul00:23
  • Les Paul00:24
  • Les Paul00:24
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  • Les Paul00:23
  • Les Paul00:24
  • Les Paul00:24
  • Les Paul00:24
  • Les Paul00:23

Wir haben den Verstärker auch mit Gitarren getestet, die an sich nicht als Metal Gitarren bekannt sind (Gretsch, Telecaster, Rickenbacker), ihn aber auch mit einer 335, einer SG Classic (mit zwei P90 Pickups) und einer ESP Kirk Hammet mit aktiven Pickups bearbeitet. Die Resultate waren durchwegs positive – besonders die Telecaster konnte uns entzücken.

 

Gretsch White Falcon
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  • Gretsch White Falcon00:22
  • Telecaster00:21
  • Telecaster00:21
  • Telecaster00:21
  • Rickenbaker00:22
  • 33500:23
  • SG Classic00:22
  • SG Classic00:22
  • ESP00:19
Orange Dark Terror

Der Gain ist schon schnell sehr hoch und reicht auch schon bei moderaten für Hard Rock und Metal. Wie beim Tiny Terror, so ist auch hier der Unterschied zwischen dem 7 Watt und dem 15 Watt Modus sehr klein (hört Euch dazu die SG Classic Klangbeispiele an). Die Ausgangsleistung ist bei weitem ausreichend um einen Kleinkrieg mit Eurem Nachbarn vom Zaun zu brechen und sollte auch neben einem Schlagzeuger bestehen können. Der Dark Terror funktioniert auch sehr gut mit Bodenpedalen zusammen (auch wenn man eigentlich keine zusätzlichen Distortion Pedale benötigt!). Nicht vergessen werden sollte zudem, dass man neben ordentlich Gain ja auch schöne Crunch und brauchbare Clean Sounds hat. Auch wenn diese Sounds nicht unbedingt zu den Stärken des Dark Terror gehören, so beweisen sie doch, dass man mit diesem Verstärker durchaus auch andere Stilrichtungen als Heavy Metal spielen kann. Der Gain Regler arbeitet zudem mit dem Shape Regler zusammen, was dem Musiker einen Haufen Klangmöglichkeiten zur Verfügung stellt. Natürlich hängen die bevorzugten Einstellungen hier stark von der benutzen Gitarre und dem eigenen Geschmack ab! Dennoch sollte noch erwähnt werden, dass der Klang auch bei extremen Einstellungen immer einen leichten Vintage Charakter beibehält. Musiker auf der Suche nach einem extrem modernen Klang könnten am Dark Terror keinen Gefallen finden...

Schliesslich sollte auch der fehlende Reverb als Malus bewertet werden, auch wenn der vorhandene FX Loop ein wirklich grosses Plus darstellt.

Fazit

Mit dem Dark Terror bietet uns Orange einen dreckigeren Tiny Terror, der sich speziell an Liebhaber der dunkleren Musik richtet. Der Verstärker besitzt dieselben Eigenschaften des älteren Bruders: Robustheit, einfache Anwendung, Gig Bag und Hard Rock/Heavy Metal Sound. Uns gefiel vor allem die Shape Funktion und die Tatsache, dass uns genügend Gain Reserven für einen richtig fetten Sound zur Verfügung gestellt wurde. Musiker die vor allem auf Clean Sounds stehen sollten von diesem Verstärker die Finger lassen...wirklich! Für alle anderen kann man nur sagen, dass der Preis zwar ein wenig an der oberen Grenze ist, aber wahre Liebe schliesslich keine Grenzen kennt...

Pros Cons
  • Mehr Gain!
  • Einfach zu transportieren
  • Inklusive Gig Bag
  • Einfache Anwendung
  • FX Loop
  • Sehr nützliche 'Shape' Funktion
  • Eignet sich nicht wirklich für Clean Sounds
  • Für einen 15 Watt Verstärker eher etwas teuer