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Wie man auch mit seinen virtuellen Verstärkern gute Gitarrensounds erzeugt

Virtual Tone Tipps für Gitarristen

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Die Debatte über echte Verstärker und Modeling Verstärker ist mehr oder weniger abgeschlossen. Diverse Blindtests unter Musikern und Tontechnikern haben aufgedeckt, dass es unmöglich ist zwischen diesen beiden zu unterscheiden, speziell wenn die Gitarren in einem Mix untergebracht sind.

Es könnte durchaus sein, dass Ihr anderer Meinung seid, doch ladet Ihr einmal die neuste Version von AmpliTube, Guitar Rig, Pod Farm, ReValver, oder irgendeiner anderen erhältlichen Software fangt einfach mal an zu spielen. Jedes davon hat das Potential grossartig zu klingen, doch man muss sich die Mühe nehmen an den Reglern zu drehen bis es so richtig gut tönt. Nachfolgend ein paar Tipps wie man den Klang so realistisch wie möglich hinkriegt.

Zur Demonstration verwende ich AmpliTube von IK Multimedia, doch das Prinzip ist bei jedem Hersteller dasselbe.

Mit der Gain Stufe spielen

Was Modeling Plug-Ins angeht so ist Gain nicht einfach etwas das man bei einem virtuellen Verstärker oder Pedal aufdreht um mehr Crunch oder Sustain zu erhalten. Mann muss zwischen der Gitarre der DAW und auch der Modeling Software die richtigen Gain Einstellungen vornehmen um einen optimalen Klang zu bekommen und digitale Verzerrzung zu verhindern.

 

In AmpliTube sind die Ein- und die Ausgangspegel einstellbar

Schaut Euch dazu einmal die Eingangssignale Eures Audio Interface an. Hier wollt Ihr von der Gitarre ausreichend Pegel, um die virtuellen Pedale und Verstärker wie vom Hersteller gedacht anzutreiben - und das alles ohne dass die DAW ins Rot getrieben wird. Wie man auf dem nebenstehenden Bild sehen kann verfügt AmpliTube über Regler für Ein- und Ausgangspegel. Es ist wichtig, dass Ihr diese im Auge behaltet und sicher stellt, dass Ihr das Plug-In oder die DAW nicht in die Zerrung treibt. In diesem Beispiel hört Ihr zuerst den Verstärker mit dem korrekten Eingangssignal gefolgt von einer hässlichen Verzerrung die durch zu viel Gain erzeugt wurde.

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Löst Eucht richtig auf

 

Euer Klang wird mit ein wenig Raum authentischer klingen

Die meisten Amp Modeling Anwendungen bieten eine Anpassung für die gewünschte Auflösung. AmliTube besitzt High, Medium und Low und in den Preferences kann man zusätzlich Oversampling ein- oder ausschalten und wählen, ob man digitale oder auf Faltungstechnologie basierte Lautsprecher und Hall Models verwenden möchte. Der Platz reicht hier nicht aus im Detail zu beschreiben was dies alles bedeutet doch ich möchte noch erwähnen, dass AmpliTube bei minimalen Einstellungen 7% meiner CPU belastete und bei maximaler Auflösung 17%.

Solltet Ihr mehrere Instanzen der Modeling Software benötigen so liegt der Trick darin die Auflösung so tief wie möglich zu halten und CPU zu sparen. Dies erlaubt tiefe Buffer Einstellungen und somit eine tiefe Latenz. Beim Mixing könnt Ihr anschliessend auf hohe Auflösungen umschalten, da dort die Latenz eine weniger wichtige Rolle spielt. Nachfolgend hört Ihr die tiefste Auflösung gefolgt von der höchsten.

 

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Mix and Match

Einer der Vorteile einer Modeling Software liegt darin, dass sich ganz einfach Klangexperimente durchführen lassen ohne dass man mühselig Gitarren neu aufnehmen muss. Ihr wollt mal schauen wie sich ein Fender Twin anhört der durch einen Marshall 4x12 oder Vox Lautsprecher gespielt wird? Ganz einfach. In folgendem Beispiel hört Ihr ein Marshall Top zuerst mit einem 4x12 Lautsprecher und dann mit einem 2x12.

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Mach Dich Nass

Auch wenn Ihr normalerweise bei einem richtigen Verstärker weder Delay noch Halleffekte zur Hilfe nehmt so spielt Ihr doch immer in irgendeinem akustischen Ort. Damit Ihr also einen emulierten Verstärker so realistisch wie möglich klingen lassen könnt darf dies auf keinen Fall im trockenen Zustand geschehen. Verfügt Euer Plug-In über eine Raumsimulation so könnt Ihr natürlich diese verwenden, oder halt eben einfach ein bisschen Delay oder Hall hinzufügen.

Wie trocken ich doch bin

Das einmal gesagt macht es aber dann doch viel Sinn zuerst einmal die grundlegenden Parameter einzustellen und erst wenn Ihr Euren Sound gefunden habt diesen mit räumlichen Effekten zu bearbeiten. Es ist ganz einfach einen schlechten Sound mit viel Delay und Reverb zu überdecken…

In diesem letzten Beispiel kamen alle erwähnten Tipps zum Einsatz: Ich habe die Gain Stufen maximiert, habe den Klang komplett ohne räumliche Effekte bearbeitet und erst nachdem ich mit dem Resultat zufrieden war ein bisschen Stereo Delay hinzugefügt. Mit ausreichend Gespür fürs Detail kann auch ein virtueller Verstärker wie ein richtiger klingen.

 

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