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So stimmt man ein akustisches Drumset

Schlagzeug stimmen leicht gemacht

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Das Stimmen eines Schlagzeugs ist eine Kunst für sich, die selbst viele Schlagzeuger nicht wirklich beherrschen. Kein Wunder, dass selbst Profidrummer diese Aufgabe, insbesondere vor Recording-Sessions, Spezialisten überlassen. Wahr ist auch, dass man zum Stimmen eines Drumsets, ähnlich wie beim Klavierstimmen, viel Erfahrungen braucht. In diesem Artikel geben wir dir einige Grundregeln an die Hand, die dir mehr Sicherheit in diesem Gebiet geben werden…

Ruhig bleiben!

Gutes Drumtuning erfordert Geduld und Konzentration, vor allem wenn das Drumkit zwölf Kessel oder mehr hat. Bevor es richtig losgeht, sollte man eine komfortable Arbeitsposition finden. Wenn man nicht die richtige Körperhaltung hat oder auf einem gefliesten Boden auf den Knien hockt, verliert man schnell die Konzentration und neigt zu flüchtigen Bewegungen. Also machen wir es uns als Erstes bequem!

Ein Tisch ist ganz praktisch, weil man die Trommel dort aufstellen, im Stehen davor arbeiten und um den Tisch herumgehen kann. Allerdings ist es noch besser, wenn man die Trommel drehen kann. Dafür ist ein Drummersitz gut geeignet. In diesem Fall kann man davor sitzen, die Trommel drehen und so alle Spannböcke gut erreichen.

Ein Stimmschlüssel, der gut in der Hand liegt, ist ebenso wichtig, nicht dass man schon nach drei Umdrehungen wunde Finger bekommt!

Die Grundfrequenz des Kessels

Tuning Drums

Hat man einmal die richtige Position gefunden, sollte man die Ohren aufsperren, um die Grundfrequenz der Trommel herauszufinden. Gute Trommeln erzeugen einen unverkennbaren Ton, wenn man den Kessel anschlägt. Einige Drumsets werden um einen bestimmten Grundton herum zusammengestellt, was ein konstantes Tuning erleichtert. Aber keine Sorge, wenn dies bei deinem Set nicht der Fall ist. Durch das gleichmäßige Schlagen der einzelnen Kessel sollte man die Resonanzfrequenz des Holzes herausfinden können. Die einzelnen Felle werden bei der gängigsten Tuning-Methode auf die Grundfrequenz des jeweiligen Kessels gestimmt, um mehr Resonanz und eine höhere Lautstärke zu erzielen.

Resonanzfell

Fangen wir mit dem Resonanzfell an, das ist das Fell an der Unterseite; dieses wird nicht geschlagen wird, sondern erzeugt zusammen mit dem Schlagfell eine Resonanz. Nachdem man die abgeschrägte Kante des Kessels überprüft hat (in Extremfällen sollte man sie zunächst anschleifen), legt man das Fell und den Spannreifen auf den Kessel, zentriert sie optisch und zieht die Schrauben der Spannböcke handfest. Wenn sich die Schrauben spannen, drückt man das Fell leicht mit den Handballen, um eine rundherum gleichmäßige Spannung zu erzielen.

Tuning Drums

Lassen sich die Schrauben der Spannböcke mit der bloßen Hand nicht weiterdrehen, nimmt man nun den Stimmschlüssel und spannt das Fell weiter, indem man die Schrauben über Kreuz anzieht, d.h. man zieht die erste Schraube an, dann die gegenüberliegende, danach die danebenliegende usw. Einige Drum-Techniker überspringen auch jeweils eine Schraube, besonders bei großen Kesseln.

Jetzt wird jede Schraube zwischen einer halben und drei Umdrehungen angezogen, abhängig von der Größe der Trommel und der gewünschten Spannung. Snare Drums werden z. B. straffer gespannt. Währenddessen sollte man ständig die Frequenz des Kessels prüfen und das Fell auf diese Frequenz abstimmen.

Wenn du das Gefühl hast, dass jetzt alles stimmt, schlage das Fell im Bereich der Spannböcke um den Spannreifen herum an und kontrolliere dabei den Ton. Das Fell muss gleichmäßig gespannt sein, damit es eine konstante Tonhöhe erzeugt. Unstimmigkeiten lassen sich mithilfe des Stimmschlüssels ausgleichen.

Eine weitere Kontrollmöglichkeit ist der Abstand des Spannreifens zum Kesselrand: ist der Abstand überall gleich, hat man alles richtig gemacht. Ist dies nicht der Fall, obwohl der Ton stimmt, kann das auch daran liegen, dass die Spannung des Reifens nachgelassen hat!

Schlagfell

Ist das Resonanzfell gespannt, geht man mit dem Schlagfell genauso vor. Das Schlagfell kann dabei leicht höher gestimmt werden, als das Resonanzfell, um einen Bend-Effekt zu erzielen, bei dem der Attack einen etwas höheren Ton als das Sustain hat. Auf diese Weise erzeugt man beim Anschlagen ein warmes, geil klingendes „Ooouum“.

Bei der Snare sollte man zunächst die Tonhöhe einstellen und danach die gleichmäßige Spannung überprüfen, während der Snare-Teppich nicht gespannt ist.

Nimm für die Bassdrum ein Bassdrum-Fell, um die Spannung während des Tunens zu prüfen. Überprüfe das Fell auf Welligkeit in der Nähe des Spannreifens. Zum Lockern kann man an diesen Stellen mit der Hand leicht auf das Fell drücken.

Jetzt bist du dran…

Tuning Drums

Die beschriebene Methode ist einfach und liefert als Ergebnis einen optimalen klassischen Drumsound. Je nach Drumset und individuellen Wünschen empfehlen wir, auch einmal Tuning-Methoden jenseits der Standards auszuprobieren, um den Geheimnissen des Drumtunings auf die Spur zu kommen.

Einige Hersteller bieten besondere Stimmschlüssel an, die mit einem speziellen System das gleichmäßige Anziehen der Spannböcke ermöglichen. Darüber hinaus gibt es Geräte, mit denen sich die Spannung der Felle präzise messen lässt. Auch wenn diese Systeme kein musikalisches Tuning garantieren können, erleichtern sie das Arbeiten doch sehr. Nach einer guten Grundeinstellung lässt sich dann später ein manuelles Feintuning durchführen.

So, jetzt liegt's an dir, für die richtige Stimmung zu sorgen!

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