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Wie man für sich die beste DAW findet - Teil 2

Plug-ins, Hauptfunktionen und kostenlose Demos

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Im ersten Teil ging es um die technischen Voraussetzungen, Preise, Versionen und den Kopierschutz. In diesem zweiten Teil widmen wir uns Plug-Ins, Plug-In Formaten, besprechen ein paar Hauptfunktionen welche Euren Kaufentscheid beeinflussen könnten und besprechen welche Optionen es gibt die Anwendungen vor dem Kauf zu testen. 

Plug-In party

Dieser Tage werden so ziemlich alle DAWs mit einer Anhäufung Instrumente und Effekt Plug-Ins ausgeliefert. Apple Logic Pro X ist zum Beispiel für seine grossartigen Plug-Ins bekannt. Nicht nur die Effekte sind dort erste Sahne, man erhätl auch sonst so ziemlich alles was man für eine professionelle Musikproduktion benötigt. 

 
 

Melodyne ist direkt in Cakewalk SonarX3 integriert

Interessiert man sich für EDM wird wohl eine DAW mit einer Menge Synthesizern die bevorzugte, wogegen jemand der eher akustisch produziert eher an der Qualität der Kompressoren und EQs interessiert sein dürfte. 

Wer sich mit dem Gedanken abfinden kann ein bisschen mehr Geld auszugeben, der wird mit den unzähligen erhältlichen Plug-Ins von Drittanbietern sicherlich seine optimale Arbeitsumgebung zusammenstellen können. Dennoch macht es durchaus Sinn wenn Eure DAW bereits im Grundzustand bereits ein paar für Euch wichtige Funktionen zur Verfügung stellen kann. 

Ein weiterer Faktor ist das Plug-In Format der DAW. Die meisten Plug-Ins sind mit den gängigsten Formaten kompatibel: AAX für Pro Tools (Mac und PC), Audio Units (AU) für Mac, VST für Mac und Windows und DirectX (DXi) nur für Windows. 

Intonationsanwendungen wie Melodyne von Celemony stehen in gewissen DAWs direkt zur Verfügung (z.B. Sonar X3, Studio One 2 und Tracktion5). 

Viele DAWs verfügen zudem über diverse Audio und MIDI Loops, die sich beim Komponieren und Produzieren als durchaus nützlich erweisen können. 

Welche Hauptfunktionen man im Auge behalten sollte

Ganz abhängig von Eurer Musik gibt es noch ein paar weitere Dinge die man beim Kauf einer DAW im Auge behalten sollte:

Arbeitsfluss der MIDI Bearbeitung: Arbeitet Ihr hauptsächlich mit Audiodateien so wird MIDI für Euch eher eine untergeordnete Rolle spielen. Wer jedoch in Bereichen wie EDM, Hip-Hop oder Electro arbeitet für den wird MIDI eine essentielle Funktion sein. Auch wenn alle DAWs auf die eine oder andere Weise MIDI unterstützen so tun sie dies doch auf sehr unterschiedliche Art und Weise. 

Notation: Wer häufig und viel mit Noten komponiert und sollte sich hier Anwendungen wie Digital Performer oder Logic Pro X genauer anschauen. DAWs wie ProTools sind was dieses Thema angeht eher schwach oder gar nicht unterwegs. 

Video: Die meisten DAWs erlauben das Importieren und Abspielen von Videodateien - doch es gibt was den Funktionsumfang angeht massive Unterschiede. So besitzen die grossen DAWs wie Live, Logic Pro X, Digital Performer, Cubase, Sonar und Pro Tools zusätzlich die Funktion die bearbeiteten Audiodateien direkt wieder in die Videodatei schreiben zu lassen. 

Überraschenderweise bietet mit Acoustica MixCraft (nur Windows) eine der günstigsten DAWs zusätzlich sogar die Möglichkeiten Video zu schneiden. 

Individuell erstellbare Tastenbefehle: Alle DAWs verfügen über fixe Tastenbefehle, doch gewisse gehen hier noch darüber hinaus und erlauben es dem Anwender eigene Konfigurationen zu erstellen. 

Clip Launching: Die Arbeitsumgebung von Ableton Live wurde speziell für die Arbeit mit elektronischer Musik entwickelt und eine der wichtigsten Funktionen ist die Möglichkeit Clips direkt in der Session Ansicht abzuspielen. Bei Live kann man eine Gruppe Loops oder Clips in eine Spur ziehen und diese zum Beispiel nacheinander abspielen lassen. Beim Produzieren von Loop basierter Musik kann diese extrem hilfreich sein. Sonar X3 bietet ähnliche Funktionen in seiner Matrix Ansicht und auch Bitwig Studio verfügt über eine solche Funktion. 

 
 

Session View in Ableton Live bietet mehrere Plätze von denen sich Clips abspielen lassen

Pitch und Time Correction/Detection: Viele moderne Musikstücke wurden stark in Tonhöhe und Timing bearbeitet und bei vielen DAWs wurde diese Funktion direkt integriert. So verfügen wie eingangs erwähnt gewisse DAWs über die Melodyne Technologie oder bieten eigene Versionen an (Cubase, Digital Performern). Anwendungen wie Logic Pro X werden dagegen mit separaten Plug-Ins ausgeliefert. 

Mit Time Correction (oder auch manchmal ‚Beat Detection‘ genannt) kann man Audiodateien auf den Raster setzen - genau so wie man es bereits von MIDI gewohnt ist. Pro Tools verfügt zum Beispiel über zwei Arten: Beat Detective zerschneidet Audio basierte Beats und quantisiert anschliessend die einzelnen Blöcke. Elastic Time dagegen quantisiert Audio direkt ohne dass die Dateien in Einzelteile zerlegt werden müssen (benötigt aber wesentlich mehr Ressourcen). 

Vor dem Kauf testen 

Das Angebot an DAWs ist derart umkämpft, dass viele Anbieter ihren Interessenten ein zeitlich begrenztes Demo anbieten. Zum Beispiel gibt es Ableton Suite 9 für 30 Tage; Studio One 2 für 30 Tage, Tracktion 5 für eine unlimitierte Zeit aber mit gelegentlichen Störsignalen im Ausgangskanal, Mixcraft 7 für 14 Tage, Digital Performer 8 für 30 Tage, Sonar X3 für 30 Tage, und Reaper 4 für 60 Tage.

Ich möchte Euch unbedingt ans Herz legen Euch diese Demos zu installieren und zu schauen ob Euch der Arbeitsfluss und die integrierten Plug-Ins ansprechen. 

Lest den ersten Teil dieser Serie hier.

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