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Der Weg zum optimalen Mix - Teil 6

Die Zeit ist auf Eurer Seite

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So elegant die Metapher mit dem Puzzle aus Teil 5 auch sein mag so repräsentiert sie doch nur ein statisches Bild wogegen Musik eben noch über einen weiteren wichtigen Parameter verfügt: Zeit!

Die vierte Dimension

Aus einem 'makroskopischen' Sichtwinkel gesehen ist es wichtig wie Ihr die verschiedenen Elemente Eures Mixes über die Zeit hinweg bearbeitet. Einfach gesagt verleiht dies Eurem Song das nötige Leben!

Die Zeitachse verwandelt unser schönes Bild also in einen echten Film. Jedes Puzzlestück nimmt dabei eine bestimmte Rolle ein: Hauptrolle, Nebenrolle oder einfach nur Statisten. Es liegt jetzt an Euch aus diesen Elementen eine spannende und zusammenhängende Geschichte zu erzählen. Um dies zu erzielen gibt es ein wichtiges und essentielles Werkzeug: Automation. 

Natürlich spielen die Performance der Musiker, der Songaufbau und das Arrangenment bereits mit der zeitlichen Dimension. Doch durch die Automation und die Effekte während der Erstellung eines Mixes eröffnen sich neue und sehr interessante Perspektiven was die Erzeugung von Atomsphären angeht. So kann man zum Beispiel einen Halleffekt automatisieren und die Performance aus eine grossen Konzerthalle in eine kleine Kartonschachtel bewegen. Mit der Automation schafft man es auch den Zuhörer auf die Hauptstimme oder eine bestimmte Melodie zu fokussieren. Nur schon das für sich kann den Charakter eines Songs komplett verändern. 

Automation ermöglicht es aber auch die Artikulationen zwischen Instrumenten zu steuern. Nehmen wir dazu mit "La nuit je mens" von Alain Bashung ein praktisches Beispiel. Das beginnt mit Gitarre und Stimme. Anschliessend erklingt der Bass und genau in diesem Augenblick wurde die Gitarre in den Bässen geschnitten. In diesem Fall wurde also der EQ auf der Gitarre automatisiert um den zwei Instrumenten ausreichend Platz zu verschaffen. 

 

Die zeitliche Dimension wirkt sich aber auch auf einer mikrosponischen Ebene aus. So spielen der Attack und der Release eines Kompressors, oder die Einstellungen eines Delays mit zeitbasierten Parametern. Dies hat einen grossen Einfluss auf das Feeling und den Groove des Musikstücks. Deshalb muss man diese Effekte auch stets mit Bedacht einsetzen und immer auf den zu Grunde liegende Rhythmus achten. 

 

Im nächsten Artikel werden wir die letzten Puzzle Teile hinzufügen und anfangen diese ganze Theorie in die Praxis umzusetzen. 

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