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Wie man fertige Produktionen richtig archiviert

Bringt Eure Musikdateien in Sicherheit (Teil 2)

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Im ersten Teil haben wir uns eine Strategie zurechtgelegt mit der wir aktive Projekte sinnvoll speichern können. Doch was wenn wir damit fertig sind? In diesem zweiten Teil besprechen wir wie man Projekte richtig archiviert.

Raum und Zeit

File list

In der Liste rechts seht Ihr ein paar Audio Dateien die in dieser Session kreiert wurden.

Solltet Ihr niemals das Bedürfnis haben alte Multitrack Projekte zu öffnen und daran zu arbeiten so müsst Ihr Euch beim Archivieren nur um Eure Mixes kümmern. Dies wird nicht viel Speicherplatz einnehmen und kann über die 3-2-1 Strategie aus dem ersten Teil realisiert werden. Auf jeden empfiehlt sich für den Backup ein USB Speichermedium - die Zeit von DVDs ist definitiv vorbei.

Die Herde ausdünnen

Bevor Ihr Euch ans Archivieren macht gibt es sicherlich eine Menge Fett die man von Euren DAW Sessions schneiden kann. Jedes Mal wenn Ihr bei Aufnahmen auf Record drückt wird irgendwo eine Audio Datei generiert - und das addiert sich am Ende ganz schön.

Ihr benötigt für ein Archiv aber nur die letzten Versionen - notfalls habt Ihr ja immer noch Backup Daten. Solltet Ihr immer noch ältere Sessions benötigen dann seid Ihr ganz einfach mit dem Projekt noch nicht fertig.

AB image

Die Audio Datei für die Spur 1 kann nicht in einer anderen DAW importiert werden da sie nicht auf dem 1. Takt anfängt.

Die grösste Datenmenge werdet Ihr im Audio Files Ordner finden. Da Ihr jetzt den finalen Mix erstellt habt benötigt Ihr also nur noch die Audiodateien die Ihr auch wirklich verwendet. Zuerst einmal solltet Ihr sicherstellen, dass alle aktiven Spuren nur noch aus einer einzigen Audiodatei oder MIDI Datei bestehen und jede dieser Regionen an derselben Stelle beginnt.

Nachdem Ihr die Spuren zusammengeführt habt löscht Ihr alle nicht verwendeten Dateien. Bevor Ihr Euch jedoch ans fröhliche Löschen macht empfiehlt es sich mindestens einen letzten Backup durchzuführen. An dieser Stelle sind Fehler schnelle geschehen.

Stems für die Ewigkeit

Das Abspeichern von Session Dateien gibt Euch die Möglichkeit später noch einmal an dem Projekt zu arbeiten. Doch was wenn Ihr dann keinen Zugang mehr zur DAW habt? In ein paar Jahren kann vieles geschehen und man sollte ich aus diesem Grund immer die Möglichkeit freihalten die Session über direktes Importieren in einer anderen Software neu aufzusetzen.

Studio one stems

Gewisse DAWs bieten die Stem Export Funktion.

Ihr könntet auch noch einen Schritt weiter gehen und jede einzelne Spur mit Effekten und Panning Einstellungen rausrechnen - dies würde es ermöglichen durch einfaches Importieren einen Mix zu reproduzieren.

Auch wenn Ihr auf diese Weise natürlich schon viele Dinge voreingestellt habt, so stehen Euch doch die vorherige Arbeit zusätzlich die Rohdaten der einzelnen Spuren zur Verfügung.

Immer mehr DAWs bieten dem Anwender so genannte “Bounce-to-Stem“ Funktionen welche Euch diese Arbeit massiv vereinfachen. Gibt es in Eurer DAW diese Funktion nicht, so müsst Ihr zwangsläufig jede Spure auf Solo stellen und rausrechnen.

Nochmals zur Erinnerung: Stellt sicher, dass Ihr hier immer den gleichen Startpunkt verwendet. Es ist auch eine gute Idee das Tempo des Songs irgendwo in den Dateinamen einzufügen

Und Schluss

Habt Ihr einmal alle Spuren zusammengefasst, die Daten so gut wie möglich ausgedünnt und die entsprechenden Stems erstellt, ist es an der Zeit die Dateien in den Archivordner zu kopieren. Evtl. lohnt es sich hier zusätzlich noch eine Archivfestplatte zu kaufen - auf jeden Fall solltet Ihr vor dem finalen Lagern nochmals sicherstellen, dass alle Projekte korrekt abgespeichert wurden und sich aufstarten und laden lassen.

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