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Klangsynthese, Sound Design und Klangbearbeitung - Teil 6

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Heute fangen wir damit an die verschiedenen Elemente eines Synthesizers genauer durchzugehen. 'Endlich' werden ein paar von Euch sagen. Ja ich verstehe - doch die theoretischen Grundlagen sind wichtig damit Ihr wisst was Ihr da eigentlich macht.

Heute fangen wir damit an die verschiedenen Elemente eines Synthesizers genauer durchzugehen. 'Endlich' werden ein paar von Euch sagen. Ja ich verstehe - doch die theoretischen Grundlagen sind wichtig damit Ihr wisst was Ihr da eigentlich macht.

Wir haben bereits besprochen was Wellen sind - seien sie einfach oder komplex, periodisch oder nicht - und das es sich dabei um die Bausteine der Klangsynthese handelt. Nun diese Wellenformen wurden von einem spezifischen Element erzeugt das für fast jede Art der Klangsynthese essentiell ist - dem Oszillator.

Das Wort Oszillator stammt vom lateinischen 'oscillare' und bedeutet so viel wie 'schwingen'. Ein Oszillator erzeugt eine Schwingung die zwischen zwei extremen Werten hin- und herschwingt und eignet sich somit perfekt um Wellenformen zu erzeugen. Aus diesem Grund verwenden wir VCOs (Voltage Controlled Oscillators), DCOs (Digitally Controlled Oscillators) und DOs (Digital Oscillators). Bei Synthesizern werden diese Oszillatoren als Grundlagen für die Klangerzeugung verwendet. Häufig werden sie mit der Abkürzung "Osc" beschrieben.

Es gibt aber auch noch eine andere Art Oszillator der für die Klangsynthese interessant ist. Dieser wird LFO (Low Frequency Oscillator) genannt - schauen wir uns das alles am besten ein wenig genauer an.

VCOs und DCOs

VCOs sind Oszillatoren deren Wellenformen, Amplituden und Frequenzwerte durch eine Spannung gesteuert werden.
Diese Werte können über Regler verändert werden. Die Tonhöhe und Amplitude werden jedoch häufig direkt durch das Keyboard des Synthesizers moduliert. Dennoch findet man auf dem Oszillator Sektion des Synthesizers häufig zusätzlich einen mit 'Pitch' oder 'Detune' angeschriebenen Regler mit dem sich das Instrument stimmen lässt.

DCOs dagegen werden nicht mit Spannung sondern digital gesteuert. Die Erzeugung der Wellenformen ist dagegen immer noch analog.

Analoge Oszillatoren sind nicht unbedingt die stabilsten - gewisse halten die Stimmung nicht perfekt und müssen sich erst einmal warm laufen um stabil zu bleiben - oder die 'reinsten'. Dies verleiht ihnen jedoch einen gewissen Klang und weniger vorhersehbare Eigenschaft als es bei digitalen Oszillatoren der Fall ist.

Digitale Oszillatoren

Die dritte Kategorie sind die DO welche komplett digital ausgelegt sind. Der Vorteil liegt hier in der Stabilität. Sie werden in komplett digital ausgelegten Hardware Synthesizern oder Plug-Ins zum Einsatz und sollen häufig das Verhalten analoger Oszillatoren emulieren.

Ein weitere Vorteil digitaler Oszillatoren ist dass sie nicht an die Einschränkungen analoger Oszillatoren gebunden sind und komplett neuartige Formen ermöglichen (wie z.B. die Grains der granularen Synthese). Der digitale Oszillator ist somit auch das wichtigste Element der Wavetable Synthese - doch dazu später.
Der Klang wird also stabiler und klarer, aber in vielen Fällen auch etwas kälter als bei analogen Oszillatoren.
Das Beispiel eines Software Synthesizers (Synth 1- rechts abgebildet) verfügt über komplett digitale Oszillatoren. Solltet Ihr immer noch keinen Synthesizer besitzen so empfehle ich Euch diesen zuzulegen. Am Ende dieser Serie werdet Ihr ihn blind bedienen können!

LFOs

LFOs sind eine eigene Kategorie Oszillatoren. Im Gegensatz zu anderen Oszillatoren erzeugen sie Frequenzen unterhalb 20 Hz und können somit vom menschlichen Gehör nicht wahrgenommen werden.

Für was sollen sie denn gut sein? Nun diese Oszillatoren werden vor allem dazu verwendet bestehende Signale zu modulieren. Auch wenn Ihr den Klang eines LFOs nicht direkt hören könnt so könnt Ihr dennoch denn Effekt wahrnehmen den dieser auf das hörebare Signal hat.

Hier ist ein Beispiel einer Sinuskurve die anschliessende mit einem LFO bei 4Hz moduliert wurde:

 

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