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Klangsynthese, Sound Design und Klangbearbeitung - Teil 26

Formant and Linear Arithmetic Synthesis
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In diesem Artikel nehmen wir zwei eher exotische Synthesearten durch: Formant und ‚Linear Arithmetic‘ Synthese

Formant Synthese

Formaten werden normalerweise mit der Charaktereigenschaft der menschlichen Stimme oder der Klangerzeugung bestimmter Blasinstrumente in Verbindung gebracht. Hierbei handelt es sich um Amplitudenspitzen bestimmter Frequenzen innerhalb eines Audiosignals. Bei der menschlichen Stimme wird jeder Vokal durch einen bestimmten Formanten definiert - und diese sind wiederum abhängig von der Stimme die sie erzeugt.

La synthèse formantique et arithmétique linéaire

Während die Pulsar Synthese und Phase Distortion Synthesen des letzten Artikels auf der Granular- und FM Synthese basierten so steht die Formant Synthese eher in Bezug zur Physical Modeling Synthese und verwendet dabei Konzepte der Anregung und Resonanz wie wir sie in Teil 23 dieser Serie besprochen hatten. Aber auch Teile der Granularsynthese kommen zum Einsatz.

Diese Elemente sind die so genannten ‚Formant-Wave-Funktionen‘ (FOF) welche zu den wichtigsten Bausteine dieser Synthese gehören. Diese Synthese war die theoretische Grundlage der CHANT Software welches in den 80er Jahren von Xavier Rodet im ‚French Institute for Research and Coordination in Acoustics/Music (IRCAM)‘ entwickelt wurde. 

Die Entwickler von CHANT begannen mit der Ansicht, dass die menschliche Stimme das ‚komplexeste‘ aller Instrumente sei. Sollten sie es also schaffen die Stimme nachzubauen so sollte es auch möglich sein andere Instrumente zu kreieren. Diese Art der Synthese ist mehr oder weniger in Vergessenheit geraten und aktuelle vergleichbare Klangerzeuger basieren alle auf Samples und darauf abgestimmten Algorithmen.

Linear Arithmetic Synthese

La synthèse formantique et arithmétique linéaire

Diese Art der Klangerzeugung ist mehr eine elegante Möglichkeit bestehende Technologien einzusetzen und wurde von Roland in 1987 für den D-50 Synthesizer erfunden. Hier werden unterschiedliche klangliche Bestandteile addiert und gleichzeitig gegenüber der additiven Synthese doch komplett unterschiedliche Herangehensweisen eingesetzt.

Bis zur Einführung des D-50 basierten die meisten Roland Synthesizer auf der subtraktiven Synthese. Nach dem grossen Erfolg des DX7 von Yamaha und der darin verwendeten FM Synthese wollte Roland hier ein Konkurrenzprodukt auf den Markt bringen ohne dabei die subtraktive Synthese links liegen zu lassen. Die Techniker von Roland verwendeten schliesslich die subtraktive Synthese um eine Wellenform zu erzeugen die anschliessend an einen Sample Sound gehängt wurde und diesen entsprechend komplementierte.

Dank diesem Trick war es möglich realistische Attack Sounds (dank der Samples) zu erzeugen und gleichzeitig immer noch auf die Klangvielfalt und Bearbeitungsmöglichkeiten der subtraktiven Synthese zurückzugreifen.

 

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