Klangsynthese
Klangerzeugungen Klangsynthese
  • Textgrösse erhöhen oder verringern
  • Drucken

Klangsynthese, Sound Design und Klangbearbeitung - Teil 11

Eine Einführung in den MIDI Standard

  • Like
  • Tweet
  • +1
  • Pin it

Im letzten Artikel ging es darum wie die Einführung von Polyphonie zwangsläufig zur Einführung von digitalen Prozessoren bei Synthesizern führte. Da multitimbrale Klangerzeuger schliesslich auf unterschiedlichen Kanälen angesteuert werden sollten, ging man die Suche nach einem entsprechenden Steuerprotokoll.

Die Geburt von MIDI in 1983 haben wir schliesslich vor allem den Firmen Oberheim, Sequential Circuits und Roland zu verdanken. Bedenkt man wie schnell die Technologie in der Welt der Computer voranschreitet so ist es schon fast unglaublich, dass dieser Standard nach 32 Jahren immer noch relevant bleibt.

Grundlagen

le MIDI dans la synthèse sonore

MIDI steht für ‚Musical Instrument Digital Interface‘. Dieses Interface besitzt Hardware und Software Komponenten. Im nächsten Artikel werden wir uns die verschiedenen Befehle genauer anschauen, doch heute geht es vor allem um eine grundlegende Einführung in die Thematik, sowie Anwendungsgebiete und deren Grenzen. 

MIDI wurde entwickelt um den Datenaustausch zwischen elektronischen Instrumenten, Effektgeräten und Computern zu ermöglichen, damit diese zum Beispiel vom gleichen Keyboard aus gesteuert werden konnten. MIDI ist jedoch an sich einfach eine Kette von Steuerbefehlen und verfügt an sich über keinen Klanginformationen. 

Der MIDI Standard reicht jedoch weit über Audio Anwendungen hinaus und ermöglicht zum Beispiel auch den Austausch verschiedener Protokolle (wie zum Beispiel SMPTE für Video Synchronisation) oder sogar anderer Hardware wie Lichtinstallationen. 

Die Hardware

Abgesehen von elektronischen Instrumenten gibt es MIDI Geräte (wie z.B. Compter Interfaces und MIDI Controller) welche über keine eingebauten Klangerzeuger und interne Bearbeitungsmöglichkeiten verfügen - sie wurden spezifisch dazu gebaut andere Geräte anzusteuern. 

Die klassischen MIDI Stecker sind im DIN Format ausgelegt (DIN steht für Deutsche Industrie Norm – German Industry Standard), sollten aber nicht mit den alten Audioverbindungen verwechselt werden die genau so aussehen. MIDI Kabel übertragen Daten und sind nicht mit Audio Kabeln kompatibel. 

le MIDI dans la synthèse sonore

Es gibt drei Arten MIDI Verbindungen. MIDI IN, MIDI OUT und MIDI THRU (letzteres erlaubt Hardware Geräte hintereinander zu verbinden, sollten nicht genügende MIDI Steckplätze zur Verfügung stehen). 

Heutzutage trifft man imm er häufiger Geräte an welche MIDI Daten über ein USB Kabel übertragen. Dieses System erlaubt es neben MIDI andere Daten zu übertragen - zum Beispiel die ID des externen Gerätes, oder manchmal sogar das Audiosignal dieses Klangerzeugers. Mit USB lassen sich jedoch nicht zwei externe Geräte direkt mit einander verbinden - der Computer ist also zu einem essentiellen Arbeitsgerät für MIDI geworden. 

Die Software

MIDI wurde also Protokoll schon länger in alle relevanten Betriebssysteme integriert.

le MIDI dans la synthèse sonore

Die wichtigste Anwendung die MIDI verwendet ist der Sequenzer (CubaseLogicLivePro Tools, Digital PerformerReaper, und so weiter), dessen Hauptfunktion es ist die gespielten Noteninformationen aufzuzeichnen und zu einem späteren Zeitpunkt wiederzugeben. Das blosse Ansteuern externer Instrumente wurde mit der Zeit mit Audiobearbeitungsmöglichkeiten erweitert und die DAW war geboren. Gleichzeitig fand auch eine ‚Virtualisierung‘ der Instrumente statt und viele MIDI Instrumente werden aktuell von aussen angesteuert, die Klangerzeugung findet jedoch virtuell innerhalb des Rechners statt. 

 

 

Über Ports und Kanäle

Wie wir schon in früheren Artikeln besprochen hatten benötigen wir für multitimbrale Instrumente mehrere Kanäle auf die wir zugreifen können. MIDI stellt davon insgesamt 16 zur Verfügung, die allesamt an unterschiedliche Instrumente geschickt werden können. 

16 Kanäle reichen jedoch nicht immer aus - und genau aus diesem Grund gibt es bei MIDI die Möglichkeit über ein entsprechendes Interface verschiedene Ports anzusteuern die jeweils wieder über eigene 16 Kanäle verfügen. 

Die Grenzen

Seit seiner Einführung hat sich MIDI als sehr populäre und effektive Methode erwiesen. Doch auch wenn die Problematik mit den 16 Kanälen ganz einfach mit mehreren Ports umgangen werden konnte so gibt es andere Schwierigkeiten die schon einiges schwieriger zu lösen sind. So kann der MIDI Standard zum Beispiel Parameter nur in 128 Schritten bearbeiten - dies reicht jedoch bei teilweise kleinen Fader Bewegungen nicht mehr aus. 

Sind Sie der erste, der auf diesen Artikel reagiert
  • Like
  • Tweet
  • +1
  • Pin it