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Klangsynthese, Sound Design und Klangbearbeitung - Teil 28

Das Ondes Martenot und das Ondioline

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Ich möchte diese Serie abschliessen indem ich mit Euch ein paar ausserordentliche Instrumente anschaue.

Die zwei Instrumente die ich in diesem Teil bespreche können durchaus als die Grossväter moderner Synthesizer betrachtet werden und teilweise werden diese sogar noch verwendet. Wie Ihr sehen werdet besitzt jedes Instrument ganz spezielle Eigenschaften und auch wenn bei beiden Röhren zum Einsatz kommen so ist ihr Klang doch sehr unterschiedlich. 

Das Ondes Martenot

Vom Franzosen Maurice Martenot entwickelt wird der Klang über eine realtiv einfache Röhrentechnologie erzeugt die damals bei der Herstellung von Radiosystemen zum Einsatz kam. Mit einem Paar Röhren werden Wellenformen mit Frequenzen erzeugt die weit über unseren hörbaren Bereich hinausgehen. Ein hörbarer Klang wird erzeugt indem eine Röhre von der anderen subtrahiert wird (zum Beispiel: 80,440 Hz - 80,000 Hz = 440 Hz) und somit einen “reinen Klang“ erzeugt. Basierend auf dieser Technologie entwickelte Martenot zwischen 1928 und 1875 sieben unterschiedliche Modelle. 

La synthèse sonore

Schon das erste Modell verfügte über einen Ribbon mit dem sich Glissandi Effekte erzeugen liessen. Ab der zweiten Version besass das Ondes Martenot zudem ein Keyboard. Das Instrument kann Sinus, Dreieck, Rechteck und Pulse Wellenformen und auch Rosa Rauschen erzeugen. Es verfügt zudem über einen Filter und kann in Vierteltönen, Halbtönen, Terzen und Quinten transponiert werden. 

Die Idee hinter dem Design von Maruice Martenot war es die Reinheit des durch die Röhren erzeugten Klangs mit den Vorteilen eines Keyboards und Streichinstrumenten zu verbinden. Mit der linken Hand steht dem Musiker zusätzlich ein Regler zur Verfügung mit dem sich die Anschlagsstärke gezielt einstellen lässt, was dem Instrument noch mehr Ausdruckskraft verleiht. 

Vier Lautsprecher komplettieren dieses überraschende Instrument: Ein traditioneller Lautsprecher, einer der mit Federn bestückt wurde um eine akustische Resonanz zu erzeugen, ein weiterer mit 12 chromatisch gestimmten Saiten und schliesslich einem der einen metallischen Gong als Membrane verwendet. Das Volumen der einzelnen Lautsprecher kann individuell angepasst werden und gibt dem Musiker somit eine Menge Kontrolle über den Klang. 

Die Produktion des Ondes Martenot wurde 1988 eingestellt, wird aber seit 2000 wieder unter dem Namen Ondea hergestellt.

Das Ondioline

Das zweite Instrument das ich hier erwähnen möchte wurde erst 1941 von Georges Jenny (ebenfalls Franzose) entwickelt. 

La synthèse sonore

Dieses Instrument basiert ebenfalls auf einem Röhren basierten Oszillator, verwendet aber eine andere Technologie. Wie beim Ondes Martenot besitzt auch dieses Instrument ein Keyboard, doch da hören die Ähnlichkeiten schon auf. Der Ribbon wird hier nicht für Glissandi verwendet, sondern erzeugt perkussive Geräusche. 

Im Gegensatz zum Ones Martenot ist es hier nicht das Ziel so reine Klänge wie möglich zu erzeugen, sondern das Ziel war es akustische Instrumente so gut wie möglich zu reproduzieren. Mit einer Filter Bank die über diverse Schalter zugänglich war wurden unterschiedlichste Klänge erzeugt. 

Einer der berühmtesten Ondioline Spieler war Jean-Jacques Perry. Im folgenden Clip sieht man wie er während einer Fernsehsendung die vielen klanglichen Möglichkeiten dieses Instrumentes vorstellt:

 

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