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Wie man den Klang von Dobros, Nationals und anderen Resonatorgitarren aufnimmt

Wie man Resonator Gitarren aufnimmt

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Resonator Gitarren kommen häufig in Blues, Bluegrass und Country zum Einsatz und bieten einen einzigartigen Klang der Aufnahmen eine ganz besondere Klangfärbung verleihen kann. In diesem Artikel schauen wir uns kurz die Geschichte dieser Instrumente an, besprechen die verschiedenen Bauweisen und diskutieren wie man Resonator Gitarren am besten aufnimmt.

Geschichtsstunde

Die Resonator Gitarre wurd in den späten 20er Jahren erfunden - noch vor der E-Gitarre. Zu dieser Zeit waren Live Bands mit grossen Bläsersektionen in den USA sehr populär. Die Gitarristen in diesen Bands hatten jedoch ein ernsthaftes Problem: Ihre akustischen Gitarren waren schlichtweg zu leise. Also fragte ein ambitionierter Musiker mit dem Namen George Beauchamp seinen Freund John Dopyera eine lautere Gitarre zu entwickeln. Dopyera erdachte schliesslich das Konzept einer Gitarre mit Metallkorpus welche drei konische Metalröhren im Korpus verbaut hatte. Aus diesem Grund wird diesese Instrument immer noch als Tricone Resonator bezeichnet. Die Röhren haben den Klang markant verstärkt, auch wenn der Grundklang dadurch wesentlich mittiger daher kam. 

 
 

Zwei moderne Resonator Gitarren mit Vintage Design: die Beard R Standard (oben) und eine National Resophonic Guitars NRP Steel Tricone (unten) 

Beauchamp und Dopyera haben eine Firma gegründet und unter dem Namen National fortan solche Instrumente gebaut und vertrieben. Im folgenden Jahr eröffneten Dopyera und sein Bruder eine weitere Firma mit dem Namen Dobro welche Resonator Gitarren herstellte die nur einen Konus und einen Holzkorpus besassen. Diese ‚Dobros‘ waren lauter und klangen weniger metallisch als die original National Tricones. 

Mit den Jahren wurden Resonator Gitarre vor allem im Blues eingesetzt und wie eine akustische Gitarre gespielt - häufig mit Hilfe einer Slide. 

Nach einer gewissen Zeit fing man an auch Resonator Gitarren mit rechteckigen Hälsen zu fabrizieren, bei denen die Saitenlage ungefähr ein Zentimeter über das Griffbrett gehoben wurde. Mit einer offenen Stimmung wurden diese Häufig auf die Beine gelegt und heissen aus diesem Grund auch heute noch ‚Lap Steel Guitars‘. Bei diesen Gitarren spielt das Griffbrett eigentlich keine grosse Bedeutung mehr sondern dient nur noch der Orientierung. 

Tipps zur Mikrofonierung

Wie bei jeder Gitarre so empfiehlt es sich auch hier verschiedene Mikrofonposition zu testen und diejenige auszuwählen, die sich für den Song am besten eignet. Dies einmal gesagt hier ein paar grundlegende Tipps:

Den mittigsten und charakteristischsten Resonator Klang erhält Ihr indem Ihr das Mikrofon auf den Konus selbst richtet. Haltet es 13 bis 15 Zentimeter entfernt und bewegt es seitlich bis Ihr den besten Klang findet. Es kann durchaus sein, dass Ihr diesen Klang als zu extrem empfindet. 

 
 

Ein grossartiger Sound kann erzeugt werden indem man ein Kondensatormikrofon direkt über das Schalloch positioniert. 

Resonator Gitarren verfügen normalerweise über mehrere Schalllöcher - bei Instrumenten mit einem Holzkorpus besitzen diese häufig eine Abdeckung aus feinem Maschendraht. Bei Instrumenten mit Metallkorpus besitzen diese eine ‚F‘ Form. Dies sind sehr gute Punkte für eine Mikrofonierung. 

Ein weiterer guter Ort ist dort wo der Hals auf den Korpus trifft - also wie bei einer akustischen Gitarre. Dies gibt einem den kleinsten Resonator Anteil und beinhaltet wesentlich mehr Klanginformationen der Saiten selbst. 

Zuhören

Als nächstes möchte ich Euch dies anhand eines praktsichen Beispiels aufzeigen. In allen drei Beispielen hört Ihr zuerst ein Mikrofon das ungefähr 15 cm vom Instrument platziert wurde und anschliessend dasselbe mit 30 cm Abstand. Um den Vergleich halbwegs repräsentativ zu machen habe ich bei allen Beispielen versucht dasselbe zu spielen. Das Instrument war eine Beard R Standard Wood-Body Resonator Gitarre. 

Hier war das Mikrofon direkt auf den Konus gerichtet: 

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Hier war das Mikrofon über das Schallloch gerichtet - was zu einem ausgewogeren und weniger mittigen Sound führt: 

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Hier war das Mikrofon auf den Halsübergang gerichtet, was am Ende mehr nach akustischer Gitarre klingt. 

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Insgesamt empfand ich es als einfacher mit einem Instrument mit Holzkorpus einen guten Sound zu erhalten als mit einem Instrument aus Metall. Bei letzterem hängt es viel mehr davon ab wie das Instrument gespielt wird. 

Grossartige Gitarristen

In den folgenden zwei Videos möchte ich Euch ein paar Grossmeister der Resonator Gitarren vorstellen. Im ersten sieht (bzw. hört) man Jerry Douglas, der dank seiner Kombination aus Technik, Originalität und gutem Geschmack allgemein hin als “Jimi Hendrix der Dobro” gehandelt wird. 

Der grosse Johnny Winter im zweiten Video war ein exzellenter Blues Gitarrist und bevorzugte die Resonator Gitarre mit Metallkorpus. 

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