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Latenz bei Aufnahmen verstehen und minimieren - Teil 2

Findet Euren Latenz Grenzwert

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Jeder der schon einmal mit einer DAW gearbeitet hat musste sich mit dem Einstellen eines optimalen Latenzwertes rumschlagen. Für ein paar von uns ist dies ein Kinderspiel, doch für andere kann das schon sehr schnell zu einem äusserst komplizierten Unterfangen werden. Heute schauen wir uns also an wie man ein immer wieder auftauchendes Problem so einfach wie möglich lösen kann.

 

Lasst Euch Zeit...

Bevor wir anfangen sollte erwähnt werden, dass es bei der Latenz keine Lösung gibt die für alle gilt (s. auch den ersten Artikel in dieser Serie). Wie immer muss man einen Kompromiss aus Hardware Performance und dem Bedürfnis des Anwenders finden. Zudem haben Sänger, Gitarristen, Keyboarder und sogar Tontechniker immer wieder andere Toleranzen was die durch Latenz verursachte Latenz angeht.

Einfach gesagt ist eine Latenz um die 10ms gut für jeden. Alles was tiefer liegt ist sogar noch besser (weil kaum mehr zu hören), während höhere Werte für gewisse Leute anfangen könnten störend zu klingen. Alles über 20ms ist praktisch unbrauchbar.

Um die Latenzzeit und somit die Buffer Zeit anzupassen muss man auf die Einstellungen des Audiointerfaces oder Soundkarte zugreifen. Abhängig vom Hersteller oder Entwickler hat man über eine eigene zusammen mit den Treibern installierte Software Zugriff, oder über ein sogenanntes "ASIO interface," "Control Panel," "Buffer Size, "Buffer Settings," oder ähnlich.

Als Beispiel seht Ihr hier das Audio Preferences Fenster in Apple Logic Pro X:

 

Es liegt an Euch, ob Ihr die Bedienungsanleitung Eures Interfaces und/oder Eurer DAW lesen möchtet, da hier die Möglichkeiten von Hersteller zu Hersteller anders sind. Auf jeden Fall werdet Ihr sicherlich Einstellungsmöglichkeiten für die Grösse des Buffers vorfinden können.

Dazu müsst Ihr nur den entsprechenden Wert (64, 128, 256, 512 Samples, etc.) so einstellen dass die angezeigte Latenz Eurer DAW bei um die 10ms zu liegen kommt.

Im nachfolgenden Bild seht Ihr drei Interfaces verschiedener Hersteller (Roland, Native Instruments und T.C. Electronic).

 

Configurer la latence audio en MAO
Configurer la latence audio en MAO
Configurer la latence audio en MAO

Stellt sicher, dass Ihr Euch den Gesamtwert der Verzögerung anschaut die durch die Hardware erzeugt wird. Beachtet auch, dass eine höhere Samplefrequenz (48, 96, 192 kHz…) zu einer höheren Latenz bei gleichem Buffer Wert führt. Und bedenkt schliesslich, dass das Resultat von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich ausfällt (wieso dem so ist besprechen wir in einem zukünftigen Artikel).

Trial and Error

Sind Eure Einstellungen vorgenommen müsst ihr sie auch noch testen: Aufnahme eines Instrumentes mit Playback ist ein guter Weg um die Verzögerung “zu spüren“. Solltet Ihr gerade kein “echtes“ Instrument griffbereit haben so könnt Ihr auch ein virtuelles zu Hilfe nehmen.

Ein schneller Ratschlag: Aktiviert das Metronom auf Eurem Sequenzer und schaut ob Ihr direkt auf den Klick spielen könnt. Dies hilft Euch dabei herauszufinden ob die Einstellungen für Euch funktionieren oder nicht. Habt Ihr einmal etwas gefunden das sich gut anfühlt notiert die gefundenen Werte als Referenz.

Und dann was?

Das Ziel dieser Tests ist es Euren eigenen Grenzwert zu definieren. Deshalb müsst Ihr die Tests auch “Clean“ mit einem einzigen Instrument durchführen (virtuell oder nicht) und ohne irgendwelche Plug-Ins (diese machen wieder den Latenzwert grösser).

Ein grosses Projekt wird natürlich Eure Hardware mehr belasten. Aus diesem Grund möchte ich in einem zukünftigen Artikel beschreiben, wie man sein Setup am besten “an seine Grenzen“ bringt und so herausfindet wieviel Daten es ertragen kann.

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