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Ein paar Ratschläge wie man seine Aufnahmesessions so erfolgreich wie möglich gestaltet

Zehn Tipps für Aufnahmesessions

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Um einen guten Mix zu erhalten sind natürlich erfolgreiche und ausdrucksstarke Aufnahmesessions extrem wichtig. Nachfolgend ein paar Tipps wie man das Beste aus der Zeit im Studio holen kann.

Bereitet Euch vor

Je besser Ihr Euer Material kennt desto besser werden die Aufnahmesessions. Selbstvertrauen ist extrem wichtig und schlechte Vorbereitung führt zu schlechten Sessions.

Natürlich gibt es immer wieder mal die Situation, dass man mit einer Komposition konfrontiert wird, die man im Vorfeld nicht anhören oder dem jeweiligen Studiomusiker zuspielen konnte. In dem Fall empfiehlt es sich einen möglichst guten Studiomusiker einzuspannen.

Habt einen Plan

In einem kommerziellen Studio stehen alle Mikrofone, Kopfhörer, Mikrofonständer und so weiter bereits bereit. Dieselbe Herangehensweise solltet Ihr auch wenn möglich in Eurem Heimstudio haben - auch wenn Ihr Euch selber aufnehmt.

Stellt ein paar Stühle bereit und ladet die erste Session bereits in Eure DAW. Solltet Ihr an verschiedenen Projekten arbeiten so lohnt es sich zudem diese im Vorfeld zu überprüfen.

Sucht Euch die Mikrofone aus die Ihr für die Session verwenden möchtet - ihr könnt sie später immer noch wechseln, solltet Ihr ‚kreativ‘ werden. Stellt zudem sicher, dass alle Kopfhörer funktionieren und dass Ihr das Playback und die Aufnahmequelle gut hört.

Achtet auch darauf, dass die Kopfhörerkabel lange genug sind und schafft Euch notfalls Verlängerungen an.

Keine halben Sachen

Hört Euch Eure Abhörsituation in den Kopfhörern genau an und richtet einen akzeptablen Kopfhörermix noch vor der Session ein. Habt Ihr Latenz? Dann versucht diese in den Griff zu bekommen oder verzichtet notfalls auf Hall und dergleichen - besser ein trockener als ein verzögerter Klang.

Ach wie süss

Tontechniker reden häufig vom “Sweet Spot“ wenn sie ein Instrument oder eine Stimme mikrofonieren. Das bedeutet aber auf keinen Fall, dass es für Mikrofone immer nur eine richtige Position gibt - da müsst Ihr schon auf Eure Ohren trauen. Bewegt also das Mikrofon bis es für Euch am besten klingt. Dies ist wirklich essentiell und Ihr werdet mit der Zeit immer besser darin - glaubt mir!

Die Übersprecher stoppen

“Bleed“ - oder sogenannte Übersprecher - gibt es wenn ein Instrument auf einem nicht dafür aufgestellten Mikrofon zu hören ist. Dies macht den Mix wesentlich schwieriger. Hört man also auf der Stimme Anteile des Schlagzeugs so kann diese nicht mehr so einfach abgemischt werden.

Dieses Problem gibt es nur wenn man mehrere Musiker gleichzeitig aufnimmt. Speziell das Schlagzeug ist hier problematisch, da es so laut wird. Isoliert die einzelnen Schallquellen also so weit wie möglich - falls vorhanden versucht für jedes Instrument einen eigenen Raum zu finden.

Strategisch gut platzierte Mikrofone und korrekt verwendete Richtcharakteristiken können hier ebenfalls eine grosse Hilfe sein. Nehmt also so wenige Instrument wie möglich auf wenn Ihr gleichzeitig das Schlagzeug mikrofoniert und zapft Euch für Gitarre und Bass auch gerade noch das DI Signal ab. Der Sänger könnte zum Beispiel direkt bei Euch in der Aufnahmeregiee platziert werden.

Der alte “machen wir doch mal einen Probedurchgang“ Trick

In Aufnahmesituationen werden viele ungeübte Musiker nervös. Sie können zwar den Song in- und auswendig, doch sobald die Aufnahmetaste gedrückt wird ist die Entspannung weg. Als Tontechniker kann man sich häufig bereits einen ziemlich guten Take “erschleichen“ indem man dem Musiker sagt er solle einfach mal den Song durchspielen, da man erst einmal die Pegel einstellen müsse. In der Tat nehmt Ihr den Durchlauf aber bereits auf und erhaltet so vielleicht einen ersten entspannten Take. Natürlich funktioniert dies nicht immer und man sollte diese Technik nur gezielt einsetzen.

Ja nicht zu schnell

Wer die ersten Spuren eines Projektes aufnimmt sollte sich im Vorfeld Gedanken über das Tempo machen. In fast jedem Projekt wo wir uns einfach mal für ein Tempo entschieden haben waren wir am Ende unzufrieden und hätten es uns entweder schneller oder langsamer gewünscht. Das Tempo muss schon in der Probe definiert werden - glaubt mir das!

Nehmt Eure Songs zudem wenn möglich auf einen Klick auf - das ist alles nur Gewöhnungssache. Ein Klick ist vor allem bei Editieren und Mixen eine grosse Hilfe und garantiert, dass der Song auch im richtigen Tempo aufgenommen wird.

Damit Ihr alle involvierten nicht in den Wahnsinn treibt solltet Ihr Euch für einen Klang entscheiden der sich nicht auf die Dauer in die Gehörwindungen Eurer Musiker schneidet. Manchmal reicht auch schon ein einfacher Drum Loop an Stelle eines Klicks.

Achtet auf die Ohren

Eure Ohren werden während einer langen Aufnahmesession schnell ermüden und zu hohe Lautstärken in Kopfhörern können da überaus problematisch sein. Zum einen setzen sie Eure Musiker ungesunden Schallpegeln aus, gleichzeitig hören sie so immer weniger effektiv was sie spielen.

Haltet Eure Kopfhörerpegel also so tief wie nur möglich. Natürlich könnt Ihr keinen Musiker dazu zwingen, doch wenn sie nach mehr Volumen im Mix verlangen dann seid mit den Anpassungen eher konservativ.

Übertreibt es nicht

In Zeiten von 24 Bit Aufnahmen ist das Einstellen von Aufnahmepegeln viel einfacher geworden. 24 Bit bietet ein wesentlich tieferes Grundrauschen, doch es tönt auch hier immer noch überaus schlecht wenn der Maximalpegel überschritten wird. Eure Peaks sollten also bei maximal -8dB zu liegen kommen bei einem Durchschnittspegel irgendwo zwischen -15 bis -20 dB.

Total Recall

Fehler passieren und so lohnt es sich durchaus für Aufnahmesituationen eine Möglichkeit einzuräumen mit der man sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder herstellen kann. Ich schreibe mir aus diesem Grund auf welches Mikrofon zum Einsatz kam, wo es platziert war und welches Instrument mit welchen Einstellungen aufgenommen wurde. Ich mache sogar ein paar Bilder mit meinem Handy.

Dies ist bei Software Instrumenten kein zu grosses Thema, doch möchte man zum Beispiel eine E-Gitarre nochmals aufnehmen so wird es schon schwieriger sich daran zu erinnern welchen Effekt, Verstärker und Gitarre mit welchen Einstellungen man verwendet hatte.

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