Einstiegsratgeber
Thematische Foren Einstiegsratgeber
  • Textgrösse erhöhen oder verringern
  • Drucken

Latenz bei Aufnahmen verstehen und minimieren - Teil 1

Was ist Latenz?

  • Like
  • Tweet
  • +1
  • Pin it

Jeder Musiker der mit einem Computer Aufnahmen macht wird mit diesem Problem konfrontiert. Verzögerte Audiosignale, komische Fehler bei der Arbeit mit MIDI, Knackser und andere klangliche Artefakte. Ja, Latenz nervt. Zum Glück gibt es da mehrere Tricks mit der sich die Latenz besser in den Griff kriegen lässt.

OK, aber...was ist es denn genau?

Zuerst einmal sollte man sich bewusst werden was genau Latenz ist und weshalb wir uns damit rumschlagen müssen. Mit der Latenz wird die Verzögerung zwischen einer Aktion (zum Beispiel Drück einer Keyboard Taste) und der effektiven Antwort (der Klang wird hörbar) beschrieben.

Gibt es so etwa wie keine Latenz?

Auch wenn gewisse Hersteller damit Werbung machen so gibt es dies eigentlich nicht. Was dies bedeutet ist, dass die Latenz nicht mehr hörbar ist und sich unterhalb der 2ms Grenze befindet.

Bei Computern gibt es zwei Arten von Latenz: Hardware und Software Latenz. Es ist auch gut zu wissen, dass sich beide beeinflussen und die Latenzvoraussetzungen für Aufnahmen und Mixing sehr unterschiedlich sind. Bei Aufnahmen sollten die Latenzwerte so gering wie nur möglich sein. Drückt man eine Keyboard Taste und hört den Klang erst eine Sekunde später so wird das nichts mit der Performance. 

Einfach ausgedrückt beschreibt die Hardware Latenz wie lange es geht bis der Computer und das Audio Interface Daten an den Sequenzer (DAW) schickt und diese anschliessend wieder in Audio umgewandelt zurück an die Ausgänge des Interfaces schickt. 

Und was ist die Relation zwischen Samples und Millisekunden?

Wird ein analoges Signal in ein digitales umgewandelt so wird dies in bestimmten Intervallen digitalisiert (bei 44.1 kHz Musik erfolgt dies zum Beispiel 44'100 mal pro Sekunden). Wird eine Latenz also in Samples ausgedrückt so hängt es von der Sampling Rate hab wieviele Millisekunden damit beschrieben werden. Bei 96 kHz wäre das dann kürzer also bei 48 kHz. 

Software Latenz kommt von leistungshungrigen Plug-Ins. Jedesmal wenn Ihr ein neues Plug-In aufstartet muss Euer Computer ein wenig mehr rechnen. Gewisse Plug-Ins sind dabei wesentlich fordernder was Ressourcen angeht als andere. 

Nachfolgend eine Liste von Softube welche die Latenz jedes einzelnen Plug-Ins beschreibt. 

Comprendre la latence

Dasselbe von UAD:

Comprendre la latence

Oder auch Voxengo, welche diese Information direkt in ihrem Plug-In anzeigen:

Comprendre la latence

Normalerweise werden die benötigten Ressourcen in Samples angegeben. Je mehr Samples das Plug-In benötigt desto mehr Latenz gibt es. 

Der Buffer macht es

Um den besten Kompromiss zwischen sehr kurzen Latenzzeiten (welche viel CPU Leistung benötigen) und einer sehr hohen Latenz muss man durch Try-and-Error herausfinden. Der wichtigste Wert ist hier die Grösse des 'Buffers' - also der Ort wo die Daten kurzfristig vor der Bearbeitung gespeichert werden. Ist der Buffer klein kann er schnell überlaufen und Daten verlieren (man hört dies in Form von Knacksern), doch die Latenzzeit wird kürzer sein. 

Was ist also besser - schnell und instabil oder stabil und träge?

Um euch die Relation zwischen Buffer Grösse und Latenzzeit ein wenig besser verständlich zu machen habe ich Euch zwei Beispiele mit extremen Einstellungen:

Mit einem 32-Sample Buffer ist die Latenzzeit global bei 3.2 ms. Resultat: Man hört keine Verzögerung, doch das System benötigt viel mehr Ressourcen. 

In diesem zweiten Beispiel ist der Buffer auf 1024 Sample und das System hat mehr Reserven. Doch die Latenz ist jetzt auf 48.2 ms! Damit kann man unmöglich ein virtuelles Instrument spielen.

In der nächsten Folge werden wir ein paar Methoden besprechen wie man die besten Einstellungen findet und vor allem in welchen Fällen diese verwendet werlden sollten.

Sind Sie der erste, der auf diesen Artikel reagiert
  • Like
  • Tweet
  • +1
  • Pin it