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Wie man ungewollte Nebengeräusche aus Tonaufnahmen entfernt

Störgeräusche weg!

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So sehr wir es auch versuchen, so schleichen sich doch immer wieder unschöne Nebengeräusche in unsere Aufnahmen. Dabei kann es sich um eine Live Aufnahme handeln bei der die Klangquelle sehr leise war und das Mikrofon unschöne Nebengeräusche aufgenommen hat. Aber auch stark verzerrte Gitarren mit ihrem klassischen Brummen oder eine Lüftung die aus Versehen während einer Studio Session aufgenommen wurden sind klassische Fälle. Manchmal fallen diese Störgeräusche im Mix auch gar nicht auf, doch wenn sie an einer Stelle alleine ausklingen treten dann unschöne Artefakte auf.

Ran an den Lärm

Störgeräusche sind bei Sprachaufnahmen (wie Hörbücher, Aussenaufnahmen, Podcasts und so weiter) oftmals besser zu hören. In diesen Situationen werden oftmals Geräusche der Kamera oder des Aufnahmegeräts, oder bei geringen Lautstärken verschiedene Umgebungsgeräusche aufgenommen. Hebt man diese ohnehin eher leisen Aufnahmen dann auf einen brauchbaren Pegel an, so treten alle diese Störgeräusche unschön in den Vordergrund.

X-Noise ist eine Anwendung zur Reduktion von Störgeräuschen aus dem Waves Restoration Bundle

Störgeräusche wie das gerade eben beschriebene verteilen sich häufig über ein breites Frequenzspektrum und werden deshalb auch als 'Broadband Noise' umschrieben. Zum Glück gibt es Anwendungen und Plug-Ins welche genau solche Störungen reduzieren können. Diese Werkzeuge sind häufig Teil eines grösseren Restaurations- Bundles (und können als eigenständige Anwendung oder als Plug-In betrieben werden), wie zum Beispiel iZotope RX3Waves Restoration BundleSonnox RestoreWave Arts Master Restoration Suite, oder Soundness Soundsoap 3. Diese Bundles beinhalten oftmals auch Anwendungen mit denen sich gezielt Klick-, Pop- und Brummgeräusche entfernen lassen. In diesem Artikel werden wir uns jedoch auf den eben erwähnten 'Broadband Noise' konzentrieren.

Weniger ist mehr

Das erste was das Plug-In erkennen muss ist was genau ungewollte Störgeräusche sind und was gewollte Klanginformationen sind. Da Ihr offensichtlich den Grossteil der Aufnahme behalten möchtet sollte die Absenkung so limitiert wie nur möglich erfolgen und sich nur auf das Frequenzband auswirken in dem auch wirklich Störgeräusche vorhanden sind.

In diesem Beispiel aus iZotope RX3 Advanced wurde ein Teil ausgewählt in dem die Störgeräusche isoliert zu hören sind. Auf diese Weise kann die Software ein Profil erstellen. Achtet auf die 'Threschold' und 'Reduction' Regler auf der rechten Seite.

Dies wird über eine 'Learn' Funktion bewerkstelligt bei der man eine kleine Stelle der Aufnahme analysiert an der nur Störgeräusche zu hören sind. Die Software analysiert die Auswahl und errechnet ein so genanntes 'Noise Profile'. Sollte es keine isolierte Stelle geben, so wird die Aufgabe ein wenig anspruchsvoller - dennoch schafft es die Software auch in diesem Fall häufig einen ganz guten Vorschlag zu erstellen.

Nachdem das 'Noise Profile' angelegt wurde erstellt die Anwendung automatisch eine optimale Einstellung. Normalerweise muss man hier noch ein wenig nachhelfen: Die wichtigsten Regler sind hierbei normalerweise 'Threshold' und 'Reduction Level'. Fällt die im Noise Profile angezielte Frequenz unterhalb des eingestellten Grenzwertes so fängt die Anwendung an einzugreifen. Die Stärke des Eingriffs wird durch den 'Reduction Level' beschrieben und je höher der eingestellt ist, desto stärker wird das Signal berechnet.

Warum also nicht einfach beide Regler voll aufdrehen? Das Problem ist, dass bei zu starker Bearbeitung unschöne klangliche Artefakte hervortreten, welche der Audiodatei einen verwaschenen Sound ohne Höhen und Definition verleihen.

Normalerweise muss man mit beiden Reglern etwas arbeiten bis man die optimale Einstellung gefunden hat. Je 'unreiner' das Signal ursprünglich ist, desto schwieriger wird man es hier haben. Eine Aufnahme bei der die Störgeräusche lauter als die eigentliche Aufnahme ist wird daher praktisch unmöglich zu bearbeiten sein.

Ausklingen

Hier sind ein paar Beispiele einer Broadband Noise Reduction in der Anwendung. Dafür kam das Denoiser Modul aus Isotope RX3 Advanced zum Einsatz.

Zuerst eine Sprachaufnahme wo die Stimme zu weit weg vom Mikrofon und zu leise war.

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Dies ist dieselbe Aufnahme mit angwendeter Broadband Noise Reduction.

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In diesem Beispiel wurden 'Reduction' und 'Threshold' zu hoch eingestellt, was zu Nebengeräuschen und Klangverlust führte.

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In diesem eher übertriebenen Beispiel spielt eine stark verzerrte E-Gitarre einen Akkord und lässt ihn ausklingen. Beim Ausklingen hört man das Brummen des Distortion Pedals und des High-Gain Verstärkers.

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Hier dasselbe Beispiel mit angewandter Noise Reduction. Wie Ihr hört gingen hier ein paar Höhen verloren da das Störgeräusch im Gegensatz zum Signal relativ hoch war. Manchmal hat man also keine Wahl und verliert bei dieser Bearbeitung ein wenig Klangqualität - es ist hier oftmals ein Akt der richtigen Balance.

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