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Der Weg zum richtigen Mix - Teil 35

Serielle Kompression
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Jetzt wo wir die Grundlagen bei Kompressoren durchgegangen sind möchte ich mit Euch ein paar Tipps und Tricks anschauen die für Euch sicherlich überaus nützlich sein dürften. Diese Woche besprechen wir eine Technik die auf den ersten Blick sehr einfach zu sein scheint, aber bei der wie immer der Teufel im Detail steckt: Serielle Kompression.

Serienmörder

Stellt Euch vor Ihr wollt dem Instrument mehr Druck geben und es gleichzeitig etwas ausgewogener in den Song einbetten. Wie wir in den letzten zwei Artikeln gesehen haben kann man mit einem Kompressor beides sehr gut hinkriegen, doch benötigt man dazu zwei komplett unterschiedliche Einstellungen. Was also tun? Man könnte zwei Kompressoren verwenden - also nacheinander. Hier ist aber Vorsicht geboten denn ganz so einfach ist die Sache natürlich nicht.

Zuerst einmal müsst Ihr Euch die Reihenfolge der Kompressoren anschauen. Um einen druckvollen und ausgewogenen Sound zu erhalten sollte der erste Kompressor das Signal konsistenter machen und der zweite dem Signal Druck verleihen. Umgekehrt wäre der ganze Prozess eher kontraproduktiv da die ausgleichenden Einstellungen des ersten Kompressors gegen die Durck erzeugenden Einstellungen des zweiten Kompressors ankämpfen würden.

Denkt daran, dass die Ratio Werte von Kompressoren die in Serie arbeiten nicht einfach summiert sondern multipliziert werden! Hat der erste Kompressor zum Beispiel einen Ratio von 4:1 und der zweite einen Ratio von 6:1 so ist das Resultat nicht 10:1 sondern 24:1. Natürlich vereinfache ich hier die Dinge ein wenig und die beiden Kompressoren teilen natürlich nicht dieselben Attack und Release Werte und so weiter. Der Einsatz mehrerer Kompressoren bedeutet jedoch, dass Ihr sehr genau auf die Ratio Einstellungen achten müsst, da Ihr sonst Gefahr lauft das Leben aus Euren Aufnahmen zu quetschen.
Ihr solltet zudem den Einsatz dieser Technik mit realistischen Erwartungen entgegentreten. Es ist also nicht wirklich realistisch einen überaus druckvollen und gleichzeitig ausgewogenen Klang zu erhalten - häufig erhält man leider nur einen unbrauchbaren Brei, auch wenn die Kompressoren eigentlich “richtig“ eingestellt sind. Am Ende entscheiden also wieder Eure Ohren.
Ich möchte abermals unterstreichen, dass man es mit dieser Technik nicht übertreiben sollte. Wer immer zwei oder Kompressoren in eine Spur hängt wird am Ende niemals wirklich mit dem Resultat zufrieden sein. Aus diesem Grund möchte ich nochmals zwei Dinge erwähnen:

    •    Was Mixing angeht so ist weniger immer mehr
    •    Kompressoren sind wie Antiobiotika - man darf sie nie einfach so verwenden!

Man sieht sich nächste Woche wenn wir die parallele Kompression durchnehmen.

 

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