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Der Weg zum richtigen Mix - Teil 74

Reverb trifft auf Kompression

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Heute schauen wir uns an wie man Reverb und Kompression miteinander vereint. Auf den ersten Blick mag es etwas merkwürdig erscheinen einen Hall komprimieren zu wollen, doch bei genauerer Betrachtung ist der Kompressor hier ein überaus nützliches Werkzeug um den Hallanteil einstellen zu können.

Pre-Reverb Kompressor

Comp into Rev on Aux

Einen Kompressor vor das Reverb zu hängen ist eine gängige Methode um ein Reverb zu zämen das eher übermütig auf Transienten reagiert. Ist das Originalsignal an sich schon reich an Transienten so kann man hier schnell auf Probleme treffen und beim Mix an Transparenz verlieren.

Dieses Phänomen tritt häufig bei perkussiven Instrumenten in Erscheinung, doch nicht nur dort. Ein Slap Bass, stark angeschlagenes Klavierspiel und sogar aggressive Rap Vocals können durch solche Halleffekte mit Mitleidenschaft gezogen werden. Fällt Euch also grundsätzlich nach dem Einschalten des Halleffekts auf, dass das Signal an Druck verloren hat, dann macht es Sinn zum Kompressor zu greifen.

Der Einsatz ist hier zudem denkbar einfach! Im Reverb Aux müsst Ihr dazu nur vor dem Hall einen Kompressor einschalten. Stellt diesen anschliessend wie folgt ein: Threshold tief genug damit der Kompressor auch bei leiseren Transienten arbeitet, Ratio zwischen 6:1 und 10:1 (um diese so stark wie möglich abzusenken), kurze Attack und Release Zeiten (damit der Kompressor nur in den Peaks arbeitet) und schliesslich kein Make-Up Gain, da man hier ja das Signal nicht anheben möchte.

Mit diesen Einstellungen werden alle Transienten abgesenkt die in den Hallkanal gespiesen werden. Das Signal beisst sich somit weniger mit dem Originalsignal und beeinträchtigt nicht den Druck und die Klarheit des Mixes.

Ihr könntet Euer Leben noch einfacher machen und den Kompressor mit einem Transient Processor austauschen. In diesem Fall müsstet Ihr lediglich die Transienten mit dem richtigen Regler absenken um das gewünsche Resultat zu erzielen. Das Elegante an diese Lösung ist zudem, dass Ihr Euch hier keine Gedanken über das Volumen des Aux Signals machen müsst. Verändert Ihr dieses also zu einem späteren Zeitpunkt so müsst Ihr nicht eine komplexe Bearbeitungskette im Griff behalten, sondern könnt diese ganz einfach Euren Bedürfnissen anpassen.

Trotzdem bevorzuge ich einen Kompressor da ich hier die Kontrolle über die Release Zeit habe und damit kann man den Groove wunderbar beeinflussen! Ich spiele sehr häufig mit dieser Zeit Konstante, denn ich möchte nicht nur die Transienten aus meinem Reverb entfernen, ich möchte dem Hall zusätzlich einen leicht rhythmischen Aspekt geben um den Groove hervorzuheben.

Im nächsten Artikel schauen wir uns die Post-Reverb Kompression an.

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