Einstiegsratgeber
Thematische Foren Einstiegsratgeber
  • Textgrösse erhöhen oder verringern
  • Drucken

Den Podcast editieren, mischen und finalisieren

Podcast Produktion - Grundlagen Teil 2

  • Like
  • Tweet
  • +1
  • Pin it

Im ersten Teil dieser 2-teiligen Serie haben wir die verschiedenen Podcast Varianten besprochen. In diesem zweiten Teil schauen wir uns an wie man einen Podcast editiert und zusammensetzt.

Musik und SFX

Da Ihr diesen Artikel auf Audiofanzine lest gehe ich mal davon aus, dass Ihr Musiker oder Komponist seid, oder Euch diese Thematik zumindest nicht allzu fremd ist. Aus diesem Grund empfehle ich Euch ein Intro und Hintergrundmusik für Euren Podcast zu schreiben.

Über Creative Commons Lizenzen ist eine Menge Musik erhältlich.

Es gibt aber auch lizenzfreie Musik, die man ganz einfach verwenden kann. Sucht dazu auf Google einfach mal nach Creative Commons Music und Ihr werdet schnell fündig.

Wer von Euch Apple Logic Pro X oder GarageBand verwendet findet zudem in der “Jingles” Sektion eine Auswahl gut produzierter Musikstücke aus allen Stilrichtungen, die ohne weitere Lizenzabklärungen verwendet werden können.

Egal für welches Angebot das Ihr Euch entscheidet, sichert auf den Fall ab, dass Ihr für die verwendete Musik die nötigen Lizenzen besitzt.

Editieren

Beim Editieren Eures Podcasts werdet Ihr in einem ersten Durchlauf das gesamte Material einmal anhören und die Teile herausschneiden die Ihr nicht verwenden möchtet. Auch Änderungen in der Abfolge können jetzt vorgenommen werden.





Für diesen Podcast mit Logic Pro X sind die einzelnen Elemente alle auf einer eigenen Spur.

Als nächstes müsst Ihr Eure Spuren in der DAW organisieren. Verwendet dazu für die verschiedenen Inhalte (Intro, Musik, Sprache) verschiedene Spuren. Hört Euch das gesamte Werk an und schneidet alle Störgeräusche raus (falls nötig).

Ungewollte Popgeräusche werden an dieser Stelle ebenfalls entfernt. Zoomt dazu bei den Popgeräuschen sehr nah in die Wellenform heran und senkt es anschliessend gezielt ab - mindestens -6dB. Manchmal muss man es komplett herausschneiden, doch das kann auch dazu führen, dass die Bearbeitung zu hören ist. Wie immer macht auch hier die Übung den Meister.

Achtet auch auf das Tempo und schneidet übermässig lange Pausen heraus.

Achtet darauf, dass alle Übergänge so nahtlos wie möglich sind und verwendet wo nötig Fades.

Sind einmal alle Teile des Podcasts fertig editiert kann man sich an den Mix machen. Dies ist weitaus weniger kompliziert als ein Stück Musik zu mischen, da man im Wesentlichen nur die Stimme und eventuelle Hintergrundgeräusche kombiniert.

Pegel ausgleichen

Ihr müsst zum einen die einzelnen Spuren untereinander abgleichen und gleichzeitig darauf achten, dass das gesamte Programm eine gleichmässige Lautstärke besitzt. Über 15 bis 30 Minuten kann der Gesamtpegel schon einmal schwanken.

Schaut man sich den gesamten Podcast an so sieht man schnell Volumenschwankungen.

Bei einem Podcast kann man aber zum Glück auch nach dem Bouncen noch Volumenschwankungen anpassen. Lädt man den Mix wieder in seine DAW so sieht man sehr schnell ob der Pegel über das gesamte Projekt schwankt oder nicht.

Solange Ihr aber noch an der Originaldatei arbeitet solltet Ihr Volumenautomationen verwenden um alles ins Gleichgewicht zu bringen. Bei zwei Stimmen die auf zwei Spuren verteilt sind ist dies eine einfache Sache. Sind jedoch beide Stimmen auf einer Spur so müsst Ihr ein bisschen mehr Hand anlegen.

EQ und Kompressor: Was EQ und Kompressor Einstellungen angeht so gelten die gleichen Regeln wie bei der Musik. Es empfiehlt sich ein Lo-Cut Filter auf der Stimme um Trittgeräusche und dergleichen zu entfernen. Bei Kompressoren kann man einfach mal ein Sprecher Preset auswählen und für die Stimme anpassen - verwendet diesen jedoch nur wenn es absolut notwendig ist. Am Ende der Kette lohnt es sich auf der Summe noch einen Limiter einzuschalten.

Was die Entfernung von Nebengeräuschen angeht so gibt es da verschiedene Anwendungen (z.B. DeHum und DeNoise von Waves) die solche Dinge automatisch entfernen, stellt man diese jedoch zu extrem ein so tönt die Stimme schon sehr schnell also ob sie unter Wasser wäre. Oftmals ist hier ein Kompromiss gefragt und es lohnt sich bereits bei der Aufnahme darauf zu achten einen optimalen Klang einzufangen.

 

Auf MP3 konvertieren

Seid Ihr glücklich mit Eurem Podcast ist es an der Zeit das ganze Projekt in MP3 zu konvertieren. Gewisse Podcasts werden auf 96 Kbps kodiert, doch solltet Ihr in Eurem Podcast Musik verwenden so empfehle ich 128 Kbps. Dieses Entscheidung hängt natürlich auch davon ab, ob Ihr eine Dienstleistung verwendet die eine Maximalgrösse für den Upload vorsieht.

Beim Konvertieren dürft Ihr zudem nicht vergessen die Metatag Informationen (ID3) auszufüllen damit Euer Podcast während des Abspielens korrekt dargestellt wird.

Abschliessende Gedanken

Diese 2-teilige Serie hat sich auf die Produktion eines Podcasts beschränkt. Wer ein Podcast Produzent werden möchte sollte zudem lernen einen eigenen Podcast zu hosten, einen RSS Feed zu erstellen, und bei iTunes oder vergleichbaren Dienstleistern zu registrieren. Viel Glück und Spass beim Podcasting!

Sind Sie der erste, der auf diesen Artikel reagiert
  • Like
  • Tweet
  • +1
  • Pin it