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Wie man auf Loops basierte Schlagzeugspuren so realistisch wie möglich gestaltet

Mit Drum Loops arbeiten - Teil 1
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Ich bin kein Schlagzeuger, produziere aber in meinem Studio häufig Stücke mit Schlagzeugspuren. Manchmal habe ich das Glück einen echten Schlagzeuger aufnehmen zu können, doch in den meisten Fällen ist das halt etwas zu umständlich. Stattdessen greife ich häufig auf Loops zurück. Da es sich hierbei um professionell gemischte Aufnahmen von echten Schlagzeugern handelt, erhält man auf diese Weise sofort einen realistischen Klang. Die echte Herausforderung besteht jedoch darin eine Schlagzeugspur zu produzieren, die einen ganzen Song lang die Illusion eines echten Schlagzeugers aufrecht erhält.

In diesem Artikel zeige ich Euch ein paar Techniken die für mich über die Jahre bei der Arbeit mit Stereo Drum Loops immer wieder zu guten Resultaten geführt haben. Gewisse Drum Loops stehen auch als Multitrack Format zur Verfügung, doch für den Augenblick werden wir uns auf Stereo Loops konzentrieren.

Verliert das Tempo nicht

Die Möglichkeiten vieler DAWs zur Zeitkorrektur, sowie automatisch anpassbare Loop Formate wie REX und Apple Loops machen es relativ einfach Loops dem Tempo des eigenen Stücks anzupassen. Seid dennoch vorsichtig - radikale Tempoänderungen tönen nicht nur komisch, sondern Ihr lauft auch Gefahr den Groove dieser Loops zu ruinieren. Ihr könntet natürlich auch auf das ursprüngliche Tempo der ausgewählten Drum Loops hinarbeiten.

Die Abwechslung verleiht den Drums die Würze

Eine der grössten Schwächen vieler Schlagzeugspuren die auf Loops basieren sind die vielen Wiederholungen. Nehmt Ihr einen Drum Loop und wiederholt diesen acht mal in der Strophe so wird dies nicht sonderlich realistisch klingen. Hört Euch mal einen echten Schlagzeuger genau an und Ihr werdet merken, dass es innerhalb einer Strophe immer wieder zu kleinen Veränderungen kommt. Ich meine zum Beispiel die kleinen Änderungen im Spiel wie ein offener Hi-Hat auf dem dritten Beat, der sich nicht in jedem Takt wiederholt, oder eine Snare, die manchmal eine Off-Beat Achtelnote spielt.

iese Loop Liste aus 'Drums on Demand Volume 4's "Crackin' Snare Boogie" zeigt die Vielzahl an Variationen und Fills die man bei einer guten Loop Sammlung erhält.

Hört Euch Songs an bei denen Euch die Schlagzeugspuren ausserordentlich gut gefallen und konzentriert Euch wirklich auf den Schlagzeuger - Ihr werdet schnell hören was ich mit Variation meine. Natürlich gibt es Songs wo der Schlagzeuger etwas mehr nach Computer klingt, doch in den meisten Fällen klingen die Spuren wegen eben diesen Variationen so natürlich.

ADer Einsatz von Audio Loops wird bei solchen Variationen schnell zu einer Herausforderung - hoffentlich stellt Euch die Loop Sammlung verschiedene Variationen zu Verfügung. Euer Job ist es jetzt daraus eine glaubbare Performance zusammen zu setzen. Grosse Änderungen innerhalb einer Sektion funktionieren da eher selten - man sollte also eher darauf verzichten innerhalb einer einzigen Strophe von einem auf Hi-Hat basierten Beat auf eine treibende Ride zu wechseln. Stehen Euch dagegen zwei verschiedene Hi-Hat Patterns zur Verfügung könnte es durchaus Sinn machen diese ab und an abzuwechseln.

Gehackt und gewürfelt

Stehen Euch keine Variationen zur Verfügung, so könnt Ihr Eure Loops in Eurer DAW entsprechend anpassen. Nehmt zum Beispiel eine Snare, Hi-Hat oder Kick, schneidet den Bereich und setzt ihn an einem anderen Ort wieder ein. Vielleicht müsst Ihr den Loop auch anpassen um die Bass Drum im Downbeat eines Taktes auf den letzten Achtel oder Sechzehntel zu setzen um ihn dem Bass oder der Rhythmusgitarre anzupassen.

 Eine Snare wurde kopiert und auf einer zweiten Spur eingesetzt damit sie den nachfolgenden Hit nicht beim Ausklingen stört.

Manchmal kann man ganz einfach innerhalb des Loops editieren. Gibt es jedoch dort wo Ihr die Snare einsetzen möchtet bereits ein anderes Instrument, dass eigentlich noch ein wenig ausklingen möchte, so kann dies plötzlich etwas unnatürlich klingen. Hier sollte man eine zweite Spur mit genau denselben Einstellungen erstellen und die Snare (oder welches Instrument man auch immer einsetzen möchte) dort einsetzen.

Entnehmt Ihr einer Spur einen bestimmten Hit und tönt dieser anschliessend an dieser Stelle unnatürlich, so versucht doch mal an dieser Stelle einen Hi-Hat oder 'Raumklang' aus einer anderen Spur einzusetzen. Für alle diese Arten von Bearbeitungen ist natürlich auch der Crossfade Euer grosser Freund.

Bei den meisten Loops erhält man zudem noch individuell eingespielte Hits um solche Änderungen gezielt und musikalisch vornehmen zu können.

Im zweiten Teil werden wir uns dem komplexen Thema der Fills annehmen.

Schaut Euch zum Thema Drum Editing doch noch das folgende Video an:

 

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