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Wie man Kompressoren im Mastering einsetzt

Mastering zu Hause — Teil 6

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Heute schauen wir uns Kompression im Mastering Prozess ein wenig genauer an. Dies ist immer noch ein Bearbeitungsschritt der von vielen falsch verstanden wird.

Wieso ein Kompressor?

Auch wenn dies häufig gesagt wird, so besteht die wichtigste Aufgabe eines Kompressors nicht darin das gehörte Volumen zu erhöhen, sondern darin die Dynamik eines Stücks ausgewogener zu gestalten. Damit ist gemeint, dass der Unterschied zwischen dem lautesten und leisesten Teil eines Stücks reduziert wird. Das macht es für den Zuhörer angenehmer, da er nicht ständig am Volumenregler seiner Stereoanlage drehen muss - nicht nur während eines Songs, sondern über das gesamte Album.

Diese Resultate kann man erreichen ohne dass man hier drastische Einstellungen vornehmen muss. Wie wir gleich sehen werden führen geringfügige Einstellungen zu den besten Resultaten.

Methodologie

Wer mehr über die verschiedenen Funktionen eines Kompressor lernen möchte, der sollte sich den vorherigen Artikel/a> zu diesem Thema anschauen.

Zuerst solltet Ihr Euch ein Ziel setzen: 2 dB bis 3 dB Absenkung reicht in den meisten Fällen locker aus. Arbeitet man eher im Dance Floor bereich kann es auch mal ein wenig mehr sein, Leute aus dem Klassik Bereich bevorzugen dagegen weniger. Auf jeden Fall muss die Bearbeitung genug 'Luft' haben und für den Zuhörer nicht als solche hörbar sein.

Home Mastering - Compression

Das Ziel vor Augen schauen wir uns als erstes den 'Ratio' Wert an. Auch hier gilt der Grundsatz, dass man es nicht übertreiben darf! Ein 2:1 Wert ist schon ein ziemlich deftiger Wert und kann durchaus einem lebendigen Mix zu Leibe rücken. Zieht eine Attack Zeit von 20 bis 30 Millisekunden und eine Release Zeit von 250 Millisekunden als Startwert in Betracht. Senkt dann Euren 'Threshold' so weit bis Ihr eine Absenkung von 2 dB bis 3dB in den lautesten Bereichen habt. Dreht falls nötig Makeup Gain auf um das Gesamtvolumen wieder anzuheben und vergleicht immer ganz genau wie genau sich der Mix zum unkomprimierten Mix verändert hat. Sticht nichts unschön hervor, so seid Ihr auf dem richtigen Weg.

Als nächstes kümmern wir uns um die 'Attack' und 'Release' Werte. Fangt an indem Ihr den Attack Wert sorgfältig absenkt. Sobald Euch ein 'Knistern' auffält, seid Ihr zu weit gegangen, da ein sehr schneller Attack Wert zu Verzerrungen führt. Dieser Effekt kann während des Mixdowns durchaus interessant sein, doch wir sind hier beim Mastering und sollte aus diesem Grund den Regler wieder ein paar Millisekunden zurück drehen. Den Release Wert einzustellen bedarf genauso viel Sorgfalt. Ein langsamer Release führt zu einem hörbaren Pumpen des Mixes, während ein zu schneller Release dem Kompressor zwischen zwei Peaks nicht ausreichend Zeit zum Erholen gibt. Ihr müsst also die richtige Balance finden damit der Kompressor arbeiten kann, aber nicht als solcher wahrgenommen wird. Schaut einmal auf die erzielte Gain Reduction - bei einer guten Einstellung sollte diese mit Eurer Musik 'tanzen' ohne dabei den Rhythmus vorzugeben. Beachtet auch, dass Attack und Release immer auch wieder einen Einfluss auf die Absenkung haben und man jeweils den Threshold und den Makeup Gain auch neu einpegeln muss um die gewünschte Absenkung von 2 dB bis 3 dB zu erreichen.

Home Mastering - Compression

Wir haben jetzt noch gar nicht vom 'Knee' Wert geredet. Muss dieser auf Soft oder Hard eingestellt sein? In den meisten Fällen empfiehlt sich eine Soft Knee Einstellung, da man so ein transparenteres Ansprechverhalten erhält. Mir persönlich gefällt jedoch die Hard Knee Einstellung besser, da sie für meine Ohren vor allem bei moderner Musik musikalischer daherkommt.

Sind alle Werte wunschgemäss eingestellt solltet Ihr jetzt ein in der Dynamik ausgewogenes Klangbild haben, ohne dass dabei die Lebendigkeit Eurer Musik darunter leiden musste. Die verschiedenen Instrumente sollten jetzt enger zusammenhängen - ein Effekt der häufig als 'Glue' (also Leim) bezeichnet wird. Das mag jetzt ein wenig vage klingen, doch Ihr werdet es schon hören wenn Ihr alles richtig gemacht habt!

Im nächsten Artikel werden wir uns das heikle Thema Multiband Kompression ein wenig genauer anschauen.

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