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Wie man den EQ im Mastering einsetzt - Die Theorie

Mastering zu Hause - Teil 4

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Beim Mastering kann der EQ Euer bester Freund oder Euer Erzfeind sein. Welches von beidem es am Ende ist hängt von Eurem Verständnis des Wortes 'geringfügig' ab.

Für was braucht man genau einen EQ?

EQ wird beim Mastering für Klangfärbungen und klangliche Balance verwendet. Das steht natürlich in direktem Bezug zu dem Song an dem man gerade arbeitet. Dennoch sollte man immer auch das Grosse Ganze im Auge behalten, damit jeder Song für sich seinen Platz auf dem Album finden kann. Es ist also genau so wichtig, dass der einzelnen Song so gut wie möglich klingt und gleichzeitig der gesamte Spannungsbogen des Albums ausgewogen wirkt.

Auf die Wahl kommt es an

Bevor Ihr anfangt müsst Ihr Euch zwei Dinge Fragen: Was für einen EQ Ihr einsetzt und wo werdet Ihr ihn im Signalpfad einsetzen? Es gibt da zum einen zwei grundlegende Arten der EQs: 'transparente' EQs und solche welche den Klang 'färben'. Ganz abhängig davon was Ihr erreichen möchtet müsst Ihr Euch zwischen diesen beiden entscheiden.

Mastering EQ

Als Faustregel gilt, dass ein transparenter EQ dazu dient gewisse Frequenzen aus dem Signal herauszunehmen, während ein färbender EQ sich besser dazu eignet Frequenzen anzuheben. Was die Frage betrifft, ob man den EQ vor oder nach der Dynamiksektion einsetzen sollte so stellt sich wiederum die Frage, was man genau erreichen möchte? Die bevorzugte Arbeitsweise ist es den EQ vor den Kompressor zu hängen wenn man Frequenzen absenkt und danach wenn man Frequenzen anhebt. Doch dies ist keine fixe Regel und man wird häufig zwei EQs einsetzen - einen vor und einen nach dem Kompressor. Bedenkt auf jeden Fall, dass vor dem Kompressor angehobene Frequenzen genau durch diesen wieder bearbeitet werden und dies durchaus schnell konterproduktiv werden könnte.

Die Methode

Wir werden hier nicht ins Detail gehen und erklären wie genau ein EQ funktioniert. Stattdessen konzentrieren wir uns darauf welche Instinkte Ihr besitzen müsst um das beste aus Eurer Musik herausholen zu können. Die beste Methode einen Mix nicht zu verschlechtern ist es wenn möglich hauptsächlich Frequenzen abzusenken und nur wenn nötig anzuheben. Fehlt Euch bei einem Song als etwas 'Luft', so sollte man zuerst einmal versuchen die Mitten abzusenken und nicht stattdessen die Höhen anheben. Ist erst einmal alles aufgeräumt und man ist immer noch nicht zufrieden mit dem Gehörte, so kann man immer noch auf ein leichtes Anheben gewisser Frequenzen zurückgreifen.

Damit sich die EQ Bearbeitung so natürlich wie möglich anhört, sollte man beim Anheben immer so schmalbandig wie möglich arbeiten (also mit einem hohen Q Faktor) und beim Absenken immer eine möglichst hohe Bandbreite (hoher Q Faktor) einstellen. Eine Anpassung von +/- 3 dB sind beim Mastering übrigens schon sehr grosse Werte! Sollte Ihr Euch gezwungen fühlen über diese Werte hinaus Anpassungen vorzunehmen, so ist anzunehmen, dass bereits beim Mix etwas nicht richtig gestimmt hat.

Je grösser die Bandbreite desto weniger Gain braucht man übrigens. Wenn Ihr nicht gerade an nur einem Song arbeitet, so solltet Ihr auch immer das restliche Album im Hinterkopf behalten. Der Gesamtsound des Albums und der Platz den dieser Song darauf einnehmen werden, soll Euch zudem eine weitere Richtlinie geben, in welche Richtung Ihr den Song klanglich färben könnt.

Während es Masterings ist es nützlich den EQ ein wenig wie einen Halleffekt zu verwenden - er soll also so natürlich wie nur möglich klingen. Der EQ sollte also eigentlich immer unbemerkt seine Arbeit verrichten, gleichzeitig sollte es sofort hörbar sein, wenn man ihn raus nimmt. Diese Herangehensweise schützt Euch vor unnötig extremen EQ Einstellungen.

Im nächsten Kapitel werden wir uns den konkreten Einsatz des EQs in bestimmten Situationen ansehen.

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