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Der Weg zum optimalen Mix - Teil 17

In die graue Zone

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Nachdem wir den Bassbereich aufgeräumt haben widmen wir uns nun den mittleren Tiefen. Ich habe hier absichtlich nicht tiefe Mitten geschrieben, da wir uns mit den Frequenzen zwischen 100 Hz und 500 Hz befassen - einem Bereich der irgendwo zwischen den Bässen und den tiefen Mitten liegt. 

Wieso?

Diese Zone der mittleren Tiefen ist aus verschiedenen Gründen sehr wichtig. Schaut Ihr Euch zum einen die Frequenzübersicht an die ich Euch letzte Woche gezeigt habe so werdet Ihr bemerken, dass die Grundtöne von 99% der Instrumente in dieser Zone zu finden sind. Es besteht also eine grosse Chance, dass bei Eurem Song vor allem in diesem Frequenzbereich so einiges abgeht - und genau aus diesem Grund muss man hier sehr genau hinschauen. 

Moderne Aufnahmen werden zudem immer häufiger mit Nahaufnahmen und Mikrofonen mit Nierencharakteristik durchgeführt - nicht selten in einem Heimstudio. Auch wenn diese Technik eine Menge Vorteile besitzt so gibt es dennoch einen grossen Nachteil: der Nahbesprechungseffekt. Ein solches Mikrofon sehr nah (und häufig zu nah) an der Klangquelle zu positionieren resultiert in angehobenen, nicht sehr musikalisch klingenden Bässen und tiefen Mitten. Eure Arbeit im Bassbereich hat dieses Problem bereits ein wenig verbessert und genau aus diesem Grund widmen wir unsere Arbeit in diesem Artikel der ‚Grauen Zone‘ zwischen 100 Hz und 500 Hz. 

Bedenkt immer, dass dieser Frequenzbereich äusserst sensibel ist und unseren Klangeindruck nachhaltig beeinflusst. Ist dieser Bereich also gut ausgewogen so empfindet der Zuhörer dies als ‚voll‘ oder ‚warm‘. Indem wir diesen Bereich aufräumen erhalten wir den Eindruck von Klarheit und Transparenz - ist man jedoch nicht vorsichtig so klingt der Mix jedoch schnell auch ‚dünn‘. 

Machen wir uns also an die Arbeit!

Wie?

As usual, there are no rules. It's impossible for me to assert that for such or such instrument you must cut "X dBs" at this or that frequency, simply because I have no info on the instruments used for the song you're mixing, how they were recorded nor the sound you want to achieve. This means, it's up to you to track down the undesirable frequencies for each track. To do that, you can use a method that is as old as the world: Frequency sweeping.

Diese Technik ist sehr einfach in der Anwendung - man benötigt lediglich einen Peak Filter mit einem relativ engen Q Faktor. Fangt mit einer übertrieben starken Anhebung an (zwischen 6 dB und 9 dB sollte reichen) und hört Euch durch die 100 Hz bis 500 Hz Region. Mit so einem Filter wird natürlich nichts richtig klingen. Doch es wird Euch auffallen, dass gewisse Dinge speziell unschön klingen. Bingo! Genau diese Bereiche müsst Ihr absenken. Achtet aber darauf es nicht zu übertreiben und das natürliche Klangbild Eurer Aufnahmen nicht zu beeinflussen. Eine Absenkung zwischen 1 dB und 3dB mit einem Q Faktor zwischen 2 und 4 dürfte reichen - je mehr Ihr absenkt desto höher sollte der Q Faktor generell sein.

Hört Ihr Euch das Resultat auf schliesslich an, so kann es durchaus sein, dass Euch das Resultat nicht augenblicklich auffällt. Habt Ihr aber einmal diese Arbeit für alle Spuren gemacht und macht anschliessend einen A/B Vergleich so sollte der Unterschied mehr als deutlich sein! 

In den nächsten Artikeln konzentrieren wir uns auf die restlichen Mitten und die Höhen des Frequenzspektrums. 

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