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Der Weg zum optimalen Mix - Teil 18

If it Ain't Broke, Don't Fix it

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In diesem Artikel nehmen wir die restlichen Mittenfrequenzen und die Höhen durch. Wieso plötzlich alles so schnell? Nun weil es diesmal nicht wirklich eine einfache Systematik gibt und wir diese Frequenzbänder im zweiten EQ Durchgang besser verwenden können.

Das Land der Mitte

Im Gegensatz zu den Bässen und tiefen Mitten müssen die Frequenzen zwischen 500 Hz und 6 kHz nicht für jedes Instrument bearbeitet werden. Diesmal sollte man sich jede Spur einzeln durchhören und jeweils abschätzen wo noch etwas korrigiert werden muss. Hier eine Auflistung der möglichen Symptome:

  • Tönt ein Instrument zu harsch versucht die Frequenzen zwischen 500 Hz und 1 kHz zu entfernen. 
  • Tönt eine Spur etwas zu dünn so hilft häufig eine Absenkung zwischen 1 kHz und 2 kHz um 1 bis 2 dB. 
  • Ein Instrument mit zu viel ‚Präsenz‘ kann zwischen 4 kHz und 6 kHz abgesenkt werden.
  • Kann die Stimme schliesslich gegen die anderen Instrumente nicht so gut ankämpfen so macht es häufig mehr Sinn alle anderen Instrumente im Bereich 2 kHz bis 4 kHz etwas abzusenken. Wieso fragt Ihr? Nun zum einen beeinflusst Ihr dann Euren wertvollen Headroom nicht, zum anderen wirken zu viele Frequenzen im Bereich 2 kHz bis 4 kHz für den Zuhörer schnell ermüdend. 

Ich weiss ich wiederhole mich hier, aber Ihr soltet immer darauf achten auch nur wirklich Spuren zu bearbeiten die es auch wirklich brauchen…’don’t fix it if it ain’t broken!’

Höhenprofil

Was die Höhen zwischen 6 kHz und 20 kHz angeht so empfehle ich Euch diesen für den Augenblick in Ruhe zu lassen. Die mutigen unter Euch könnten die Stimme vielleicht zwischen 6 kHz und 8 kHz ein wenig mit einem hohen Q Wert anheben um gewisse Konsonanten noch besser hervorzuheben. Geräte wie De-Esser werden Euch diesbezüglich aber oftmals wesentlich bessere Resultate geben. 

Ein zu helles Instrument könnte man zwischen 8 kHz und 16 kHz ein wenig zurück nehmen - seid jedoch immer sehr vorsichtig da Ihr hier grosse Gefahr lauft das Leben aus Euren Spuren zu filtern!

Und wenn man alles ein wenig anheben möchte?

Nur keine Sorge - da kommen wir schon noch dazu! Dennoch möchte ich Euch zuerst einmal empfehlen den Mix nach dieser Session anzuhören. Im Vergleich zum Rough Mix hört man jetzt bereits wie der Mix schon wesentlich fokussierter daher kommt. Schritt für Schritt finden die unterschiedlichen Elemente Ihren Platz in unserem Puzzle. Die Gitarren sollten jetzt weniger kämpfen, die Stimme sollte sich besser anfühlen, usw. Und all das ohne dass wir auch nur eine einzige Spur angehoben haben! Das ist gut, denn gewisse Frequenzen anzuheben kann dazu führen den Mix ermüdend und unschön klingen zu lassen. 

In der nächsten Episode befassen wir uns mit dem nächsten logischen Schritt bei der Arbeit mit EQs: Wie man dem Phänomen der Maskierung entgegenwirkt. 

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