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Der Weg zum optimalen Mix - Teil 10

Eine Methode für Euren Mix

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In diesem Teil möchte ich Euch eine Übersicht über die Methode geben der wir in den kommenden Wochen folgen werden. Ich beabsichtige dabei nicht 'Die Methode' zu sein - davon gibt es auch eine Menge andere die funktionieren. Mit meiner Herangehensweise sollte es Euch jedoch möglich sein Eure eigene Methode zu entwickeln.

Schritt für Schritt

Zuerst einmal empfehle ich Euch einen Bounce des aktuellen Stands zu erzeugen und diesen in eine neue Spur zu importieren. Dies wird Euch helfen Euren Mix mit dieser rohen Version zu vergleichen und abzuschätzen wie sich die Dinge mit Eurer Arbeit entwickelt haben. 

 

Nachdem Ihr Euren ungemischten Song als Referenz ausgespielt habt, erstellt zuerst einen Rohmix mit Panning und  Volumenreglern

Ab diesem Augenblick betreten wie so etwas wie einen Loop. Jeder folgenden Arbeitsstufen wird von Euch verlangen wieder zurück an den Anfang zu gehen und Anpassungen von den zuletzt vorgenommenen Modifikationen abhängig zu machen. 

Zuerst müsst Ihr deshalb einen Rohmix aus Eurem Song machen. Damit meine ich einen schnellen Mix mit nur Volumen und Pan Einstellungen ohne irgendwelche Automation. Dies einmal getan solltet Ihr Euren Mix abermals ausspielen und diesen auf eine neue Spur in Eurem Projekt setzen. Zu einem späteren Zeitpunkt wird Euch diese Vergleichsmöglichkeit noch sehr hilfreich sein. 

Als nächstes machen wir uns an den EQ - ein äusserst delikater Bearbeitungsschritt. Zuerst einmal verwenden wir diese um das Frequenzspektrum aufzuräumen und in einem zweiten Durchlauf um gewisse Elemente hervorzuheben. In einem dritten Durchlauf wird der EQ anschliessend noch eingesetzt um den Klang zu verzieren, zu unterstreichen oder zu färben. Dies sollte eigentlich fast immer in Mono und niemals isoliert von den anderen Spuren geschehen!

Im nächsten Arbeitsschritt machen wir uns an die Dynamik. Der Einsatz von Kompressoren sollte dabei nicht leichtsinnig geschehen, da er sich sonst irgendwann abnutzt!

Danach bearbeiten wir die Räumlichkeit mit Halleffekten und Delay. Die ganze Arbeiten die Ihr zuvor mit Volumen, Pan, EQ und Dynamik durchgeführt habt ist sind dieser Stelle von grosser Wichtigkeit. 

Die letzte Bearbeitungsstufe beinhaltet schliesslich die kosmetischen Retuschen welche den klanglichen Zusammenhang unterstützen sollen. 

Habt Ihr einmal alle diese Schritte vollführt werdet Ihr einen statischen Mix besitzen den Ihr abermals ausspielen und anschliessend wieder in Euer Projekt importieren solltet. Anschliessend machen wir uns an den letzten Bearbeitungsschritt: Der Automation. 

Und dann was? Nun dann solltet Ihr einen fertig Mix haben der ins Mastering geschickt werden kann. Natürlich müsst Ihr Euer Werk immer und immer wieder auf verschiedenen Abhören abspielen um dem Resultat noch den nötigen Feinschliff zu geben. Natürlich ist es eher unwahrscheinlich, dass Ihr schon beim ersten Durchgang den perfekten Mix hinlegt und um Euch ausreichend Übung zu geben kann ich Euch nur empfehlen vom gleichen Projekt mehrere Mixes zu erstellen und diese verschiedenen Versionen miteinander zu vergleichen. 

Zur Sicherheit lieber noch…

Abschliessend noch ein kleiner Exkurs zum Schutz Eurer Ohren und Beibehaltung einer gewissen Objektivität bei Eurer Arbeit. Ich möchte Euch eindringlich empfehlen alle 45 Minuten eine 10 Minütige Pause einzulegen. Dies sollte ausreichen um Eure Ohren zu kalibrieren. 

Zudem habe ich immer einen - oder mehrere - Referenzstücke am Start die mir so etwas wie ein klanglicher Leuchtturm sein können. Achtet bei diesen jedoch darauf, dass sie mit gleicher Lautstärke abgespielt werden um das 'Lauter-ist-Besser' Syndrom zu umgehen. 

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