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Der Weg zum optimalen Mix - Teil 19

Die Maske abnehmen

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Heute nehmen wir das Thema des ‚Frequency Masking’ - also der Frequenzmaskierung - durch.

Hinter der Maske

Die Frequenzmaskierung taucht dann auf wenn zwei - oder mehr - Elemente denselben Frequenzbereich bekämpfen und diese dadurch nur sehr schwer von einander unterschieden werden können. Dies geschieht unweigerlich bei gedoppelten Instrumenten (Gitarren, Stimmen, etc.), doch nicht nur dort. Schaut man sich Frequenzgrafiken an so fällt schnell auf, dass viele Instrumente überlappende Frequenzen besitzen. Werden zwei Instrumente mit ähnlichem Frequenzspektrum gleichzeitig gespielt so ist die Gefahr gross, dass sich diese irgendwann in die Quere kommen werden. Und dabei müssen sie noch nicht einmal dieselbe Melodie spielen!

Zum Glück gibt es hier eine Menge mehr oder weniger effektive Strategien um diese Problematik anzugehen. Zum einen ist eine einfache Strategie die kämpfenden Instrumente unterschiedliche im Raum zu positionieren. Auch wenn dies in einem Stereomix gut funktioniert so wird dies in Mono immer noch zu Problemen führen. 

Ihr könnt aber auch mit der Tiefe spielen und Delay und Reverbs einsetzen - doch auch dies wird nicht immer ausreichend sein. 

Richtig macht Ihr es indem Ihr den EQ verwendet und nur gelegentlich dazu noch zu eine der zwei eben beschriebenen Techniken greift. 

Die Lösung

Die Frequenzmaskierung kann man mit zwei EQ Methoden umgehen. 

Zuerst schauen wir uns eine einfache theoretische Herangehensweise an. Gehen wir von zwei Gitarren aus welche denselben Rhythmusteil spielen. Schaut Euch als erstes an in welchem Frequenzbereich diese beiden Gitarren am meisten zu hören sind. Nehmen wir mal den Bereich um 800 Hz an. Verwendet einen Peak Filter um diesen Frequenzbereich bei einer der beiden Gitarren ganz leicht abzusenken (so um die -2 dB bei 800 Hz mit einem Q Wert von ungefähr 2.5). Nehmt nun einen zweiten Peak Filter mit demselben Q Wert und hebt die Frequenzen gerade oberhalb davon um den exakten dB Wert an. In unserem Beispiel entspricht dies einer Anhebung von 2 dB bei 920 Hz. Geht nun genau umgekehrt mit der anderen Spur vor - also Absenkung bei 920 Hz um -2 dB und Anhebung bei 800 Hz um 2 dB mit einem Q Wert von 2.5. Dies sollte Euch zwei Instrumente bieten die zusammenarbeiten ohne sich dabei gegenseitig auf die Füsse zu treten. 

Die zweite Herangehensweise ist ein direktes Resultat der soeben beschriebenen. Auch hier werden wir gezielt Frequenzen anheben und absenken und diese auf der anderen Spur spiegeln. Der Unterschied liegt darin, dass wir diesmal die Frequenz anders wählen. Diesmal sucht Ihr auf einem der Instrumente nach dem Frequenzbereich der für den Druck zuständig ist und auf dem anderen Instrument für den Bereich der für den Attack sorgt. Nehmen wir das vorherige Beispiel so wären dies die Frequenzen 1 kHz und 4.5 kHz. Ihr hebt also die eine Frequenz an und senkt die andere ab - und wiederholt dies anschliessend exakt umgekehrt für die andere Spur. Ich bevorzuge die zweite Methode da Unterscheidung hier nicht nur auf unterschiedlichen Frequenzen beruht, sondern den Instrumenten auch unterschiedliche Rollen zugewiesen wurden. 

Nächste Woche schauen wir uns an wie man mit einem EQ die Klangfarbe bewusst einstellen kann. 

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