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Der Weg zum optimalen Mix - Teil 16

Die Bässe aufräumen

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In diesem Teil konzentrieren wir uns auf unbenötigte Bassfrequenzen und wie wir diesen mit dem EQ den Garaus machen.

Mit oder ohne Filter…

Fangt damit an Euren bevorzugten EQ in jeder Spur zu laden - und zwar als Insert Effekt. Unser Ziel ist es die Bassfrequenzen für diejenigen Instrument aufzuräumen die sie auch wirklich benötigen. Gehen wir zum Beispiel von einem Song mit Schlagzeug, Bass, Gitarre, Hauptstimme, Backings und Synthesizer Pad aus. Da fange ich normalerweise mit dem Synthesizer an und fahre dann mit Backings, Gitarre, Overheads, Snare, Stimme, Bass Drum und am Ende Bass fort. 

Um die Bassfrequenzen abzusenken stehen einem zwei Werkzeuge zur Verfügung: High-Pass Filter (HPF) - die auch Low-Cut Filter genannt werden - und Shelving Filter. Die Auswahl der Filter kann sicherlich rege diskutiert werden - gewisse Leute bevorzugen Shelving Filter aus Angst vor Phasen Problemen, andere bevorzugen den etwas radikaleren Aspekt eines HPF. 

Ich persönlich habe ich keine fixes 'Rezept'. Generell gesagt greife ich zu HPFs (6 oder 12 dB/Oktave) bei Instrumenten die nicht wirklich etwas sinnvolles im Bassbereich zu suchen haben und verwende Shelving Filter für alle anderen Instrumente. Manchmal benutze ich gar keine EQs auf dem Kick Drum oder dem Bass. 

Methode

Es gibt grundsätzlich zwei Methoden wie man die Cutoff Frequenz dieser Filter definiert. Die erste besteht darin…Eure Ohren zu verwenden! Fangt bei sehr tiefen Frequenzen an (um die 60 Hz) und bewegt Euch nach oben. Fängt sich der Klang an dünn zu fühlen so seid Ihr zu weit gegangen. Dreht dann den Filter ein wenig zurück und geht zur nächsten Spur. 

Die zweite Herangehensweise ist etwas 'wissenschaftlicher'. Sie besteht darin die Frequenz abhängig vom ausgewählten Instrument zu bearbeiten. So geht eine Gitarre in Standardstimmung zum Beispiel niemals unter E2 was bei etwa 82 Hz zu liegen kommt. Somit wäre es weise Euren Filter bei dieser Frequenz einzustellen. Diese Eckfrequenzen der verschiedenen Instrumente findet man auf speziellen Grafiken - und da ich ein netter Typ gebe ich Euch natürlich einen Link zu einer entsprechenden Website. Wer das ganze auf die Spitze treiben möchte kann den Filter natürlich nicht auf die tiefste Note des Instruments sonder auf die tiefste effektiv gespielte Note setzen. 

Natürlich bevorzuge ich die erste diese zwei Methode da ich sie als 'musikalischer' empfinde. Dennoch muss ich zugeben, dass die zweite Herangehensweise schon mehrfach meinen Hintern gerettet hat, wenn der Bassbereich extrem überladen war. 

Ein letzter Trick bevor wir diesen Teil beenden. Es kann sich als sehr effektiv erweisen das Signal bei der Cut-Off Frequenz ein wenig anzuheben. Dies lässt das Instrument ein wenig voller klingen auch wenn man gerade erst die ganzen Bässe abgeschnitten hat! Dies erreicht man indem man einfach ein wenig mit dem Q Faktor des HPF oder Shelving Filters spielt. 

Habt Ihr einmal alle Bässe aufgeräumt so solltet Ihr ein aufgeräumtes und präzises Fundament für Eure weiteren Arbeiten besitzen. Im nächsten Teil werden wir diese Transparenz noch weiter unterstützen und uns ans Aufräumen der tiefen Mitten machen. 

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