PreSonus Studio One 2 Professional
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PreSonus Studio One 2 Professional

Studio One 2 Professional, Allgemeiner Sequenzer from PreSonus in the Studio One 2 series.

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PreSonus Studio One: Der Test

Studio Killed the DAW Stars
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Bestes Preis-/Leistungs-Verhältnis auf 2012

Schon vor zwei Jahren wusste die erste Studio One Version mit seiner Reife zu punkten. Die Anwendung lief stabil, war praktisch und durchdacht. Man vermisste gegenüber den führenden Sequenzern keine wesentlichen Funktionen. Seit dieser ersten Version ist Studio One bereits einen langen Weg gegangen: Es wurde mit der Version 1.5 dramatisch verbessert und steht jetzt in einer wirklich erstaunlichen Version 2 zur Verfügung. Das müssen wir uns genauer anschauen.

Presonus Studio One 2

Hat man einmal die Software und die verschiedenen Plug-Ins und Sound Banks installiert, so entdeckt man ein bekanntes User Interface. Die Philosophie des Produktes hat sich eigentlich nicht wesentlich geändert: Die Software unterscheidet zwischen Song und Projekt (welches mehrere Songs beinhalten kann).

Auf dieser Philosophie basierend, wurde das Produkt in drei unterschiedliche Bereiche unterteilt: Start (zum Aufstarten und Einrichten diverser Projekte und Funktionen), Song (um einen Song zu bearbeiten) und Project (um mehrere Songs zu mastern und exportieren). Natürlich wird der Song Modus am Häufigsten verwendet – aus diesem Grund finden sich hier auch die meisten Funktionen.

Die Benutzeroberfläche ist immer noch dieselbe. Auf der rechten Seite befindet sich wie bei Live ein Browser, über den sich auf Audio/Midi Dateien, Plug-Ins, ReWire Apps (i.e. Reason) und verschiedene Presets zugreifen lässt. Auf linken Seite erhält man Zugriff auf den Track Inspector und in der Mitte befindet sich dass Arrange Fenster. Der untere Teil des Bildschirms wurde dem Edit Fenster zugeteilt, in welchem wahlweise der Audio Editor, Piano Roll oder der Mixer angezeigt wird. Jede dieser Komponenten kann minimiert werden und Editor, wie Mixer Fenster können unabhängig von der Positionierung des Hauptfensters frei bewegt werden. Dies kann zum Beispiel äusserst praktisch sein, wenn man das Hauptfenster auf einem zweiten Bildschirm anzeigen möchte. Die Bedienoberfläche des Projektes ist immer noch dieselbe: Neben verschiedenen Pre/Post Fader Inserts, findet man dort einen Bereich, welcher den Wellenformen der verschiedenen Songs zugewiesen wurde, sowie mehrere grosse Anzeigenbereiche für das Frequenzspektrum, den Hauptpegel oder das Stereofeld.
Auf die schnelle fallen einem also die neuen Funktionen nicht auf, und man muss sich schon mit der Software auseinandersetzen, um sie zu entdecken.

Nur ein Klick bis zum Groove

Presonus Studio One 2

Das wär's? Nichts neues? Ganz im Gegenteil – man erhält eine Menge neuer Funktionen. Fangen wir mal mit einer sehr wichtigen an: Man kann jetzt neu mehrere Takes innerhalb einer Spur bearbeiten. Auch wenn die frührere Herangehensweise in Form des Befehls 'Unpack to Tracks' immer noch vorhanden ist, so kann man nun die verschiedenen Takes auf verschiedene Layers verteilen. Dies ist natürlich für die weitere Verarbeitung wesentlich praktischer. Jedes Layer kann Solo abgehört werden und man hat auf die schnelle aus verschiedenen Segmenten den besten Track zusammengestellt. Um klangliche Artefakte zu verhindern, generiert die Software automatisch einen Crossfade zwischen den einzelnen Takes. Es sollte auch erwähnt werden, dass diese Funktion auch für Gruppenspuren zur Verfügung steht (z.B. Schlagzeugaufnahmen). Natürlich handelt es sich hier keinesfalls um revolutionäre Neuerungen. Dennoch wurden diese neuen Funktionen in Studio One sehr gut umgesetzt!

Eine neue Funktion in der Audiobearbeitung findet sich auch im Bereich Synchronisation und Quantisierung. Auch wenn in früheren Versionen bereits ähnliche Lösungen vorhanden waren, so wurde dies in der Version 2.0 durch automatisches Erkennen von Transienten erheblich vereinfacht. Die Funktion kann sogar im Hintergrund ablaufen, ohne dass der Anwender wirklich davon etwas merkt.

Presonus Studio One 2

Um einen Audio Clip zu quantisieren muss man ihn lediglich auswählen und Q drücken. Die Quantize Funktion kann dem Projekt angepasst werden und steht in verschiedenen Modi zur Verfügung: Time Stretching oder Slicing. Ihr habt Angst durch diese Funktion ein zu extreme Quantisierung zu erhalten? Drück einfach Alt + Q und Studio One führt eine 50% Quantisierung aus. Auch wenn diese Funktion nicht wirklich neu ist, so vereinfachen solche Shortcuts den Arbeitsfluss gegenüber anderen Sequenzern doch erheblich.

Und nicht bei jedem Sequenzer wird mit Farben angegeben welche Teile der Audiodatei durch die Quantize Funktion verändert wurden – dies macht Feinabstimmungen erheblich einfacher und spart bei grösseren Projekten durchaus spürbar Zeit.

Die 'Groove Extraction' Funktion ist ebenfalls sehr einfach einzusetzen: Einfach einen MIDI/Audio Clip in das Quantize Fenster ziehen und man hat ein neues Groove Preset erstellt. Dieses kann man dann ganz einfach durch 'Drag and Drop' in fast jedes virtuelle Instrument ziehen...

Wieder einmal hat hier PreSonus einen grösseren Fehler aus der ersten Studio One Version auf eine sehr intelligente Art und Weise behoben. Aber es gibt noch etwas viel besseres in dieser Version: es heisst Melodyne.

Mit echten Melodyne Stücken

Wer Melodyne kennt weiss, dass diese Software jede andere Intonationssoftware in den Schatten stellt. Bisher war das eigentliche Problem jedoch die Integration von Melodyne in eine bestehende Arbeitsumgebung. Bislang musste man nämlich Melodyne als Plug-In laden, die Audiodatei analysieren und über das nicht sehr praktische Melodyne Fenster Änderungen vornehmen (und dabei fast auf jegliche Shortcuts verzichten).

Presonus Studio One 2

Mit dieser zweiten Studio One Version hat es Presonus geschafft Melodyne nahtlos einzubinden. Keine weiteren Plug-In Inserts, keine Analyse: von nun an kann man über einen einzigen Rechtsklick auf eine Audiodatei auf Melodyne zugreifen. Wer bereits eine Melodyne Editor Lizenz besitzt sollte spätestens jetzt aufhorchen. Die einzigartigen Funktionen der DNA Technologie und die überzeugende Klangqualität von Melodyne gepaart mit der kompletten Integration in eine DAW wird sicherlich das Leben jedes Tontechnikers und Produzenten einfacher machen! Natürlich hat man hier nicht von Grund auf den kompletten Zugriff auf alle Funktionen von Melodyne Editor, dennoch ist dieses Merkmal ein gewaltiger Vorteil von Studio One!

Hier ist ein kleines Beispiel wie leistungsfähig Melodyne ist: Nehmen wir mal an wir möchten einen Saxophon Audio Loop bearbeiten und diesen mit einem Synthesizer ersetzen, oder verdoppeln. Dazu benötigen wir lediglich drei Arbeitsschritte: Zuerst Rechtsklick auf den Saxophon Loop um ihn in Melodyne zu laden. Dann müssen wir bei den Presets den gewünschten Sound auswählen und in das Arranger Fenster ziehen (dabei wird automatisch eine neue MIDI Spur erzeugt). Zuletzt ziehen wir den Saxophon Loop in die MIDI Spur um die MIDI Noten aus Melodyne auszulesen. Fertig!

Ich muss hier wohl nicht noch extra erwähnen, dass diese Funktionen für Remixing und Drum Replacement sehr nützlich sein kann. Leider hat auch Melodyne hier seine Einschränkungen – so wählte Melodyne bei einer Stereospur mit hohem Raumanteil automatisch den Percussive Mono Modus und erkannte im Polyhponen Modus die Noten nicht korrekt (eine der wenigen grossen Mankos von Melodyne). Dasselbe fiel mir bei einem verzerrten Gitarrenriff auf, wo Melodyne die Obertöne erkannte und ich gewisse Teile manuell nachbearbeiten musste. Wenn wir schon beim Meckern sind, so wäre es natürlich auch wünschenswert, dass Melodyne und Presonus ihre Zusammenarbeit noch weiter vertiefen, damit zum Beispiel quantisierte Grooves direkt in Melodyne übertragen werden können.

Objektorientiert

Presonus Studio One 2

Die Integration mit Melodyne ist aber auch noch wegen eines weiteren Grundes sehr interessant. Da das Plug-In nicht als Track Insert, sondern als Insert des ausgewählten Audio Segmentes verwendet wird, können jetzt Bearbeitungen auf kleinsten Elementen ohne Automationen vorgenommen werden. Wollt Ihr also zum Beispiel einen Flanger Effekt auf einen Lead Vocal anwenden, aber dies nur im Chors, so müsstet Ihr bei einem herkömmlichen Sequenzer jetzt entweder mit zwei Spuren oder einer Automation arbeiten. Indem man nun den Flanger auf einen bestimmten Bereich anwenden kann, bleibt das Projekt schön übersichtlich und man spart am Ende Zeit.

Bei Bearbeitungen von Slices wird diese Funktion noch interessanter, denn jeder Slice wird als eigener Audio Event betrachtet...mit eigenen Audioeffekten und Inserts! So ist es zum Beispiel möglich bei einem Stereo Drum Loop nur der Snare einen Halleffekt zu geben!

Noch drei Ergänzungen zu diesen FX Events: Erstens können diese nicht automatisiert werden (oder ich habe es einfach nicht geschafft). Zweitens werden einen 'nur' Insert Effekte geboten – keine FX Sends, was zum Beispiel bei Slices eine willkommene Ergänzung gewesen wäre. Und drittens sollte man unbedingt darauf achten diese Funktion nicht zu stark auszunutzen, da sonst sehr schnell der CPU zu meckern anfängt.

Transformation!

PreSonus hat CPU/RAM Beanspruchung sehr ernst genommen und StudioOne eine Freeze Funktion mit dem Namen Transform spendiert. Diese ist zum einen sehr einfach einzusetzen: Über einen einzigen Klick kann ein MIDI Clip (der einem virtuellen Instrument zugewiesen wurde), oder eine mit Effekten voll bepackte Audiospur in eine Audiodatei verwandelt werden. Nur ein einziger Klick genügt anschliessend um diesen Schritt wieder Rückgängig zu machen.

Doch es wird noch interessanter: Dieser Prozess ist nicht abhängig von davon wie der eigene Song arrangiert wird. Hat man zum Beispiel Clip A und Clip B in der gleichen Spur, so werden durch die Freeze Funktion  nicht alle Elemente an Ort und Stelle fixiert. So kann man immer noch Clip B vor Clip A bewegen, einen Clip Slice erstellen und ihn mit dem anderen mixen. Diese Funktion ist also wesentlich ausführlicher als die herkömmliche 'Bounce' Funktion vieler Sequenzer.

The Fast and the Furious

Presonus Studio One 2

Eine weitere willkommene Erneuerung ist auch die Track List. Hiermit erhält man eine Übersicht über die verschiedenen Spuren des Projektes und kann diese anhand unterschiedlicher Kriterien filtern. So ist es zum Beispiel möglich nur Audiospuren, Automationsspuren, oder Instrumente anzuzeigen. Es können sogar eigene Presets erstellt werden, um die Ansicht den persönlichen Bedürfnissen anzupassen. Diese Funktion ist vor allem für grössere Projekte durchaus Gold wert.

Diese Funktion kann auch zum Bearbeiten von Sequenzen verwendet werden, da man so mehrere Spuren gleichzeitig editieren kann. Die Noten der verschiedenen Parts können einfach durch ihre Farbe unterschieden werden. Wer regelmässig Orchestermusik schreibt, oder virtuelle Instrumente mit vielen Artikulationen verwendet, versteht hier sofort den Mehrnutzen: Man kann ein Streichquartett bearbeiten ohne dabei ständig zwischen den vier Piano Rolls hin und her schalten zu müssen...
Einziger Mangel hier (der eigentlich für die gesamte Anwendung gilt) ist, dass die Spuren in der Track List sehr klein und mit wenig Kontrast angezeigt werden. Hat man keinen hochwertigen Bildschirm oder eine Sehschwäche, kann dies schon sehr nerven. Hier wären  bei zukünftigen Updates Anpassungsmöglichkeiten der Bedienoberfläche sehr wünschenswert...

Schauen wir uns die neuen Mastering Funktionen an: DDP Suppoert, PQ Edition und Loudness Analysis. Vor allem die letzte gibt dem Anwender wichtige Informationen um einen guten Master zu erstellen: Dynamikumfang, Peak Level und RMS Level für jeden Kanal, etc. Auch wenn damit keine Preise gewonnen werden können, so erweist sich die komplette Integration dieser Funktionen doch als äusserst nützlich.

Als nächstes sollten wir uns den neuen Effekten und virtuellen Instrumenten in Studio One widmen. Doch zuerst möchte ich mich einer Funktion zuwenden, die schon seit Version 1.5 zur Verfügung steht und vielen Anwendern sehr wichtig geworden ist: Die Integration von SoundCloud. Gewisse Anwender benutzen als so etwas wie einen MySpace Ersatz, doch es lässt sich wesentlich mehr damit anstellen: Man kann seine Dateien zum Beispiel veröffentlichen, oder im privaten Modus aufs Netz ladend, dem Zuhörer das Herunterladen zu erlauben und unterschiedliche Formate und Auflösungen zur Verfügung zu stellen. Was könnte also logischer sein, als den Zugriff auf diese Plattform auch in einem Sequenzer einzubinden? Und PreSonus hat hier wahrlich ganze Arbeit geleistet: Anstatt eines einfachen Verweises auf den Standardbrowser (wie es bei Cubase 6.5 der Fall ist), wurde SoundCloud bidirektional in den File Browser integriert. Hat man also StudioOne einmal mit SoundCloud verbunden, können Mixdowns direkt in der Wolke stattfinden und der File Browser hat direkten Zugriff auf Online Dateien (Server Tab). Was für eine wundervolle, moderne Welt in der wir leben!

Plug me in, Scotty!

Presonus Studio One 2

Was Effekt Plug-Ins betrifft, so hat sich PreSonus Mühe gegeben eines der grössten Mankos auszumerzen und dem Anwender einen Faltungshall zur Verfügung zu stellen. OpenAir ist eine wahrlich willkommene Ergänzung zu MixVerb und RoomVerb und beinhaltet 1.11GB an Impulsantworten. Es beinhaltet viele authentische Raumsimulationen, unterstützt aber leider kein True Stereo. Es lässt sich jedoch sehr einfach bedienen und verfügt über ein IR Maker Plug-In (grossartige Idee!), mit dem sich eigene Impulsantworten erstellen lassen. Dazu muss man nur ein Mikrofon im gewünschten Raum vor den Lautsprechern aufstellen, das Sweep Signal abspielen und aufnehmen lassen und schon hat man seine eigene Impulsantwort erzeugt. Dieses Werkzeug ist um so willkommener, als dass es sich nicht nur auf OpenAir beschränkt.

Presonus Studio One 2

So hat PreSonus auch seinen Verstärker Simulator Ampire verbessert, der jetzt in der XT Version erhältlich ist. Auch hier finden sich eine Menge Neuerungen: ein neues Aussehen, neue Amp Models und vor eine neue integrierte FX Sektion. Eines muss jedoch gesagt werden: Mit nur acht Stompboxes (Wah, Tube Driver, EQ, Modulation, Pan, Tremolo, Delay, Reverb) und eingeschränkten Verbindungsmöglichkeiten kann sich Ampire XT nicht wirklich mit Guitar Rig messen. Dennoch ist es sehr leicht verständlich, tönt wesentlich besser als sein Vorgänger und bietet dem Anwender auch mehr Steuerungsmöglichkeiten (Mic Position Parameter und Lautsprecheremulation basierend auf Faltungshall). Die beste Idee war hier wohl, die üblichen 2x12 und 4x12 Combos mit dem IR Cabinet Modus zur ergänzen. Damit ist es möglich drei eigene Impulsantworten zu laden und diese selber mit dem IR Maker zu erstellen.

Weiterhin vermisse ich einen DeEsser und einen Transient Designer. Willkommene Neuerungen finden sich auch in einem Tone Generator, Dual Pan (verbesserte Panning Möglichkeiten durch Input Balance Control und Pan Law Selector). Auch wenn man enttäusch sein kann, dass neben den virtuellen Instrumenten Presence (ROM-player), Mojito (Synth), SampleOne (Sampler) und Impact (Drum Sampler) keine Neuerungen zu finden sind, so muss doch erwähnt werden, dass die Pro Version mit Native Instruments' Komplete Elements Bundle ausgeliefert wird

Ein komplettes Projekt in einem Loop

Neben dem Audio Loop Format mit dem sich ein Audio Loop ähnlich wie in Acid dem Songtempo anpassen lässt, gibt es in StudioOne jetzt auch noch das Music Loop Format. In diesem Format lassen sich alle Loop relevanten Informationen speichern: Sequenz, Sound Preset eines virtuellen Instruments, Effekte und Audio Rendering.
Na und? Es ist Euch sicherlich auch schon passiert, dass Ihr in Eurem Sequenzer an etwas gearbeitet habt und eine Stunde später an einer einfachen Idee hängen bleibt. Das ganze tönt noch immer nicht nach Song, doch Ihr glaubt an das Potential Eurer Idee und speichert sie unter einem sehr originellen Namen wie 'Neuer Song', 'Ohne Titel', 'Ding Dong 18', oder dergleichen ab.

Viele von Euch werden mir beipflichten wenn ich sage, dass es sich hier nicht wirklich lohnt ein neues Projekt zu speichern. In StudioOne müsst Ihr dagegen lediglich die Locators an den richtigen Orten setzen und als Music Loop speichern. Diese Datei wird dann dem Browser hinzugefügt und mit allen Elementen abgespeichert: MIDI Sequenz, VSTi Einstellungen, Effekte..sowie einer gerenderten Version. Ein Music Loop entspricht also einem 'Mini Projekt'...wieso aber eine gerenderte Version? Nun Studio One ist immer mit den PreSonus Servern verbunden, wo sich eine Menge Presets, Updates und Music Loops finden lassen. Hat man aber mal das jeweilige virtuelle Instrument, oder den richtigen Effekt nicht zur Hand, kann man mit eben dieser Datei doch noch richtig weiter arbeiten. Klever, oder?

Version 2 stellt dem Anwender also viele neue Funktionen zur Verfügung und macht aus StudioOne ein richtig schönes Produktionswerkzeug. Dennoch ist die Anwendung bei weitem nicht so ausführlich gehalten wie die Konkurrenz. Bedenkt man, dass StudioOne sich als 'Allround' Anwendung sieht, so wird auch dem fehlenden Step Sequenzer, Echtzeit Arranger (wie z.B. Ableton Live) oder einer Mainstage Funktion nicht hinterher trauern.

Dennoch sollten ein paar der wichtigeren fehlenden Funktionen erwähnt werden:

  • Kein Score Editor (Dieser soll laut PreSonus zu einem späteren Zeitpunkt folgen. Man zieht dabei eine mit der Integration von Melodyne vergleichbare Lösung in Betracht).
  • 
Kein Multichannel Export (PreSonus betrachtet StudioOne als Anwendung zur Musikproduktion und verzichtet hier absichtlich auf Surround Funktionen).
  • 
Kein OMF Import/Export (auch wenn OpenTL und Cubase Track Archive zur Verfügung stehen)

Natürlich ist dies hier nicht das Ende der Fahnenstange und Studio One wird sicherlich schon in der nahen Zukunft um die eine oder andere wichtige Funktion erweitert werden. Dennoch wird es gemäss PreSonus immer sehr wichtig sein darauf zu achten, dass trotz der neuen Funktionen die Anwendung nicht unübersichtlicher wird.

Fazit

Es gibt hier eigentlich nur ein Fazit: Bravo! Mit dieser zweiten Version wird Studio One zu einem ernst zu nehmenden Konkurrenten des bis dato festgefahrenen Sequenzer Marktes. Es stimmt schon, dass Studio One das Rad nicht neu erfindet, doch viele Dinge fallen einfach leichter von der Hand – und das während die Anwendung eine absolut solid Performance aufweisen kann (nicht ein einziger Absturz während der zwei Monatigen Evaluationsphase). Und dieser einfache Arbeitsfluss bedeutet am Ende eine höhere Produktivität und Kreativität für den Anwender! Hier sollte sich die Konkurrenz ein Beispiel nehmen, wenn sie nicht Gefahr laufen möchten, dass ihnen PreSonus damit die Kunden abjagt. Dazu kommt noch als 'Schmankerl' die Integration von Melodyne, welches Welten besser tönt als die teilwiese miese klingenden Algorithmen der Konkurrenz.
Neben diesen Spezialfunktionen hat uns auch gefallen, dass PreSonus offensichtlich einen modernen Sequenzer entwickeln wollte: exzellente SoundCloud Integration, Verbindung mit PreSonus Servern, etc. Natürlich kann man auch gewisse Dinge kritisieren (speziell der fehlende OMF Ex-/Import), doch PreSonus ist hier wirklich auf dem richtigen Weg...und das nicht erst bei Version 6!

Sprechen wir hier noch kurz von den verschiedenen Preisen. Um auch wirklich jedes Budget anzusprechen, wurden bei den verschiedenen Versionen gewisse Funktionen ausgelassen. Der Hauptunterschied zwischen der Artist und der Producer Version liegt dann auch darin, dass die erste keine Plug-Ins von Drittanwendern oder MP3 unterstützt. Die Pro Version dagegen beinhaltet weitaus mehr Funktionen als die Producer Version: Mehr Plug-Ins (Open Air, IR-Maker, Multiband Dynamics), Unterstützunge externer Hardware Effekte via dem Pipeline Plug-In, Soundcloud Integration, Quicktime Video Format Unterstützung, 64 Bit, die Mastering Sektion von Studio One und Melodyne Essentials (in Artist und Producer als Trial Version vorhanden), sowie das Komplete Elements Bundle.

Betrachtet man was Melodyne Essentials und Komplete Elements einzeln kostet, so hat die Pro Version sicherlich ein ausgezeichnetes Preis-/Leistungs-Verhältnis. Ich bin mir nicht sicher, ob eine solche Abstufung auch wirklich Sinn macht. Die Artist Version ohne SoundCloud, MP3 und Unterstützung externer Plug-Ins scheint mir etwas zu eingeschränkt. Zwei Versionen wären wohl intelligenter gewesen: Producer und Pro. Egal – ich empfehle die Pro Version – so spart man Geld und Zeit.

Auf jeden Fall sollte man sich eine Demo Version herunterladen und seine eigene Meinung bilden. Natürlich gibt es die eine oder andere Funktion, die es einem schwer machen könnte den bisherigen Sequenzer zu verlassen, doch sollte man auf jeden Fall einmal mit StudioOne gearbeitet haben um zu verstehen, wie angenehm das Arbeiten mit einem Sequenzer eigentlich sein kann!

  • Praktisch und Einfach Musik machen

  • Läuft äusserst stabil (kein einziger Crash in über zwei Monaten)

  • Sehr gutes Preis-/Leistungs-Verhältnis

  • Exzellente Integration von Melodyne

  • Exzellente Integration von SoundCloud

  • Grossartige Freeze Funktion
  •  
Track Comping

  • Audio Quantize und Groove Extraction
  • 
FX Inserts in Clips

  • Einfaches Routing Management via Ordnerspuren

  • Track List vereinfacht das durchstöbern komplexer Projekte und Erstellen von MIDI Spuren

  • DDP Unterstützung

  • OpenAir und IR-Maker

  • Ampire Update

  • Gut durchdachtes Music Loop Format

  • Melodyne Essentials und Komplete Elements (Pro Version)
  • Gewisse Fonts sind zu klein

  • Wir wünschten uns eine anpassbare Bedienoberfläche

  • Keine OMF Unterstützung

  • Kein DeEsser, kein Transient Designer

  • Das Instrument Bundle in der Artist und Producer Version könnte verbessert werden (kein Komplete Elements)

  • Artist und Producer Versionen könnten durch eine einzige Version ersetzt werden



Bestes Preis-/Leistungs-Verhältnis auf 2012