Hercules DJ Monitor 5
+
Hercules DJ Monitor 5

DJ Monitor 5, Aktiver Monitor from Hercules.

public price: 299 € TTC
Produktbewertung
Price engine
Kleinanzeigen
  • Textgrösse erhöhen oder verringern
  • Drucken

Hercules DJ Monitor 5 - Testbericht

Give me Five!
  • Like
  • Tweet
  • +1
  • Pin it
  • Mail

Bekannt für seine Interfaces und DJ Equipment hat uns Herkules bei seinen XPS 2.0 DJ Monitoren mit einem exzellenten und wirklich preiswerten Abhörmonitor überrascht. Aus diesem Grund waren wir hocherfreut, als Herkules mit dem DJ Monitor 5 einen doppelt so teuren Monitor vorstellte, der mit seinem Preis und den ebenfalls gelben Lautsprechern eindeutig als Konkurrenzprodukt zum Platzhirsch Rokit 5 von KRK verstanden werden möchte.

Hallo gelber Lautsprecher

Wollten die XPS DJ Monitore als so etwas wie ein 'Missing Link' zwischen Multimedia- und Monitor-Lautsprechern gesehen werden (womit sie wohl mit der MA Serie von Edirol verglichen werden können), so besteht kein Zweifel, dass die DJ Monitor 5 Lautsprecher vor allem den Heimstudio Markt im Augen haben. Die Bedienelemente für Ein/Aus, Volumen, Bass und Treble sind hier aus diesem Grund nicht mehr nur auf einem Lautsprecher zu finden und die Vorder- wie Rückseite der DJ Monitor 5 Lautsprecher wurde fast identisch ausgelegt.

Hercules DJ Monitor 5

Da man man hier also von keinem nennenswerten Unterschied zwischen einem linken und einem rechten Monitor reden kann, konzentrieren wir uns bei der Übersicht auch auf nur einen der beiden. Neben einem 5'' Woofer und einem 1'' Hochtöner findet man einen Ein/Aus-Schalter der an ADAM Monitore erinnert und einen Volumenregler mit einem blauen Leuchtring. Beim Volumenregler gibt es übrigens keine Rasterpunkte (nicht einmal in der Mitte), was wir schon als sehr schade empfanden.

Auf der Rückseite gibt es neben der Strombuchse drei weitere Verbindungsmöglichkeiten: RCA (unsymmetrisch), TRS Klinke 6.35mm (symmetrisch) und XLR. Rechts daneben findet man Schalter mit denen sich der Frequenzgang bearbeiten lässt: Ein schaltbarer Bass-Cutoff (56 Hz, 80 Hz und 100 Hz), sowie Shelving Filter für die Höhen und Bässe, jeweils mit der Regelmöglichkeit von +/- 2dB. Nichts aussergewöhnliches, doch sehr willkommene Funktionen um den Monitor der jeweiligen Raumakustik anpassen zu können.

Im Innenleben des Herkules DJ Monitor 5 verrichtet ein Class A A/B Bi-Ampflified Verstärker seine Arbeit: 30 Watt RMS für den Hochtöner aus Seide und 50 Watt für den 5'' Woofer aus Kevlar. Der Crossover greift hier bei 2.5kHz, wobei ein Filter mit 12dB/Oktave Flankensteilheit zur Anwendung kommt. Der Frequenzgang soll von 50 Hz bis 30kHz reichen. 30 kHz? Sehr interessant für Leute die gerne mit Fledermäusen kommunizieren oder Hunde abrichten möchten. Ein menschliches Gehör kann bis zu 20 kHz wahrnehmen - ein Wert der jedoch über die Jahre kontinuierlich abnimmt. Dies gilt vor allem für regelmässige Partygänger oder Konzertbesucher.

Hercules DJ Monitor 5 in Violet, KRK Rockit RP5 in Gelb

 

Hercules DJ Monitor 5

Abschliessend sollte bei dieser Übersicht noch erwähnt werden, dass jeder Monitor für sich gut 7kg wiegt und mit einer Höhe von 31cm, 22.2cm Breite und 23.5cm Tiefe über ganz vernünftige Dimensionen verfügt - auf jeden Fall aber breiter als die Vergleichbaren Modelle ADAM A7X oder KRK Rokit RP5 ist.

Das Aussehen des DJ Monitor 5 orientiert sich eindeutig am kleineren Bruder XPS: Eine Mixtur aus Holz auf den Seiten, sowie matter und glänzender Kunststoff auf der Vorderseite. Auch wenn die gelben Lautsprecher an ein KRK Produkt erinnern, so werten diese das ansonsten etwas eintönige Design des DJ Monitor 5 eindeutig auf. Den Monitoren liegen schliesslich noch vier anti-Rutsch Pass bei, damit die Lautsprecher auch artig in der optimalen Abhörposition stehen bleiben.

Und jetzt wo wir jedes Detail durchgegangen sind, sollten wir uns einmal anhören wie sie denn klingen!

Von Tief zu Hoch

Gelber Lautsprecher vs Gelber Lautsprecher: Der Hercules wird in diesem Test gegen die brandneuen Rokit 5 G3 Monitore antreten müssen, welche über kompaktere Abmessungen verfügen und meiner Meinung nach auch besser aussehen. Doch es kommt ja schliesslich auf die inneren Werte an, oder? Füttern wir sie also mit ein paar unkomprimierten Audiodateien und lassen den Kampf beginnen.

Hercules DJ Monitor 5

Enter Sandmann von Metallica ist für diesen Test sicherlich überaus interessant, da die Gitarrenwand von Bob Rock über eine Menge Mittenanteile verfügt. Zudem kann uns das Intro mit seinen Tom-Hits und dem offenen Hi-Hat eine Menge über die tiefen Mitten und Höhenanteile des abgebildeten Frequenzspektrums verraten. Der Unterschied zwischen den beiden Wettstreitern ist von Anfang an frappant: Beim Herkules werden die Bässe der Toms eindeutig gehemmt, während die KRKs sie schön präsent wiedergeben. Beim offenen Hi-Hat sehen die Dinge dann genau anders aus: den KRK Monitoren fehlt eindeutig Detailreichtum in diesem Frequenzband. Ausgehend von den Becken, dem Attack-Anteil der Gitarren und vor allem dem Gesang kann man sagen, dass die Höhen und Mitten beim Herkules die Nase vorne haben. Die KRK Monitore schluckten da einiges an Details und es machte sich beim DJ Monitor 5 oben einiges mehr an Luft bemerkbar. Beim Umschalten zwischen den beiden Monitoren konnten wir hören wie sich der Gesang von James Hetfield jeweils nach vorne und nach hinten bewegte.

Dieser erste Eindruck wurde durch das nächste Stück Feel Good Inc von den Gorillaz bestätigt: Bei den KRKs war der Bass ein wenig fetter, was jedoch zu Lasten der Höhen geschah. Somit wurden die Gitarren und die unzähligen kleinen Geräusche und Effektsounds auf dem Herkules Monitor wesentlich besser abgebildet. Die Höhen sind jedoch nicht nur brillanter, sondern zeichnen auch Halleffekte besser ab, was es dem Zuhörer einfacher macht die einzelnen Elemente im Stereobild zu unterscheiden.

Hercules DJ Monitor 5

Consoler of the Lonely von den Raconteurs führte dann im Wesentlichen zum gleichen Resultat - vielleicht teilweise mit schon fast zu extremen Unterschieden. Währen sich bei den Herkules Monitoren das Tambourin in der Bridge sehr präsent bemerkbar machte, ging es bei den KRKs schon fast komplett verloren. Schon fast mit einer roten Karte bewertet konnten die KRKs dann aber doch mit den besseren Bässen auftrumpfen. Ein Song wie Angel von Massive Attack oder die Timpani auf Also Sprach Zarathustra von Richard Strauss erzeugten da auf den Rokits schon einiges mehr an Druck. Das bringt uns dann auch zu der grössten Schwäche des DJ Monitor 5: Wir hätten uns in den Bässen dann doch etwas mehr Energie gewünscht.

Dennoch hinterlässt der Hercules im Gesamtbild einen wesentlich besseren Eindruck, vor allem was die hohen Frequenzen angeht. Diese sind eindeutig lebendiger und zeichnen auch beim letzten Stück ein schön detailliertes Bild der Bläser und der Streicher. Die KRKs scheinen da im Vergleich wie einen Schleier über alles zu legen und ermöglichen es so dem Zuhörer auch nicht, die Feinheiten dieses Stücks zu differenzieren.

Walk on the Wide Side von Lou Reed soll uns schliesslich dabei helfen, die tiefen Mitten eines Kontrabasses und die Höhen der Halleffekte und Brushes zu beurteilen. Am wichtigsten ist jedoch, dass wir hier nochmals sehr gut beurteilen können, wie die Monitore mit dem wohl wichtigsten aller Instrumente umgehen: der menschlichen Stimme. Hier werden beim Rokit die tiefen Mitten etwas besser abgezeichnet, was der Stimme einen sehr angenehmen Klang verleiht. Die fehlenden Höhen führen jedoch dazu, dass der Gesang eher flach daherkommt und sich erst bei den Herkules Monitoren vom Rest des Mixed abzuheben scheint.

Ein solch frappanter Unterschied sollte dann aber schon einmal noch mit einem anderen Lautsprecher verglichen werden: Auch wenn der Vergleich hier etwas hinkt (was Preis und Lautsprechergrösse angeht), so liessen wir den DJ Monitor 5 doch gegen einen Adam A7X antreten - dieser ist für unser Empfinden in den Höhen auch immer sehr brillant. Hier fiel natürlich zum einen der schwache Bass der Herkules Monitore zuerst auf, doch das war wie gesagt zu erwarten. Wir müssen aber auch zugeben, dass die Höhen viel eher mit diesen doch wesentlich teureren Monitoren zu vergleichen waren. In den Mitten empfanden wir die ADAM Monitore etwas eintöniger - also ein weiterer Pluspunkt für den DJ Monitore 5!

Abschliessend sollte noch erwähnt werden, dass die Regelmöglichkeiten beim DJ Monitor 5 dessen Klangcharakter nicht wirklich beeinträchtigen konnten. Auch wenn man die Bässe um 2dB anhob, konnten die mehrfach beschriebenen Schwächen im Bassbereich keinesfalls behoben werden.

Fazit

Hercules hat in der Multimedia Welt bereits mit dem kleinen DJ Monitor XPS einen bleibenden Eindruck hinterlassen und bestätigt mit dem DJ Monitor 5 diesen Trend noch weiter. Auch wenn der Preis nach Einstiegsklasse aussieht, so möchten diese Abhören doch als 'ernsthafte' Monitore verstanden werden. Trotz sehr schöner Abzeichnung der Höhen, müssen wir jedoch die etwas schwächelnden Bässe kritisieren. Auch wenn wir bei diesen kleinen Monitoren keine fetten Bässe erwarten konnten, so enttäuschten uns doch die tiefen Mitten ein wenig - schliesslich scheint Herkules ja mit einem 'DJ Monitor' vor allem auch Leute ansprechen zu wollen, die ein gutes Bassfundament sehr zu schätzen wissen. Insgesamt schlug sich der DJ Monitor 5 jedoch besser als vergleichbare Produkte anderer Hersteller. Wir hoffen jetzt, dass dieser französische Hersteller nun seine Produktpalette auf ein 8'' Modell ausweitet - und vielleicht zukünftig sogar noch einen Subwoofer anbieten wird. Wir bleiben dran.

 

 

Pros Cons
  • Auf der Vorderseite angebrachte Regler (Volumen und On/Off)
  • Detailliertes Klangbild in den Höhen
  • Gutes Produkt für seine Preisklasse
  • Gelbe Lautsprecher
  • Gelbe Lautsprecher
  • Schwache tiefe Mitten
  • Wir hätten uns über mehr Regelmöglichkeiten gefreut